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epa04364486 A handout photograph released by NBA Yao School of former NBA star Yao Ming being doused with ice water in an 'ice bucket challenge' during a a graduation ceremony for students of his NBA Yao school in Beijing, China, 23 August 2014. Chinese celebrities and tech entrepreneurs are joining the social media phenomenon of taking up the ice bucket challenge to raise awareness for ALS or amyotrophic lateral sclerosis charity.  EPA/NBA YAO SCHOOL/HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ex-NBA-Star Yao Ming lässt die eiskalte Prozedur über sich ergehen. Bild: EPA/NBA YAO SCHOOL

Videos mit virtueller Spendenbüchse

«Ice Bucket Challenge» bringt 114 Millionen Dollar ein 

Ob der Nachbar, der Chef oder Promis wie Bill Gates und Kim Kardashian: Wochenlang schien sich so gut wie jeder einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu kippen. Nach dem Abebben der «Ice Bucket Challenge» bleibt die Frage: Was wird jetzt aus den gegen die Nervenkrankheit ALS gesammelten Spenden?

19.09.14, 07:39 19.09.14, 08:27

Die «Ice Bucket Challenge» hat sich in den vergangenen Wochen zum weltweiten Phänomen entwickelt: Ob Hollywood-Star, Politiker, «Wort zum Sonntag»-Pfarrer, Spitzensportler, Unternehmer oder auch einfach nur der Chef, die Freundin und der Nachbar – so gut wie jeder schien sich in den vergangenen Wochen freiwillig einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu kippen und ein Video davon zu veröffentlichen.

Bleibt nach dem Schmelzen der Eiswürfel und dem Abebben des Phänomens die Frage: Was hat das Ganze für den eigentlichen Anlass der Aktion gebracht, nämlich dem Spendensammeln im Kampf gegen die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), einer Krankheit, die zu Nervenzerstörungen und fortschreitenden Muskellähmungen führt?

Wie viel Geld ist zusammengekommen und was passiert jetzt damit? Denn die Anweisungen der «Ice Bucket Challenge» waren ja eindeutig: Wer die Herausforderung nicht annimmt, soll spenden, und wer sie annimmt idealerweise auch.

In den USA, wo die «Eiseimer-Herausforderung» herstammt, sind bis Mitte September rund 114 Millionen Dollar an Spendengeldern bei der ALS Association eingegangen. Das habe alle Erwartungen übertroffen, sagt die Chefin der Hilfsorganisation, Barbara Newhouse. «Diese Spenden werden unseren Kampf gegen ALS auf eine Art und Weise befeuern, wie wir das nie für möglich gehalten hatten.»

NOBLESVILLE, IN - AUGUST 22: Gene Simmons, Eric Singer and Paul Stanley of the band KISS participates in the ALS Ice Bucket Challenge at Klipsch Music Center on August 22, 2014 in Noblesville, Indiana. (Photo by Michael Hickey/Getty Images)

Auch die Gruselrocker Kiss haben es getan: Ice-Bucket-Challenge. Bild: Getty Images North America

«Fundgrube für Narzissten»

Normalerweise hat die ALS Association nach eigenen Angaben ein Jahresbudget von rund 25 Millionen Dollar. Die Spenden will sie nun für Forschung, Patientenbetreuung und Aufklärung über die Krankheit einsetzen. Immerhin sieben Prozent des Budgets flossen im vergangenen Jahr allerdings auch in die Verwaltung.

Kritiker haben die «Ice Bucket Challenge» als oberflächlich und eine «Fundgrube für Narzissten» bezeichnet, aber auch sie müssen angesichts der unzähligen Videos, Kommentare im Internet und Berichterstattung in den Medien weltweit eingestehen, dass der Kampf gegen ALS so zumindest mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.

Und Aufmerksamkeit und Spenden seien dringend nötig, sagen Experten, denn die Krankheit ist immer noch unheilbar und über ihre genauen Ursachen und Mechanismen ist bislang wenig bekannt. Klar ist: Die Betroffenen können sich im Verlauf der Erkrankung nicht mehr bewegen, und haben Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen.

epa04369439 Dutch actors dressed up as Sinterklaas (Saint Nicolas, L) and Zwarte Piet (Black Pete, R) take part in the 'Ice Bucket Challenge', after being nominated by the Mayor of Amsterdam, in Amsterdam, The Netherlands, 26 August 2014. The internet trend Ice Bucket Challenge is a charity campaign for the illness ALS or amyotrophic lateral sclerosis.  EPA/LEX VAN LIESHOUT

Der Trend machte vor keiner Tradition halt: Nikolaus und Zwarte Piet blieben ebenfalls nicht verschont Bild: EPA/ANP

Lehrstück für Hilfsorganisationen

Das Bewusstsein und der Intellekt bleiben aber in der Regel intakt. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre, meist an Atemlähmung. Die meisten Fälle treten spontan auf. Am häufigsten erkranken Menschen im Alter von 50 bis 70 Jahren, Männer etwas häufiger als Frauen.

ALS ist keine Volkskrankheit. Es sind vergleichsweise wenig Menschen betroffen. Deswegen ist es für Forschungseinrichtungen und Hilfsorganisationen normalerweise sehr schwer, an Spenden zu kommen.

Die «Ice Bucket Challenge» könnte der Forschung einen finanziellen Schub verliehen haben, vermuten Experten – und auch andere Hilfsorganisationen könnten daraus für ihre Internet-Spendenkampagnen einiges lernen. (sda/dpa/wst)



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Michael Mettler 19.09.2014 08:07
    Highlight Von all den hoch bezahlten Sportler, CEOs und Schauspieler, welche mitgemacht haben, sind nur 114 Millionen gespendet worden... Tolle PR
    1 3 Melden
    • PewPewPew 19.09.2014 12:30
      Highlight Verglichen mit dem normalen JAHRESbudget von 25 Millionen Dollar?
      Ja, es WAR eine tolle PR.
      2 1 Melden
    • Michael Mettler 19.09.2014 19:16
      Highlight @pewpewpew:
      Meinte die Spender waren nicht grad großzügig . Das Resultat ist großartig!
      0 0 Melden

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