Panorama

Die Gut-Mensch-Story des Tages

Eine 21-Jährige sammelt für die Umzugskosten eines behinderten Rentners. Und löst damit eine Solidaritäts- und Geld-Lawine aus

Der Spendenstand am Sonntag Morgen bild: Go Fund me

Weil der 67-Jährige Alan Barnes sich nach einem Raubüberfall nicht mehr nach Hause traute, begann Katie Barnes Geld für seinen Umzug sammeln. Und muss feststellen: Die Menschen sind gut!

01.02.15, 10:29 01.02.15, 11:08

Ein Artikel von

Wenige Tage nach einem Online-Spendenaufruf für Alan Barnes haben gut 15'000 Menschen über eine Viertelmillion Euro gespendet. Weit mehr als Katie Cutler, die Initiatorin der Aktion, angepeilt hatte. Bescheidene 500 britische Pfund (rund 670 Euro) hatte sie erhofft. Geld, das dem mehrfachbehinderten Rentner den Umzug in eine neue Wohnung erleichtern sollte. 

Nach einem Überfall hatte der 67 Jahre alte, zerbrechlich wirkende Mann nicht mehr in sein Zuhause zurückkehren wollen. Ein Unbekannter hatte ihn vor seiner Wohnung in Gateshead, im Nordosten Englands, zu Boden geworfen und seine Taschen durchsucht. Schliesslich floh er ohne Beute. Den verletzten Rentner liess er hilflos liegen.

Barnes, der kleinwüchsig ist und an einer Sehbehinderung leidet, wurde mit einem Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Als Katie Cutler aus den Medien von dem Vorfall erfuhr, habe sie sofort helfen wollen, erklärte die 21-jährige Kosmetikerin dem Independent. Zwar kenne sie den 67-Jährigen nicht persönlich, habe aber von Verwandten und Bekannten schon oft von ihm gehört. In seiner Heimatstadt sei Barnes für seine mathematischen Kenntnisse und sein Engagement in der Kirche bekannt, schreibt der «Independent».

270'000 Euro, Tendenz steigend

Weil sie viele Freunde und Kunden habe, mit denen sie über Facebook verbunden ist, habe es für sie nahegelegen, eine Online-Spendenaktion aufzusetzen. Von der Resonanz, die ihre Aktion binnen weniger Tage hervorrief, ist Cutler überwältigt. «Das zeigt, dass hier sehr viele liebenswerte Menschen leben», sagte sie der «BBC». Spenden würden aber nicht nur aus Nordengland kommen, sondern aus der ganzen Welt: «Sie kommen auch aus Kanada, den Niederlanden, den USA, Neuseeland.» 

Am Sonntagmorgen zeigte der Zähler auf der Spendenseite bereits mehr als 200'000 britische Pfund (rund 270'000 Euro) an. Ein Ende der Spendenbereitschaft war nicht abzusehen, fast im Minutentakt wurden neue Spenden gemeldet. Alan Barnes kommentierte die Ereignisse gegenüber der «BBC». Es sei «einfach unglaublich», was für eine enorme Summe mittlerweile zusammengekommen sei. Er habe ja schliesslich nur ein gebrochenes Schlüsselbein und hätte nie mit einer derartigen Reaktion gerechnet. «Einfach nur Danke zu sagen, reicht da nicht mehr aus, oder?» 

(mak/lue)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 01.02.2015 12:51
    Highlight jep - neben den vielen gutmenschen gibt es doch immer noch gute menschen. Tu gutes und sprich darueber, es kann ansteckend sein.
    6 0 Melden

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