Panorama

Mindestens zehn Todesopfer

Extrem-Wetter in Bildern – so brutal wütete der Regensturm über Osteuropa

16.05.14, 20:38 17.05.14, 15:04

Nicht überall verliefen die Eisheiligen so glimpflich wie in der Schweiz. Mehr als 20 Tote, geschätzte Schäden von einer Milliarde Euro allein in Serbien und 95'000 Haushalte ohne Strom: So lautet eine erste Bilanz der tagelangen Rekordregenfälle in den Balkanländern.

Serbien

In Serbien gab es mindestens fünf Tote. Dort seien in der völlig überfluteten Stadt Obrenovac weitere Leichen geborgen worden, teilten die Rettungskräfte am Samstag mit. Eine genaue Zahl Zahl nannten sie nicht. Demgegenüber konnte in der Stadt Sabac, wo am Vortag eine Katastrophe gedroht hatte, Entwarnung gegeben werden. «Sabac ist gerettet und es droht im Moment keine Gefahr», sagte Generalstabschef Ljubisa Dikovic.

Ein Soldat hält Ausschau nach Menschen, die in Obrenovac auf ihre Evakuation warten. Für unzählige Bürger fielen Strom und Wasserversorgung aus. Bild: Reuters

Sie wurden gerettet: Bewohner Obrenovacs werden in Sicherheit gebracht.  Bild: Reuters

Wann wird sie in ihr Haus zurückkehren können? Diese Frau ist gerettet, doch der Schock sitzt tief.   Bild: Reuters

Von der Flut betroffene Menschen in Pozega werden mit Lebensmitteln versorgt. Bild: EPA/EPA

Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic bestätigte die Verhaftung von Geschäftsleuten, die die Notlage der Menschen ausgenutzt und die Preise für Mineralwasser und Lebensmittel um ein Vielfaches angehoben hätten. Zeitungen in Serbien berichteten am Samstag kritisch, dass die Meteorologen des Landes nicht rechtzeitig vor den Unwettern gewarnt hätten. Auf der anderen Seite kritisierten Freiwillige, die von der Regierung in Belgrad an die Brennpunkte geschickt worden waren, über die schlechte Organisation ihres Einsatzes.

Ein überfluteter Spielplatz in Obrenovac. Die Behörden ziehen die komplette Evakuation der 25'000-Einwohner-Stadt in Betracht. Bild: AP/AP

Diese Menschen müssen noch auf ihre Evakuierung warten. Für fünf Menschen kam die Hilfe zu spät. Bild: Reuters

Topcic Polje in der Nähe von Zepce: Strassen aus Schlamm. Bild: Reuters

Tausende mussten ihre Häuser verlassen. Bild: Reuters

Bergstürze und umgeknickte Bäume versperren die Strassen. Bild: AFP

Bosnien-Herzegowina

In Bosnien-Herzegowina bestätigten die Behörden am Samstag wenigstens 16 Tote. Kritisch blieb die Lage im Norden Bosniens, wo in der Stadt Bijeljina 10'000 Menschen aus ihren überfluteten Häusern gerettet werden sollten. Insgesamt sei mit 1,2 Millionen Einwohnern ein Drittel der Landesbevölkerung von den Überflutungen in Mitleidenschaft gezogen, berichteten Medien. Besonders angespannt war die Lage in den Städten Doboj, Maglaj und Brcko. Im ganzen Land richteten Erdrutsche schwere Verwüstungen an.

Armeemitglieder evakuieren Einwohner Maglajs aus ihren überfluteten Häusern. Bild: AP/AP

Retten was zu retten ist: Eine Frau bringt ihre Coiffeur-Utensilien in Zenica in Sicherheit. Bild: Reuters

Bosnische Soldaten helfen einer Frau bei der Evakuierung in Maglaj. Bild: AP/AP

Wie ein grosser See: Die Vororte von Sarajevo.  Bild: Reuters

Ein Bosnier betrachtet eine überflutete Brücke in Zavidovici. Bild: AP

Zavidovici: Hier reisst der Fluss Bosna eine ganze Brücke mit.

