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Gina-Lisa Lohfink als sie am 27. Juli ein erstes Mal vor Gericht erschien. 
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Gina-Lisa Lohfink vor Gericht – die 6 wichtigsten Fragen und Antworten zum Fall

Gina-Lisa Lohfink soll zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt haben. Im Strafverfahren gegen das Model will nun auch der zweite mögliche Vergewaltiger aussagen. Die Fragen und Antworten zum Prozess.

07.08.16, 22:22 08.08.16, 06:47


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Worum geht es?

Das Amtsgericht Tiergarten muss die Frage klären, ob Gina-Lisa Lohfink Pardis F. und Sebastian C. zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hat. Die beiden Männer hatten im Juni 2012 Sex mit Lohfink und machten Filmaufnahmen davon. Teile der Videos kursieren seit Jahren im Internet. In einigen Sequenzen ist zu sehen, wie Lohfink «Nein» und «Hör auf» sagt.

Wie kam es zum Verfahren?

Die Staatsanwaltschaft hält Lohfinks Vergewaltigungsvorwurf für unbegründet. Es handele sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Demnach bezogen sich Lohfinks Worte «Nein» und «Hör auf» auf das Filmen. Ende 2015 bekam Lohfink einen Strafbefehl über 24'000 Euro wegen falscher Verdächtigung. Weil das Model nicht zahlen wollte, steht es nun vor Gericht.

Die Ermittlungen nach einer Anzeige Lohfinks wegen Vergewaltigung wurden eingestellt. Pardis F. und Sebastian C. erhielten aber Strafbefehle wegen der Verbreitung des Sexvideos. Pardis F. akzeptierte die Sanktion. Sebastian C. war nicht auffindbar, sein Strafbefehl konnte nicht zugestellt werden. Seinem Anwalt zufolge wird er den Strafbefehl nicht akzeptieren. In dem Fall dürfte es zu einem neuen Verfahren kommen – mit dem 32-Jährigen statt Lohfink auf der Anklagebank.

Lohfink am ersten Tag der Verhandlungen.
Video: watson.ch

Was hat der Prozess bis jetzt ergeben?

Bislang hat das Gericht unter anderem mehrere Zeugen gehört. Pardis F. sagte, man habe einvernehmlich Sex zu dritt gehabt. Lohfink habe «alles voll mitgemacht», das Model sei auch nicht weggetreten gewesen. Lohfink behauptete bei der Polizei, sie habe in der Nacht einen Filmriss gehabt, sich später gefühlt, als hätte man ihr K.-o.-Tropfen verabreicht. Unstreitig ist, dass Lohfink an dem Abend viel Alkohol trank.

Lohfinks ehemalige Managerin Alexandra S. sagte, sie glaube dem Model, das Verfahren wegen falscher Verdächtigung sei unfassbar.

Was ist vom Verhandlungstag diesen Montag zu erwarten? 

Das Gericht will Sebastian C. als Zeugen hören. Am Freitag tauchte er wieder auf und wies die Vorwürfe gegen ihn via Sat.1-Frühstücksfernsehen zurück. «Es waren keine Drogen im Spiel, und es hat auch keine Vergewaltigung stattgefunden. Ich habe nicht eine Sekunde gedacht, dass sich das ‹Hör auf› auf den Sex beziehen könnte», zitierte die «Bild»-Zeitung aus dem Sat.1-Interview des 32-Jährigen. Der frühere VIP-Manager werde am Montag alle Fragen beantworten, kündigte Anwalt Gerlach an.

Vor dem Gericht werden wie schon zum Prozessauftakt Unterstützer erwartet, die für Lohfink demonstrieren wollen. Möglicherweise könnten auch schon die Plädoyers gehalten werden. Angesichts des überraschend aufgetauchten Zeugens ist offen, ob ein Urteil fällt.

Lohfink im Jahre 2013. Unter anderem machte sie bei  «Germany's Next Topmodel» mit. Bild: Getty Images Europe

Warum bekommt der Fall so viel Aufmerksamkeit? 

Der Prozess hat Lohfink zur Symbolfigur in der Debatte gemacht, was eine Vergewaltigung ist und was nicht. Kritiker meinen, Lohfinks Äusserungen in dem Video liessen sich sehr wohl als eindeutige Willensäusserung Lohfinks gegen Sex verstehen. Sie sehen Lohfink als Opfer einer voreingenommenen Justiz.

Zudem befeuerte der Fall auch die Diskussion über ein strengeres Sexualstrafrecht in Deutschland. Ende Juli wurde es vom Bundestag beschlossen. Es verankert den Grundsatz «Nein heisst Nein» im Gesetz. (Die Hintergründe zu dem Gesetz findest du hier.)

Lohfinks Prominenz verschafft dem Fall zusätzliche Aufmerksamkeit. Sie nahm 2008 an «Germany's Next Topmodel» teil, war bei «Big Brother» und in «Gina-Lisas Welt» sowie als Sängerin und Werbefigur für Erotikmessen zu sehen.

Demonstranten, die sich mit Lohfink solidarisieren.  Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Ist die juristische Auseinandersetzung mit dem Urteil beendet?

Derzeit eher unwahrscheinlich. Die beiden Männer haben Strafanzeige gegen Lohfink erstattet. Sie werfen ihr falsche Verdächtigung, Verleumdung, Beleidigung und üble Nachrede vor. Anwalt Gerlach, der Pardis F. und Sebastian C. vertritt, kündigte weitere Strafanzeigen an, sollte Lohfink sich weiter «verleumderisch» äussern. «Es wird jetzt konsequent angezeigt.»

Hintergrund ist, dass Lohfink nach der Zeugenaussage von Pardis F. öffentlich ihre Vorwürfe wiederholt haben soll. Sie habe vor Kameras gesagt, F. lüge «rotzfrech».

ulz/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • reputationscoach 08.08.2016 11:50
    Highlight Jeder und Jede hat das Recht auf eine ordentliche Verteidigung und Gerechtigkeit. Brisant ist hier das "Zweitklassen - Denken", weil Frau Lohfink in der Erotikbranche tätig war.
    11 7 Melden

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