Panorama
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(v. l. nach r.) Claudio Tolfo, Tom Baumann, Anna Rothenfluh (Die Interviewerin wurde auf das Bild gezwungen, ein bisschen gern hatte sie es aber), Matthias Arn, Lukas Hobi (in Schräglage). Es fehlen Christian Hiesch (zu dieser Zeit im Wald) & Viktor Szlovak (hat sich klammheimlich verkrümelt). Bild: watson

Auf einem roten Sofa mit «Bliss»

Der Groupie-Talk: Unverblümte Angriffe am CD-Stand, die Verfolgung an der ungarischen Hochzeit und die gruseligen «Kinder des Zorns»

Die A-cappella-Comedy-Band Bliss, die zurzeit die halbe Schweiz mit ihrem neuen Programm «Die Premiere» beglückt, hat mit watson über ihre Groupie-Erfahrungen geplaudert – auf einem roten Sofa im aargauischen Irgendwo. 

12.05.14, 14:58 24.06.14, 09:30

Am besten – so dachte ich mir jedenfalls – wäre es, wenn ich das ganze Gespräch als Lustspiel in drei Akten erzähle. Nicht, dass das viel mehr Ordnung in dieses wirre Interview bringen würde, aber es gibt Ihnen sicherlich einen authentischen Eindruck von dieser illustren A-cappella-Truppe, die durchaus ihre wilden Zeiten erlebte. Auch wenn ich die Hälfte des Materials zensieren musste, bleiben noch immer ein paar schmucke Anekdoten aus dem Leben dieser sechs Bühnenraudis. 

Die Protagonisten

Nicht anwesend war Christian Hiesch, der sich mit seinen Schülern irgendwo in einem Baselbieter Wald herumtrieb. Zum Beweis hat er mir nach dem Interview ein Foto gezeigt, auf dem er im Extrem-Regenschutz zu sehen ist. Viktor Szlovaks Auftritt fällt in den zweiten Akt des Interviews. 

Bliss – Die Band

Geboren wurde Bliss – womöglich ein bisschen ungewohnt für eine Comedy-A-cappella-Band – in einer Kirche. Für die Ordination von Claudio Tolfos Bruder wurde eine musikalische Untermalung des Gottesdienstes verlangt: «Dieses kurze Intermezzo kam gut an und wir sahen uns bestätigt, auf dieser Schiene weiterzufahren.» Und so schlichen sich die Sänger langsam heraus aus dem heiligen Rahmen, erweiterten ihr Repertoire, füllten ihre Reihen mit einem Tourmanager, einem Produzenten, Licht- und Tontechnikern und probten mit Vocal Coaches, Choreographen und Regisseuren. Alle weiteren Informationen zur Band finden Sie auf der Bliss-Homepage oder auf Facebook

Aus dem Interview mit Christian Hiesch

Der Ort

Wir befinden uns in Endingen. Das ist irgendwo im tiefen Aargau. Hier gibt es keinen Bahnhof, dafür aber eine Mehrzweckhalle. Und da findet dieses wundersame Gespräch statt. 

1. Akt: Doris, die Rock 'n' Roll Zeit und der CD-Stand

Tom: Wie viele Damen sind denn heute Abend wegen dir hier? 

Claudio: Null. 

Tom: Eben. Die Doris (Name geändert) kommt vielleicht. 

Interviewerin: Wer ist Doris? 

Tom: Eine alte Freundin, die mit mir zusammen Snowboard-Lehrerin war. 

Claudio, Matthias und Lukas nuscheln im Hintergrund. Sie spekulieren wild und vermuten allerlei schmutzige Groupie-Geschichten im Zusammenhang mit besagter Doris.  

Tom (leicht amüsiert): Hat es noch Bier? 

Tom (drei Sekunden später leicht genervt): Jetzt lasst doch endlich die Doris aus dem Spiel, HALLOOO?! Ich hab nur mit ihr Mittag gegessen und ab und an hatten wir zusammen einen «Aff».

Claudio: Aber es geht doch in diesem Gespräch um Groupies, und sie ist die Einzige, die heute Abend kommt. 

Matthias (philosophisch dreinschauend, mit Blick gen Himmel): Ja. Womöglich haben wir in punkto Groupies ein bisschen nachgelassen. Das liegt wohl an unserem Alter. Die Rock 'n' Roll Zeiten sind vorbei. Und wir arbeiten mehr und professioneller als früher. Du kannst nicht mehr fünf Mal in der Woche abstürzen und dich des nachts mit den Frauen vergnügen. Das geht natürlich auch nicht mehr wegen der innenpolitischen Situation.

Tom: Hast du eine Krim-Krise zuhause? 

Matthias: Wir sind fast alle vergeben. Was aber nach wie vor bleibt, ist das Beschauen der Damenwelt, die im Publikum sitzt. Wenn's da ein paar heisse Katzen hat, dann ist das schon Thema hinter der Bühne. Eigentlich so wie in unserem Song «Die Da». So ist die Realität. 

