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Arihano Haiti, a man accused of the murder of a German tourist in the Marquesas Islands in 2011 waits prior to a hearing of his trial, on May 13, 2014 in Papeete, on the French Polynesia island of Tahiti. AFP PHOTO GREGORY BOISSY

Der verurteilte Arihano H. Bild: AFP

Mord im Südsee-Paradies

Angeblicher «Kannibale» zu 28 Jahren verurteilt

In Französisch-Polynesien ist ein Jäger zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht sprach den Mann schuldig, einen deutschen Weltumsegler erschossen und die Leiche verbrannt zu haben.

17.05.14, 14:49

Ein Artikel von

Ein Gericht in Französisch-Polynesien hat einen einheimischen Jäger zu 28 Jahren Haft verurteilt – wegen der Ermordung eines deutschen Weltumseglers sowie der sexuellen Belästigung und Freiheitsberaubung von dessen Freundin. Das Gericht legte in seinem Urteil fest, dass Arihano H., 33, nicht vor Ablauf von 18 Jahren freigelassen werden darf.

Der Mordfall hatte im Oktober 2011 Aufsehen erregt, weil der Verdacht des Kannibalismus aufkam. Diese These bestätigte sich aber im Laufe der Ermittlungen nicht.

Der Deutsche Stefan R. und seine Freundin Heike D. hatten bei einer Weltumsegelung mit ihrem Katamaran einen Zwischenstopp auf der Insel Nuku Hiva eingelegt, die zu den Marquesas-Inseln im Pazifik gehört. Nach Angaben der Freundin war der 40-Jährige auf Einladung des Jägers zu einer gemeinsamen Bergtour aufgebrochen.

Nach einer Weile sei der Jäger allein zurückgekehrt und habe berichtet, ihr Freund sei verletzt und brauche Hilfe, sagte Heike D. aus. Sie sei mitgekommen, doch plötzlich habe H. sie mit einer Waffe bedroht, sexuell belästigt und an einen Baum gebunden. Sie konnte sich befreien und alarmierte die Behörden. Diese fanden schliesslich eine frische Feuerstelle mit menschlichen Knochenresten, Zähnen und Kleidung. Diese konnten Stefan R. per DNA-Analyse zugeordnet werden.

Arihano H. legte nach seiner Festnahme ein Geständnis ab. Die planvolle Beseitigung der Leiche wollte er vor Gericht aber nicht zugeben. Der Deutsche sei in die Feuerstelle gefallen, nachdem er ihm «eine Kugel in den Kopf geschossen» hatte, sagte H. in der polynesischen Hauptstadt Papeete. Der 33-Jährige hatte sich nach der Tat zunächst 50 Tage lang in den Wäldern der Insel versteckt, dann aber den Behörden gestellt.

Der Anwalt der Hinterbliebenen von Stefan R. zeigte sich mit dem Urteilsspruch zufrieden. Der Anwalt des Verurteilten sagte, er werde seinem Mandanten von einer Berufung abraten. Er wertete es als Erfolg, dass Arihano H. nicht zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. (wit/AFP)

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    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 17.05.2014 14:54
    Highlight Und obwohl das Urteil klar kommuniziert wurde, titelt man auch hier noch den Kannibalismus. ut (dp)
    2 0 Melden
    • tabernac 17.05.2014 16:36
      Highlight Nicht Blickmanieren annehmen liebes Watson Team....
      1 0 Melden

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