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PARK CITY, UT - JANUARY 25: Executive producer Lena Dunham of

Lena Dunham polarisiert: Auch mit ihrer neuen Kolumne im «New Yorker», in der sie ihren jüdischen Freund mit ihrem Hund vergleicht. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Lena Dunham macht ein Quiz für eine Zeitung: «Hund oder jüdischer Freund?» – Jetzt wird sie als Antisemitin verschrien 

Lena Dunham hat in einem Artikel für den «New Yorker» ihren jüdischen Freund mit ihrem Hund verglichen. Daran ist in den USA ein Streit entbrannt: Ist das noch Humor oder schon Antisemitismus?

30.03.15, 20:09


Ein Artikel von

35 Punkte umfasst das Quiz, das US-Schauspielerin Lena Dunham den Lesern in der aktuellen Ausgabe des «New Yorker» stellt. Sie listet Charakterzüge, Eigenschaften und Begebenheiten auf. Die Leser sollen entscheiden, ob sie auf ihren Hund oder ihren jüdischen Freund zutreffen.

Die meisten Aussagen, die Dunham aufgeschrieben hat, sind profan: «Wir lieben es, den Sonntagmorgen stundenlang im Bett zu verbringen.» Oder: «Ich habe mehr Follower bei Instagram als er.»

Screenshot von Dunhams Quiz «Dog or Jewish Boyfriend?» bild: newyorker

Doch in der Liste stehen auch folgende Punkte: «Er gibt kein Trinkgeld.» Und: «Er nimmt niemals sein Portemonnaie irgendwo mit hin.» Ausserdem: «Er kommt aus einer Kultur, in der Mütter ihre komplette Aufmerksamkeit ihrem Nachwuchs widmen und ihr eigenes Bedürfnis nach Unabhängigkeit als Frauen nicht erkennen. Sie werden von ihren Kindern ausgesaugt, die sie sofort verlassen, sobald sie passende Kumpels finden.»

Mit ihrer Kolumne hat sich Dunham den Zorn jüdischer Interessenverbände zugezogen. Abe Foxman, Chef der Anti-Defamation League (ADL), nannte die Witze geschmacklos: «Sie spielen mit beleidigenden Stereotypen über Juden.» Er verstehe, dass Humor grundsätzlich Geschmackssache sei. Trotzdem sei die ADL überrascht, dass der «New Yorker» den Artikel abgedruckt hat.

Lena Dunham poses for a portrait in the Tribeca neighborhood of New York, Thursday, March 29, 2012. (AP Photo/Charles Sykes)

Manche Juden in den USA fühlen sich von dem Vergleich angegriffen und werfen ihr vor, antisemitische Vorurteile zu bedienen. Bild: AP

«Entspannt euch!»

Der Chefredakteur der Zeitschrift, David Remnick, verteidigt sich: «Abe Foxmans Erklärung im Namen der ADL ist seltsam.» Und weiter:

«Die Geschichte jüdischer Komik ist geprägt davon, dass man mit Stereotypen spielt und sich über sie lustig macht.»

Doch auch auf «Kveller», einem jüdischen US-Onlineportal, regt sich heftige Kritik. «Stellt euch denselben Artikel mal mit der Überschrift vor 'Hund oder schwarzer Freund? Ein Quiz',» schreibt die Kolumnistin Jordana Horn. «Diesen Artikel würde man sich wohl eher in einem Newsletter des Ku Klux Klan als im ‹New Yorker› vorstellen, oder?» Es sei besonders verletzend, dass die Statements von Lena Dunham kommen, einer Frau, die sie eigentlich möge.

Foxman und Horn kritisieren schon allein den Vergleich zwischen einem Hund und einem Juden. Schliesslich hätten nicht nur die Nazis Juden und Hunde gleichgesetzt, ähnliches passiere heute auch in islamischen Ländern. Horn fragte Dunham sogar, ob sie stolz auf ihre Degradierung der Juden sei:

«Überall auf der Welt gibt es nicht so nette Leute, die Juden und Hunde auf eine Stufe stellen. Willkommen in ihren Reihen, Lena. Bist du stolz darauf?»

Doch es gibt auch Stimmen, die Dunham in Schutz nehmen. «Entspannt euch, Lena Dunham ist keine Antisemitin. Sie ist einfach nicht lustig», schreibt Allison Kaplan Sommer für die israelische Zeitung «Haaretz». Dunham sei schliesslich selbst Jüdin. Das Hauptproblem an dem Artikel sei, dass sie Insiderwitze über «uns Juden» mache, der Artikel sich aber lese, als ob eine Nicht-Jüdin über ihren jüdischen Freund schreibe.

 LENA DUNHAM | JEMIMA KIRKE | ALLISON WILLIAMS | ZOSIA MAMET

Lena Dunham und ihre Girls-Kolleginnen Jemima Kirke, Zosia Mamet und Allison Williams.

Das umstrittene Quiz biete nun all jenen die Gelegenheit, sich auf Dunham zu stürzen, die sie wegen ganz anderer Dinge hassten, schreibt Sommer. Wegen ihres Erfolgs mit der Serie «Girls», wegen ihres Verhältnisses zu Nacktheit und Sex oder dafür, dass sie im Alter von 26 Jahren einen Buchvertrag über 3.7 Millionen US-Dollar für ihre Autobiographie «Not That Kind of Girl» unterschrieben hat.

LONDON, ENGLAND - OCTOBER 29:  Lena Dunham meets fans and signs copies of her book 'Not That Kind Of Girl' at Waterstones, Piccadilly on October 29, 2014 in London, England.  (Photo by Stuart C. Wilson/Getty Images)

Lena Dunham unterschreibt ihre Autobiographie. Bild: Getty Images Europe

Dunham selbst hat bislang nicht auf die Vorwürfe reagiert. Ihr Freund Jack Antonoff und ihr Hund Lamby übrigens auch nicht.

(syd)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zettie94 31.03.2015 10:04
    Highlight Jetzt wird schon einer Jüdin Antisemitismus vorgeworfen... Nur weil ihre Witze nicht lustig sind, sind sie noch lange nicht antisemitisch.
    8 0 Melden
  • Alnothur 30.03.2015 23:12
    Highlight Watson, euer Niveau sinkt und sinkt und sinkt...
    3 4 Melden

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