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FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - APRIL 16:  Marcus Prinz von Anhalt poses with a dancer during the opening of his new VIP Club Frankfurt on April 16, 2009 in Frankfurt, Germany.  (Photo by Ralph Orlowski/Getty Images)

Prinz Marcus von Anhalt posiert mit einer Tänzerin an der Eröffnung seines neuen VIP Clubs «Frankfurt». Bild: Getty Images Europe

Steuerhinterziehung? 

Der Protz-Prinz und sein Porsche-Problem

U-Haft statt Rotlicht: Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung sitzt der Pforzheimer Bordellbetreiber Prinz Marcus von Anhalt hinter Gittern. Nach Spiegel-Online-Informationen geht es in dem Verfahren um Luxuskarossen des Millionärs.

Ein Artikel von

Spiegel Online

 Jörg Diehl, spiegel online

Zurückhaltung und Bescheidenheit sind nicht unbedingt die Stärken von Prinz Marcus von Anhalt, der einmal Eberhardt mit Nachnamen hiess und aus Pforzheim stammt. Der frühere Metzger, aufgestiegen vom Zuhälter zu einem der erfolgreichsten Bordellbetreiber Deutschlands, zeigt gern her, was er hat: seine Frauen, seine Villen, seine Sportwagen. Doch gerade diese gelebte Liebe zum Automobil beschert dem Adoptivsohn Zsa Zsa Gabors derzeit gehörigen Ärger mit den Behörden.

Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung sitzt der 47-Jährige seit fast zwei Wochen in Untersuchungshaft. Nach Spiegel-Online-Informationen wirft die Staatsanwaltschaft Augsburg der Rotlichtgrösse vor, in Steuererklärungen der Eberhardt Entertainment Enterprises (EEE) GmbH zu Unrecht Betriebsausgaben geltend gemacht zu haben. Es geht um viele hunderttausend Euro.

Konkret soll Prinz Marcus über Jahre hinweg Leasing- und Reparaturkosten von zwölf Luxuskarossen von der Steuer abgesetzt haben, obwohl er die Autos wohl vor allem privat nutzte. Bei den Wagen handelt es sich unter anderem um einen Mercedes SL 55 AMG, einen Porsche 911, einen Maybach, einen Rolls-Royce Ghost und um einen Ferrari F430. Offenbar war dem Finanzamt im bayerischen Neu-Ulm aufgefallen, dass auf die Betreiberfirma dreier Bordelle erstaunlich viele hochwertige Fahrzeuge zugelassen waren. Daraufhin leiteten die Beamten ein Strafverfahren ein.

Bild: WireImage

«Ich habe 41 Autos»

Als Beleg dafür, dass die vermeintlichen Dienstwagen womöglich vor allem dem persönlichen Fahrspass des Prinzen dienten, könnten den Ermittlern auch entsprechende Interviewäusserungen des Millionärs dienen. So sagte der Rotlichtunternehmer im Dezember 2012 dem Ulmer Stadtmagazin «SpaZz» in seiner gewohnt unbescheidenen Art: «Ich habe 41 Autos.» Die Finanzbeamten nahmen diese Erklärung sogleich zu den Akten.

Prinz Marcus' Verteidiger, der Mainzer Rechtsanwalt Olaf Langhanki, wollte die Vorwürfe auf Anfrage nicht kommentieren. «Wir werden den Ermittlungsbehörden gegenüber noch ausführlich Stellung dazu nehmen», so Langhanki. Seinem Mandanten gehe es in der Untersuchungshaft «den Umständen entsprechend gut».

Doch «Prinz Protz», wie ihn die Boulevardzeitungen gern nennen, wird sich erst einmal einschränken müssen. Vor sechs Jahren hatte der Unternehmer dem Spiegel gesagt, er sei Millionär «im dreistelligen Bereich». Schon damals prahlte er mit seinem Reichtum: Er besitze Häuser und Wohnungen auf der ganzen Welt. 1000 Quadratmeter Wohnfläche in Los Angeles, 1000 in Pforzheim, 300 in Fort Lauderdale und 180 in Dubai, am Yachthafen. Sein Geld verdiente er seinerzeit nach eigenen Angaben mit 19 Geschäften, in denen mehr als tausend Prostituierte arbeiteten. Eros-Center, Tabledance-Bars, FKK-Clubs, überwiegend in Südwestdeutschland.

Festnahme nach Fehlalarm

Vor allem aber machte Prinz Marcus von sich reden, weil er einmal für 50.000 Dollar Pamela Anderson als Stargast des «Royal Race» buchte, einer Art Schnitzeljagd für Menschen mit teuren Autos, viel Geld und noch mehr Langeweile. «Das Mädel isch der Wahnsinn», pries der Ex-Lude seinen Gast hinterher.

«Das Mädel isch der Wahnsinn.»

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - SEPTEMBER 12:  Prinz Marcus von Anhalt wears a T-shirt which shows his sympathy for Pamela Anderson at the Night Club Pure Platinum on September 12, 2009 in Frankfurt am Main, Germany. von Anhalt invited Paris Hilton to join his party at the Table Dance Club, but Hilton decided to stay at the hotel.  (Photo by Mario Vedder/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

Damals bekannte der Adoptiv-Prinz auch, er habe insgesamt vier Jahre im Gefängnis gesessen. So hatte etwa das Landgericht Karlsruhe Marcus Eberhardt im Sommer 2003 unter anderem wegen versuchter räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, Zuhälterei und Menschenhandel zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Geschäftlich ist der Bordellbetreiber nach Erkenntnissen von Ermittlern seit einiger Zeit eng mit Frankfurter Hells Angels verbunden.

Die Festnahme des Unternehmers vor knapp zwei Wochen verlief nach Spiegel-Online-Informationen dennoch eher ungewöhnlich und alles andere als lehrbuchmässig ab. Offenbar hatte der im Schweizer Ort Staad lebende Prinz durch eine Ungeschicklichkeit die deutsche Polizei auf sich aufmerksam gemacht: Zu Besuch in seiner Villa in der Nähe von Pforzheim löste er versehentlich die Alarmanlage aus. Daraufhin rückte eine Streife an, vergewisserte sich, dass nicht eingebrochen worden war, und fuhr wieder davon. Nach einer halben Stunde kamen die Beamten etwas zerknirscht zurück. Auf dem Revier hatten sie bei der Schreibarbeit festgestellt: Es gab einen Haftbefehl gegen Prinz Marcus. Er müsse, so eröffneten die Beamten ihrem Gegenüber, jetzt bitte mitkommen.



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