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Pont de l'Archevêché und im Hintergrund die Notre Dame, Paris. Bild: Reuters

Liebesschlösser-Epidemie

Pariser Brücken ächzen unter der Last der Liebe

02.04.14, 07:11 24.06.14, 09:32

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  • 20%Super, haben ich und mein Schatz auch schon gemacht!
  • 77%Doof, warum glauben Touris, immer ein Andenken zurücklassen zu müssen?

Paris ist die Stadt der Liebe, zumindest für viele der Millionen Touristen, welche jedes Jahr hinreisen. Davon zeugen tausende Vorhängeschlösser, die verliebte Paare an den Geländern der Seine-Brücken befestigen. Das Phänomen begann an der Pont des Arts und der Pont de l'Archevêché, hat sich aber inzwischen fast auf die ganze Stadt ausgedehnt.

Das finden nicht alle gut: Zwei Amerikanerinnen sehen ihr Paris verschandelt und haben darum die Initiative No Love Locks («keine Liebesschlösser») ins Leben gerufen. «Es ist völlig ausser Kontrolle geraten», sagt Lisa Anselmo, eine von ihnen, gegenüber dem «Guardian». Manche würden sogar auf die Laternenmasten klettern, weil es am Geländer keinen Platz mehr habe. «Es geht nicht mehr um Romantik, sondern darum, ‹ich habs getan› sagen zu können».

Schwerbeladene Pont des Arts

Bild: Reuters

Eine entsprechende Online-Petition für ein Verbot der Liebesschlösser wurde bisher von über 2000 Personen unterschrieben – auch von Einheimischen, ist Anselmo überzeugt. Dabei gehe es nicht nur um ästhetische Überlegungen: «Die Pont des Arts ist nur eine kleine Fussgängerbrücke, die nun zusätzlich 93 Tonnen Schlösser tragen muss», sagt sie. Das Geländer müsse regelmässig von der Stadtverwaltung ersetzt werden. Wenig später seien die Schlösser wieder da.

Jeglicher Platz wird ausgenützt

Bild: Reuters

Die Stadtverwaltung ist sich der Schäden bewusst, welche die Schlösserflut an der Infrastruktur verursacht. Gleichzeitig ist man sich bewusst, wie beliebt die Dinger bei den Touristen sind und lässt sie darum gewähren. Auf ihrer Website zeigen sich die Behörden allerdings wenig begeistert: «Es ist wunderbar, so viele verliebte Paare zu sehen, doch das Ritual verursacht Probleme, weil die tausenden Stahlschlösser so schwer sind», heisst es dort.

In der Schweiz steckt das Ritual noch im Anfangsstadium

Lettenbrücke in Zürich. Bild: watson



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • chrigel60 02.04.2014 12:11
    Highlight Ich frage mich gerade, ob diejenigen die sich wieder getrennt haben ihr Schloss auch wieder entfernen, oder mit der/dem neuen einfach das nächste daneben hängen?
    1 0 Melden
  • amberli 02.04.2014 10:52
    Highlight verliert etwas nicht auch an glanz und romantik, wenn es millionenfach und überall auf der welt praktiziert wird? dann doch lieber das schloss im park, im wald, auf dem eigenen grundstück, vor dem haus... whatever... vergraben. dann haben die archäologen in millionen jahren - wenn's die dann noch gibt - wenigstens was zu finden.
    persönlich würd' ich kein schloss an irgendwelchen zäunen irgendwo auf der welt haben wollen. nur schon, weil's "jeder" macht. da lob' ich unser einmachglas, das irgendwo in italien unterm baum vergraben ist mit lieben worten gegenseitig und das war vor mittlerweile (grübel, nachzähl...) 12 jahren...
    seid kreativer und lasst die armen brücken in ruhe. auch unsere augen werden's euch danken...
    5 0 Melden
  • Beasty 02.04.2014 10:15
    Highlight Herzig wie die Leute ihre Schlösser aus Platzmangel schon an die Schlösser anderer ketten. Heisst das, falls die fremde Liebe dann kaputt geht, die eigene auch futsch ist? :-) Generell ein unschöner Brauch in meinen Augen. Liebe anmachen, einsperren und den Schlüssel wegschmeissen. Irgendwie gruslig. Liebe bedeutet für mich auch Freiheit, Offenheit, Toleranz. Diese Schlösser vermitteln mir genau das Gegenteil.
    9 0 Melden
  • Don Huber 02.04.2014 09:47
    Highlight Jetzt fehlt nur noch, dass man Liebesschlösser an den Eiffelturm anbringt. Das kommt sicher noch ! Oder hat sicher schon angefangen.
    0 0 Melden

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