Populärkultur

Elton John boykottiert Dolce & Gabbana 

«Synthetische Babys» und «gemietete Gebärmütter»: Die Modeschöpfer Dolce und Gabbana haben zu künstlicher Befruchtung und Leihmutterschaft eine klare Meinung – und deshalb einen prominenten Kunden weniger. Elton John ruft zum Boykott auf.

15.03.15, 16:35 16.03.15, 11:12

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Wer homosexuell ist, muss auf manches verzichten, sagen die italienischen Modeschöpfer Domenico Dolce und Stefano Gabbana. Auf Kinder zum Beispiel. Diese Meinung haben die Designer nun in einem Interview mit der italienischen Zeitschrift «Panorama» geäussert. Darin taten sie ihre Abneigung gegen «synthetische Babys» und «gemietete Gebärmütter» kund.

Domenico Dolce (rechts) und Stefano Gabbana. Bild: Antonio Calanni/AP/KEYSTONE

«Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben. Ich denke, man kann nicht alles im Leben haben ... Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie», sagte Dolce. Er und Gabbana sind offen schwul – genauso wie Elton John.

Elton John und David Furnish mit ihrem Jungen Zachary Furnish-John. Bild: Getty Images North America

Der Sänger hat allerdings Kinder – und ruft nun wegen des Interviews zum Boykott des Modelabels auf. Der Sänger hat mit seinem Mann David Furnish zwei Söhne, die eine Leihmutter zur Welt brachte. «Was nehmt ihr euch heraus, meine wunderbaren Kinder als ‹synthetisch› zu bezeichnen», schrieb John auf Instagram.

Die Designer sollten sich schämen, sich so herablassend über künstliche Befruchtung zu äussern. Diese sei ein Wunder, das es vielen Menschen – heterosexuellen genauso wie homosexuellen – erlaube, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Dann legte der 67-Jährige nach: «Eure archaische Denkweise ist nicht zeitgemäss, genauso wie eure Mode. Ich werde nie wieder Dolce und Gabbana tragen.» Und, wie es sich für einen modernen Rundumschlag gehört, ergänzte John gleich noch das Hashtag #BoycottDolceGabbana.

(ulz/dpa)

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