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Unfreiwilliger Medienstar aus Sachsen

Was macht eigentlich die Maschendroahdzaun-Frau?

14.07.14, 14:48 14.07.14, 15:08


15 Jahre ist es her, dass Regina Zindler unfreiwillig zum Medienstar wurde: Die damals 51-jährige arbeitslose Hausfrau war wegen eines Nachbarschaftsstreits 1999 in der TV-Show «Richterin Barbara Salesch» zu sehen, wo sie die Umsetzung eines Knallerbsenstrauchs erzwingen wollte, der ihren Zaun beschädige. 

Regina Zindler aus Auerbach in Sachsen zeigt am spaeten Donnerstagabend, 27. Januar 2000, in einer Discothek in Dresden ihre CD "Frieden am Zaun". Frau Zindler geriet in die Schlagzeilen durch einen Streit mit ihrem Nachbarn um einen "Knallerbsenstrauch" und einen "Maschendrahtzaun". (AP Photo/Robert Michael)

Regina Zindler aus Auerbach in Sachsen zeigt am 27. Januar 2000 in einer Diskothek in Dresden ihre CD «Frieden am Zaun», die allerdings kaum Erfolg hatte. Bild: AP

Regina Zindler 1999 bei «Richterin Barbara Salesch». Video: YouTube/Stopfer 92

Ihre Urtümlichkeit und ihr sächsischer Akzent inspirierten Stefan Raab zu einem Millionenhit: Er spielte mit der Country-Band Truck Stop «Maschen-Draht-Zaun» ein. Der Song war nicht nur in Deutschland, sondern auch der Schweiz an der Spitze der Charts.

Stefan Raab & Truck Stop: «Maschen-Draht-Zaun». Video: YouTube/fritz51259

Die Popularität zeigte jedoch schnell ihre Schattenseiten: Reporter belagerten den Ort des Geschehens im Ort Auerbach, Schaulustige campierten vor der Haustür der Zindlers. Auch der «Maschen-Droahd-Zaun» selbst geriet ins Visier des Hypes, als Unbekannte ein Stück herausschnitten: «Raabs ‹Maschen-Draht-Zaun› macht Regina Zindler weiter zu schaffen», titelte der Tagesspiegel Ende 1999.

Den Zindlers, die natürlich nie mit so einem Medien-Hype gerechnet hätten, blieb nichts anderes übrig, als das Haus zu verkaufen und nach Berlin zu ziehen. Ein Verkaufserlös von zehn Pfennig pro verkaufter Stefan-Raab-CD lindert den Schmerz. Doch irgendwann muss die Sehnsucht nach der sächsischen Heimat die «Flüchtlinge gepackt haben». Sie kehrten zurück – doch der deutschen «Bild»-Zeitung ist das nicht entgangen.

Zindler ist Raab nicht mehr böse

Regina Zindler sei Raab nicht mehr böse und bittet das Boulevardblatt, diesmal ihren Wohnort geheimzuhalten: Auch 15 Jahre später steckt ihr der «Rummel» noch in den Knochen. «Sie können schreiben, der Zindler geht’s prima. Bissl Diabetes, bissl Gelenkschmerz. Ansonsten geniessen mein Mann und ich unseren Frieden. Und das soll auch so bleiben.»

Ein Boulevardmagazin berichtet im Jahr 2000 über Zindlers Bemühungen, eine Gesangskarriere zu starten.  Video: YouTube/Kanal von kadoffegneehl

Trotzdem fragt «Bild» noch einmal nach, bis Frau Zindler ein wenig über die Auerbacher Justiz und Richterin Barbara Salesch schimpft. «Diese Frau Salesch ist eine unmögliche Person. Wie so eine überhaupt als Richterin ins Fernsehen durfte.» Dass sie in einem Fernsehgericht nicht auf Gerechtigkeit hoffen kann, ist ihr bis heute nicht bewusst. 

Der Bericht der «Bild» wurde bereits über Nachrichtenagenturen verbreitet. Bleibt zu hoffen, dass sie nach dem neuerlichen Besuch eines Reporters zumindest ihre neu gewonnene Anonymität behalten darf.

Regina Z. und die Knallerben: «Frieden am Zaun». Video: YouTube/Nebelrisiko

(phi)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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