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Franziskus

Wird der populäre Papst die Zügel doch nicht lockerer lassen? Papst Franziskus will Aussagen zum Zölibat nicht gemacht haben.  Bild: Keystone

«Lösungen» für die Enthaltsamkeit

Franziskus will nichts gesagt haben: Vatikan dementiert Papstzitate zu «Lösungen» bezüglich Zölibat

Die Aussagen, in denen der Papst eine Richtungsänderung beim Zölibat katholischer Priester in Aussicht gestellt hatte, sollen falsch sein. Der Vatikan dementiert heftig.

13.07.14, 15:12 13.07.14, 16:09

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In Italien veröffentlichte angebliche Äusserungen von Papst Franziskus zum Zölibat und zum Kindermissbrauch in der katholischen Kirche haben den Vatikan zu einem Dementi veranlasst. Die Tageszeitung «La Repubblica» zitierte das Kirchenoberhaupt am Sonntag unter anderem mit den Worten, es gebe auch pädophile Kardinäle. 

Papst Franziskus habe überdies im Interview eine mögliche Veränderung des Zölibats angedeutet. Für die Zölibatsfrage gebe es «Lösungen, und ich werde sie finden», habe Papst Franziskus gegenüber der Tageszeitung gesagt.

Die Vorschrift zur Ehelosigkeit sei «900 Jahre nach dem Tod unseres Herrn» erlassen worden, zitiert die Zeitung den 77 Jahre alten Argentinier weiter. Die Zölibatsfrage sei in seinen Augen «ein Problem, aber kein vordringliches». Und ein Problem, das Zeit benötige. 

Papst gab der Zeitung «kein Interview im Wortsinn»

Vatikansprecher Federico Lombardi beeilte sich nun mittzuteilen, der Papst habe dem Blatt «kein Interview im Wortsinn» gegeben. Laut «La Repubblica» sagte Franziskus dem 90-jährigen Zeitungsgründer Eugenio Scalfari unter Hinweis auf Angaben von Mitarbeitern des Vatikans, der Anteil pädophiler Geistlicher in der katholischen Kirche liege «bei zwei Prozent». «Unter diesen zwei Prozent sind Priester und sogar Bischöfe sowie Kardinäle», wurde der 77-jährige Argentinier zitiert. 

«Dies ist keinesfalls ein Interview im herkömmlichen Wortsinn», reagierte Lombardi prompt. Der Zeitung warf der Vatikansprecher vor, «arglose Leser zu manipulieren». Das abgedruckte Interview geht auf ein Gespräch Scalfaris mit dem Papst zurück – bereits das dritte, das beide Männer führten. Scalfari gilt als angesehener Journalist und überzeugter Atheist. 

Weiter gab Lombardi gab in seinem Dementi an, die Zitate zum Zölibat entsprächen den Äusserungen des Papsts im Gespräch mit Scalfari ebenso wenig wie jene zu pädophilen Kardinälen.

Papst Franziskus pflegte selber Frauen-Beziehungen

Klar ist, Franziskus selbst pflegte über Jahre hinweg engen Kontakt mit der Witwe des argentinischen Ex-Bischofs Jerónimo Podestà. Podestà hatte sich während seiner Zeit als Bischof in seine Sekretärin verliebt, war aus seinem Amt ausgeschieden und hatte geheiratet. Allerdings hatte der Papst zuletzt an der Enthaltsamkeits-Klausel festgehalten.

Bislang gibt es nur sehr wenige Lockerungen. Anfang der Sechzigerjahre beschloss das Zweite Vatikanische Konzil, verheirateten Priestern der katholischen Ostkirchen eine «heilige Berufung» zuzugestehen. 

Der Papst hatte vor einer Woche Opfer sexuellen Missbrauchs im Vatikan empfangen. Die katholische Kirche wurde in der Vergangenheit durch zahlreiche Missbrauchsfälle weltweit erschüttert. (gam/afp/sda)



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Brikne, 20.7.2017
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