Video: YouTube/euronews

Slowakei

Orkanartige Stürme und Dauerregen richteten in der Slowakei ein Verkehrschaos und schwere Schäden an. Im Dorf Dlhona fiel ein 83-jähriger Mann in einen überschwemmten Bach und ertrank, wie Innenminister Robert Kalinak mitteilte.

Umgestürzte Bäume und von den Häusern gerissene Dächer beschädigten Autos und blockierten viele Strassen und Zugstrecken vor allem im Osten und Norden des Landes. In der Region Banska Bystrica waren mehr als 50'000 Haushalte schon den zweiten Tag ohne Strom.

Polen

Auch in Polen verursachten starker Regen und heftige Stürme schwere Schäden und lokale Überschwemmungen. In Warschau erschlug ein herabstürzender Ast eine Frau. In der Stadt Debica ertrank ein Mann, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete. Landesweit wurde in 51 Bezirken Hochwasseralarm ausgelöst; am stärksten betroffen war der Südosten des Landes.

Feuerwehrleute sichern ein überflutetes Haus in Skoczow, Polen. Der Wasserlevel der Flüsse steigt weiterhin. Bild: EPA

Ein überfluteter Hof in Kurow in Südpolen. Bild: EPA

Schon 29 Flüsse traten in Südpolen über die Ufer.  Bild: EPA

Nach heftigen Regenfällen stieg das Wasser in der Nacht auf Freitag abrupt. Bild: EPA

Ein überfluteter Spielplatz in Kroscienko. Bild: Reuters

Tschechien

Im Osten Tschechiens drohen nach heftigen Regenfällen an mehreren Flüssen Überschwemmungen. Angespannt war die Lage an der Olsa in Cesky Tesin, wie das tschechische Fernsehen berichtete. Die Behörden sprachen für die Regionen Mährisch-Schlesien, Olmütz und Zlin Hochwasser-Warnungen aus. Es werden weitere Regenfälle erwartet.

Österreich

Auch in Teilen Österreichs führten starke Regenfälle zu Hochwasser und Überschwemmungen. Kleinere Brücken wurden von den Wassermassen weggeschwemmt, einige Häuser waren von der Aussenwelt abgeschnitten. 

In der Steiermark und in Kärnten waren etwa 1500 Haushalte zeitweise ohne Strom, wie das staatliche Fernsehen ORF berichtete. Die Donau bereitete laut Einsatzkräften hingegen noch keine Sorgen.

Die Situation im Raum Rabenstein in Niederösterreich.  Bild: APA

Dieser Hof im Bezirk Lilienfeld steht kurz vor der Überflutung. Bild: APA

Auch in Hofstetten ist kein Unterschied zwischen Fluss und Dorf mehr auszumachen. Bild: EPA

Hochwassereinsatz der Freiwilligen Feuerwehr. Bild: APA

(pbl/rar)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • nickfarso 17.05.2014 21:39
    Highlight Es dürfte ruhig noch etwas mehr darüber berichtet werden! Wirklich tragisch, was dort gerade geschieht! Viel Kraft und Durchhaltevermögen den Betroffenen!
    1 0 Melden
  • dadoic 17.05.2014 12:24
    Highlight Topcic Polje liegt in Bosnien und nicht in Serbien.
    Danke für die Berichterstattung, in der deutschsprachigen Presse ist diese Unwetter-Katastrophe ja kaum wahrnehmbar!!
    3 0 Melden
    • Abel Emini 17.05.2014 13:18
      Highlight Doch, schau auch auf Euronews, auf 20min usw.
      0 0 Melden

«You Did Not Eat That»: Hier wird die Heuchelei von Foodbloggern entlarvt

Leute, ich habe einen neuen Lieblings-Instagram-Hashtag: #youdidnoteatthat

Hier geht es einzig darum, alle Foodblogger, Promis, Style-Scouts, Influencer oder wie sie sich sonst noch schimpfen, dabei zu entlarven, wie sie ihr Essen alleine als Requisit benutzen. Ihr wisst, wovon ich spreche. So im Stil: «Gertenschlankes Model posiert mit Hamburger und schreibt dazu #nomnomnom #burgerlover» … yeah RIGHT.

Hier eilt @youdidnoteatthat (und inzwischen diverse weitere, ähnlich gelagerte Insta-Accounts) …

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