Papst

Papst Franziskus über Schwule: «Wer bin ich, dass ich über sie urteilen darf?» Bild: Alessandra Tarantino/AP/KEYSTONE

Bischöfe denken um

Erdbeben im Vatikan: «Homosexuelle können die christliche Gemeinschaft bereichern»

13.10.14, 16:23

Die Führung der katholischen Kirche geht einen Schritt auf Schwule und Lesben zu. Homosexuelle könnten die christliche Gemeinschaft bereichern, hiess es am Montag in einem Dokument des Vatikans nach einer Tagung von 200 Bischöfen zum Thema Familie.

Erstmals wird darin die Frage aufgeworfen, ob die Kirche diese Menschen willkommen heisse und ihnen einen «brüderlichen Platz» in den Gemeinden anbieten könne, ohne die katholischen Vorstellungen von Ehe und Familie zu verletzen.

Die römisch-katholische Kirche verurteilt homosexuelle Handlungen und lehnt die gleichgeschlechtliche Ehe ab. In dem Dokument gibt es zwar keine Hinweise, dass sie von dieser Haltung abrückt, doch erstmals ist nun nach der Familien-Synode auch von «positiven Aspekten» gleichgeschlechtlicher Beziehungen die Rede. 

Die Formulierungen heben sich deutlich von früheren Erklärungen ab, die unter den Vorgängern von Papst Franziskus veröffentlicht wurden. So nannte Benedikt XVI., als er noch Kardinal Joseph Ratzinger war, Homosexualität eine «Anomalie».

Wende unter Franziskus

Der Vatikan-Experte und Buchautor John Thavis spricht angesichts des neuen Tonfalls von einem «Erdbeben». Das Dokument zeige, dass Franziskus beim Thema Ehe und Familie die Barmherzigkeit in den Vordergrund rücke. Die Formulierungen lassen vermuten, dass sich unter den Bischöfen gemässigtere Kräfte durchgesetzt haben. 

Das Dokument «Relatio post disceptationem» (Bericht zum Stand der Diskussion) ist nach einwöchigen Diskussionen der Bischöfe verfasst worden und wurde am Montag in Anwesenheit von Franziskus verlesen. Es bildet die Grundlage für weitere Gespräche in der Synode, die in den kommenden Tagen folgen sollen. Eine weitere Tagung dieser Art ist für 2015 geplant. (pma/sda/reu)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Roland Steinklopfer 14.10.2014 12:58
    Highlight "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..." (3.Mose 20,13) - so stehts geschrieben. Ich verstehe nicht, wieso irgendein Schwuler da noch in die Kirche will. Das ist etwa so, wie wenn ein Schwarzer beim ku klux klan Mitglied werden will - und ja: ich halte vom Schwarzen mehr als vom ku klux klan - nur damit meine Metapher richtig verstanden wird.
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  • Gelöschter Benutzer 13.10.2014 23:13
    Highlight Wenn es eine Art von Menschen gibt, die ich echt nicht verstehen kann, dann sind es Homosexuelle die unbedingt in die Kirche wollen. Gottlos glücklich geht auch wenn man schwul oder lesbisch ist.
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  • Beasty 13.10.2014 22:34
    Highlight Dieses Wort: Gender-Ideologie, das ist Propagandesprache. Dass Schwule und Lesben nicht diskriminiert werden wollen, weil sie genau gleich wie alle anderen arbeiten, Steuern zahlen (häufig nicht mal wenig) und ein normales Leben führen: das ist keine Gender-Ideologie sondern das ist ganz einfach und ergreifend ein Menschenrecht.
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  • Gelöschter Benutzer 13.10.2014 19:46
    Highlight Allerdings wird Diskriminierung von Schwulen und Lesben weiterhin nicht als Menschenrechtsverletzung anerkannt, wenn im gleichen Dokument gefordert wird, dass man keinen Druck auf Staaten ausüben dürfe, die sich gegen die "Gender-Ideologie" wenden.
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