Populärkultur

Star-Geiger David Garrett war nach eigenen Angaben von Oktober 2014 bis Februar 2016 mit der Pornodarstellerin Ashley Youdan zusammen. Bild: EPA/DPA

Star-Geiger David Garrett: «Was in Schlafzimmern passiert, geht niemanden etwas an»

David Garrett soll seine Ex-Freundin Ashley Youdan zu Gewaltsex gezwungen haben. Stimmt nicht, sagt der Star-Geiger in einem Interview. Und will sich nun möglicherweise juristisch wehren.

12.06.16, 13:43 12.06.16, 14:06

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Im Streit um Gewaltsex-Vorwürfe hat Star-Geiger David Garrett seiner Ex-Freundin Ashley Youdan mit juristischen Schritten gedroht. «Die Veröffentlichung von Details aus meinem Intimleben erfüllt den Tatbestand des Rufmordes», sagte Garrett der «Welt am Sonntag». «Irgendwann ist auch mal Schluss. Eine Gegenklage von meiner Seite ist jedenfalls nicht ausgeschlossen.»

«Ich habe noch nie jemandem Gewalt angetan – auch Ashley nicht.»

Die frühere US-Pornodarstellerin behauptet, Garrett habe sie körperlich und psychisch misshandelt und zu harten Sexualpraktiken gezwungen. Medienberichten zufolge verklagt sie den Geiger.

Garrett äusserte sich im Interview zwar nicht konkret zu den Vorwürfen, betonte aber: «Ich habe noch nie jemandem Gewalt angetan – auch Ashley nicht.» Er habe sie nie zu sexuellen Praktiken gezwungen. Alles zwischen ihnen sei einvernehmlich geschehen. «Was in Schlafzimmern passiert, geht niemanden etwas an.» Youdan sei «die grösste Enttäuschung meines Lebens».

In zwei Frauen verliebt

Garrett hatte die 28-Jährige 2014 kennengelernt, im Februar trennte sich das Paar. Garrett räumte ein, er habe zeitweise neben Youdan eine zweite Freundin gehabt, ohne die beiden Frauen einzuweihen. «Ich war in zwei Frauen verliebt.» Er habe sich nicht für eine von beiden entscheiden können. Heute wisse er, dass dieses Verhalten ein Fehler gewesen sei, weil er Menschen verletzt habe.

«Ich bin kein Verbrecher. Ich bin Musiker, ein sehr guter Musiker. Ich bin auch Mensch.»

In dem Interview wurde Garrett auch mit einem Satz aus einem früheren Interview konfrontiert. Damals hatte der Geiger gesagt: «Das Tolle ist, dass man beim Sex auch mal grob sein kann. Mit meiner Geige gehe ich viel zärtlicher um, ein Kratzer an der Geige heilt nicht, an einer Frau schon.»

Dazu sagte Garrett, er habe damals lediglich betonen wollen, wie vorsichtig er mit seiner Geige umgehe, weil sie sehr teuer sei. «Ich habe inzwischen gelernt, dass das von mir unglücklich und missverständlich formuliert war.»

Die mediale Berichterstattung der vergangenen Tage habe ihn mitgenommen, sagte Garrett, der dem Bericht zufolge derzeit im Urlaub ist. «Ich muss die Berichte über mich verfolgen. Mir bleibt nichts anderes übrig. Leicht fällt mir das nicht. Geht mir nicht gut dabei.» Er betonte: «Ich bin kein Verbrecher. Ich bin Musiker, ein sehr guter Musiker. Ich bin auch Mensch.» (sms/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Klaus K. 12.06.2016 17:55
    Highlight Scheint fast zur Normalität geworden, dass ein Grossteil der Promis nach der Trennung von ihren Frauen mit Vergewaltigungsvorwürfen eingedeckt werden.
    40 8 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 12.06.2016 20:39
      Highlight Missbrauch mit Missbrauchsvorwürfen sind auch in Kampfscheidungen alltäglich, in denen regelmässig sogar noch härtere Vorwürfe von Kindsmissbrauch in Raum gestellt werden, um zB. Sorgerechtsfragen zu klären.
      23 0 Melden
  • bärnergiu 12.06.2016 17:48
    Highlight Geht nach dieser Logik ein Mord auch niemanden etwas an, sofern er im Schlafzimmer begangen wurde? Hat also jede_r von uns einen rechtsfreien Raum in seiner Wohnung? 🙈🙉🙊
    (Wohlverstanden: Das Sexualleben ist privat und geht niemanden etwas an, Straftaten aber sehr wohl!)
    23 48 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 12.06.2016 20:42
      Highlight Problematisch daran ist, dass das Strafverfahren öffentlich ist und die Privatspähre selbst bei unbegründeten Vorwürfen nicht schützt. Es genügt leider und ist relativ einfach, solche Vorwürfe nur glaubhaft zu machen, um das Recht auf Privat- und Intimsphäre des Gegners auszuhebeln und jemanden öffentlich vollkommen nackt vorzuführen.
      21 1 Melden
    • bärnergiu 12.06.2016 22:00
      Highlight Natürlich gilt die Unschuldsvermutung und dieser Zeit ist es auch nicht in Ordnung den Herrn so durch den Dreck zu ziehen. Aber nach meiner Einschätzung hat sich Herr Gartett hier etwas ungeschickt ausgedrückt.
      9 1 Melden
  • Chopfkino 12.06.2016 17:30
    Highlight Wo ist der Unterschied zwischen Vergewaltigung und Gewalt-Sex?
    4 42 Melden
    • pamayer 12.06.2016 18:55
      Highlight Das 'nein', oder das 'stop'.
      24 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 12.06.2016 20:50
      Highlight Gewalt-Sex beruht auf gegenseitigem Einvernehmen. Eine Vergewaltigung kann einvernehmlich sein und zum Fetisch aller Teilnehmer gehören. In der Regel vereinbaren Sado-Maso-Teilnehmer vorab einen eindeutigen Stopp-Code, der dann heisst: STOP! Wer sich einem klaren NEIN widersetzt, macht sich wegen sexueller Nötigung strafbar. Gegenseitig einvernehmliche sexuell motivierte Gewaltakte sind in der Regel Privatsache.
      27 0 Melden

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