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More Music, Please!

Londons Bürgermeister fürchtet um die Strassenmusikanten

London ohne Strassenmusiker? Eine traurige Vorstellung. Doch auch der letzte Stadtteil hat strenge Regeln gegen die Künstler erlassen. Bürgermeister Boris Johnson befürchtet einen Verlust des Spontitums.

07.05.14, 15:02

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Verstärker, Blasinstrumente und Schlagzeuge sind verboten, und um neun Uhr abends muss Ruhe herrschen. Als letzter Londoner Bezirk hat im Winter auch der alternative Stadtteil Camden Town strenge Regeln für Strassenmusiker erlassen.

Seither müssen die Künstler auch in der bei Touristen so beliebten Gegend bezahlen, damit sie überhaupt auftreten dürfen. Die meisten Anwohner freuen sich über die eingekehrte Ruhe, doch einige befürchten, der Stadtteil habe mit der neuen Regelung einen Teil seiner Identität preisgegeben.

Nun hat sich auch der konservative Londoner Bürgermeister auf die Seite der Strassenmusiker geschlagen. «Ich fürchte, einige Teile der Hauptstadt könnten zu verbotenen Zonen für Strassenkünstler werden», sagte Boris Johnson, als er den diesjährigen Wettbewerb für Strassenmusiker eröffnete. Der Gewinner bekommt die begehrte Erlaubnis, in der Londoner U-Bahn spielen zu dürfen. 

«Statt unsere Musiker mit unnötiger Bürokratie zu gängeln, sollten wir die Spontaneität schätzen, die sie in die Stadtzentren und Einkaufsstrassen bringen», forderte der Bürgermeister.

März 2013: Boris Johnson spielt die Werbe-Gitarre für den letztjährigen Strassenmusiker-Wettbewerb. An seiner Seite ist Misha B., die vor ihrem Erfolg bei «British X Factor» als Strassenmusikerin auftrat, um ihre Bühnenangst zu überwinden. Bild:AP Photo/Alastair Grant

Nach 30 Minuten ist Schluss

In jedem Londoner Bezirk gelten andere Regeln für Künstler, die auf Plätzen und Strassen auftreten wollen. Pantomimen und Zauberer, die nicht viel Lärm machen, kämen viel leichter an eine Lizenz, beklagen Strassenmusiker.

Eine der wichtigsten Bühnen für Strassenkünstler in London ist die Gegend um die Markthallen im Bezirk Covent Garden. Und tatsächlich, die Musiker sind hier in der Minderheit. Einer schrammelt sich mit seiner Gitarre durch Bob Marleys «Everything's Gonna Be Alright», während eine blonde Frau im roten Kleid schon darauf wartet, ihn abzulösen. 

Genau 30 Minuten Zeit wird jedem Künstler auf diesem begehrten Platz bewilligt. Spontan ist keiner dieser Auftritte. Genauso wie die 280 zugelassenen Musiker der Londoner U-Bahn müssen auch die Strassenkünstler vor den Markthallen sich um eine Lizenz bewerben, in dem sie ein Stück vorspielen.

«Die beste Stadt, wenn man Musik machen will»

«Strassenkünstler kommen immer noch gerne nach London. Aber es ist ziemlich schwer für sie, mit den sehr unterschiedlichen Regelungen zurechtzukommen», sagt Munira Mirza, in der Stadtverwaltung zuständig für Kultur. «Wir haben 32 Bezirke, und jeder hat ein unterschiedliches System. Wir versuchen nun, das für Strassenkünstler zu vereinfachen.»

«Die Regelungen in London sind verwirrend», sagt Fabio Cascio. Vor fünf Jahren kam er mit seinem Elektrobass im Gepäck aus Turin in die britische Hauptstadt. Gerade spielt er mit seinem Trio Madame Madness auf dem Trafalgar Square.

Trotz aller Hürden tritt er gern in London auf: «London ist die beste Stadt, wenn man Musik machen will, denn hier kann man davon leben.»

(abl/AFP)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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