CD: Bliss «Die Premiere»

Lukas: Ja, wir waren mal jünger und haben weniger gespielt. Und dann kam der CD-Stand. 

Interviewerin: Der CD-Stand war das Aus für die Groupie-Abenteuer?

Lukas: Früher sind wir nach der Show direkt an die Bar gesessen, und jetzt steht der ganze Fan-Trupp eben einfach am CD-Stand herum. Und wir gehen dann auch irgendwann nach Hause. Zum Leidwesen so mancher Fans. 

2. Akt: Auftritt Viktor

Viktor betritt den Backstage-Raum.

Lukas: Ah, gut, Viktor, dass du kommst. Weisst du noch, an deiner Hochzeit, da wurde ich bedrängt. Von so einer, naja, etwas eindrücklicheren Frau, die ungarische Walküre im roten Samtkleid. Ich hatte dem Brautpaar ein Ständchen gesungen und da war sie offensichtlich so angetan, dass sie mich danach den ganzen Abend lang intensiv verfolgte. Ich hatte richtig Schiss. Ich habe um mein Leben gefürchtet.

Tom: Und dann bist du zu deinem Schutz «füdliblut» mit unserem Tourmanager (Name ist Insidern bekannt) ins Jacuzzi gehockt. Und einer von euch hat das sehr genossen. Ich sag jetzt nicht, wer. 

Lukas: Und, Viktor, was ist mit dir und den Groupies? 

Viktor: In Ungarn, das war schon gut. 

Tom: Er hat sich mal in eine Speisekarte verliebt. 

3. Akt: Die Stalker und die «Kinder des Zorns» 

Nachgestellte Verführungsblicke. Bild: watson

Tom: Als ich noch Single war und zum ersten Mal mit Bliss auf die Bühne trat, da hat mir Matthias gesagt: «Jetzt muesch luege, jetzt räbläts.» Und es hat tatsächlich «gräblät». Bis du eine Beziehung hast, dann schaltest du das ab. Aber man merkt's noch immer. Wenn du deine Partnerin an einem Konzert dabei hast und nach der Show zuerst zu ihr gehst und sie küsst. Dann kommen dann die bösen Pfeilblicke, du! 

Matthias: Und dann gibt's die ganz direkten Frauen. In München greifen sie sogar am CD-Stand an. Da hat mich mal eine Ü30-Dame gefragt, ob mein Ring echt sei. 

Matthias nimmt sein Handy ab. Das Gespräch scheint sich um Risotto zu drehen. 

Lukas: Ich hab mal ein sehr eindeutiges SMS von einem Groupie gekriegt. Keine Ahnung, wie er an meine Nummer gekommen ist. Er schrieb, er würde dann und dann, dort und dort auf mich warten und wenn er nichts von mir hören würde, so nehme er an, dass ich an das Treffen komme. Ich hätte ihm also zurückschreiben müssen, um ihm abzusagen. Ein richtig fieses Tricklein. Das Dumme war nur, dass ich damals gerade sehr eingespannt war und sein SMS erst einige Tage später gelesen hatte. Ich habe dann nicht mehr zurückgeschrieben. Ich nehme an, er steht immer noch da. 

Tom: Es gibt auch ein paar sehr eigenartige, wiederkehrende Exponate. Die kommen regelmässig an unsere Auftritte, aber es sieht dabei nie aus, als hätten sie den Plausch.

Video: V.Bliss

Lukas: Ja, die Supergroupies. Eigentlich ist das ja etwas Schönes, wenn man Menschen so begeistert, dass sie mehrmals an unsere Konzerte kommen. Nur würde man sich wünschen, dass sie dann nicht nur verschüchtert auf den Boden starren. Das kann manchmal fast ein bisschen gruselig sein.

Tourdaten von Bliss «Die Premiere»

Mels, Altes Kino: 15. - 16. Mai
Solothurn, Kofmehl: 21. Mai
Weitere Tourdaten für die folgenden Monate finden Sie hier
Das Album «Die Premiere» können Sie bei Exlibris bestellen.
watson unterstützt Bliss als Medienpartner bei der Schweiz-Tour. 

Matthias: Ja, «Kinder des Zorns», das ist einer unserer Übernamen für so eine Person. 

Lukas: Aber wir haben ja noch Christian. Der ist Single. Und immer wenn Anträge von Groupies kommen, dann können wir sie direkt an ihn verweisen. 

Nachtrag

Wenn Sie Groupie von Bliss sind oder werden wollen, dann dürfen Sie nicht stalken. Das mögen sie nicht sonderlich. Was sie aber mit Sicherheit mögen, ist das Umgarntwerden. Es gebe durchaus schlechtere Gefühle, sagte mir Tom, und Matthias gestand ein, dass das Gefühl, angehimmelt zu werden, die Band zu Höchstformen antreibe. Also: Kein Zelten vor ihren Wohnungen, aber Büstenhalter werden auf der Bühne immer gern entgegengenommen. 



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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