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bild: zara

Zaras Sortiment des Grauens: Nach Hakenkreuz-Tasche und Judenstern-Shirt kommen jetzt die «Sklaven-Sandalen»

2014 geriet die spanische Modekette Zara in die Kritik, weil sie ein Kindershirt mit einem gelben Stern anbot. Jetzt leistet sich das Unternehmen erneut einen Schnitzer – und reagiert prompt.

08.04.15, 11:29 08.04.15, 15:07

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Die spanische Modekette Zara ist für gelegentliche Fehltritte bei der Vermarktung bekannt. Im Jahr 2007 zog das Unternehmen eine Handtasche aus dem Verkehr, die mit Hakenkreuzen verziert war. Im vorigen Jahr tauchte im Programm ein Kindershirt auf, an dessen Brust ein gelber Stern prangte. Es erinnerte an die Kleidung von KZ-Häftlingen. 

Die Vorgänger der «Sklaven-Sandalen». bild: magicmaman

Die Modemacher versuchten noch, sich mit einer Inspiration durch Sheriff-Sterne herauszureden – und nahmen nach Protesten auch diese Geschmacklosigkeit aus dem Programm. Umso mehr verwundert es, dass Zara aus den Fehlern offenbar kaum Lehren gezogen hat. Am Dienstag gab es auf der deutschen Internetseite «Dreifarbige Sklavensandalen» zu kaufen – für günstige 19.95 Euro. Grün-Blau-Braun. Oder Pink-Rot-Braun. Neuware.

Sklavensandalen? Warum dieser Name? Sollen sich die Besitzer wie Unterdrückte fühlen? Oder soll der Name womöglich darauf hinweisen, dass die Sandalen unter sklavenähnlichen Bedingungen produziert werden? Viele grosse Modeketten stehen seit Langem in der Kritik, weil sie in Billiglohnländern schneidern lassen.

«Produktbezeichnung der Sandale umgehend geändert»

Nach einer Anfrage von Spiegel Online reagierte Zara Deutschland am Nachmittag prompt. Man wolle «gerne informieren», dass Zara «die Produktbezeichnung der Sandale umgehend geändert hat», nachdem man «Kenntnis über diesen Übersetzungsfehler erhalten» habe. Ganz generell akzeptiere Zara «in keiner Weise jegliche Art von offensivem oder respektlosem Verhalten einer Person oder Gemeinschaft gegenüber».

Seit wann die Sandalen im Angebot waren, wo sie hergestellt wurden, worin der Übersetzungsfehler bestand – all diese Fragen beantwortete das Unternehmen nicht.

Am Abend stand die Offerte noch immer im Netz.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 21:31
    Highlight Zum Stern: Es ist ein Stern mit 6 Zacken. Na und? Die gab es genauso wie die Swastika längst vor dem Krieg. Wann in der Geschichte der Menschheit darf man wieder gelbe sechszackige Sterne und eine Swastika zeichnen ohne, dass Übereifrige gleich wieder das Böse darin sehen?
    Übrigens das den Christen so heilige Kreuz sah man in den ersten Jahrhunderten dieser Religion nur ungern. Weil es das Böse zeigte. Und jetzt? oder: Gute Christen falten nie die Hände beim Beten. Das tun nur Heiden. Und jetzt? etc.
    Man kann Political Correctness echt übertreiben. Die Energie könnte man effektiver einsetzen.
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  • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 21:21
    Highlight Ein korrektes Hakenkreuz steht immer auf der Spitze. Dieses Symbol hier liegt wie eine Swastika auf der Seite. Auch in die Sonne passt es. Denn in einigen Kulturen ist das ein Sonnensymbol.

    Ohne das Drama des Krieges herabwürdigen zu wollen, find ich es grundfalsch, ein so ur(!)altes Symbol radikal zu verteufeln. Australien ist der einzige Kontinent, auf dem es keine Funde dazu gibt. Zum Teil ist das Symbol so alt, dass es gar auf Höhlenzeichnungen erscheint. Ich könnte eine Liste von Kulturen weltweit erstellen, die das Symbol nutzen.
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  • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 16:02
    Highlight Uiuiui Sklavendiskriminierung. Merke: Sklaven werden nicht durch Schuhe in ihrer Würde verletzt sondern schlicht und ergreifend durch die Tatsache, dass sie überhaupt Sklaven sind. Die Reaktionen auf die Zara Schuhe, wie im übrigen auch auf das Kleid mi dem Stern, sind dummes politisches Korrektheit Gehabe
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  • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 14:06
    Highlight Das Kindershirt mit dem Judenstern ist einfach nur grausam. So was geht nicht. Eine Sandale als "Sklavensandale" zu vermarkten ist schlicht geschmacklos. Eine Swastika auf einer Handtasche, ohne jeglichen Bezug zu den Nazis, finde ich persönlich jedoch absolut unproblematisch. Schliesslich wurde dieses Zeichen eine relativ kurze Zeit von den Nazis missbraucht. Die Swastika ist aber uralt und steht in Asien für etwas durchwegs positives. Das Kreuz wird auch verwendet, obwohl es im Mittelalter von den Kreuzrittern bei ihren Massenmorden getragen wurde.

    Aber Gratulation an die Marketingabteilung
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  • Alex23 08.04.2015 13:31
    Highlight Zara gehört zu den Unternehmen, die sich durch besonders unrühmliche Produktions- und Vermarktungsbedingungen auszeichnen.
    Ihre vermeintlichen kleinen "Versehen" sind letztlich nur Ausdruck dessen, was da wirklich abgeht.
    Fazit: Einfach nichts bei denen kaufen.
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    • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 14:55
      Highlight Bitte nenne mir ein Unternehmen, dass unter anständigen Bedingungen produziert. Ausser ein paar winzig kleinen Ökounternehmen, wirst Du kaum eines finden. Die grossen Firmen lassen alle im Ostern produzieren und das sicherlich nicht, weil sie Wert auf gute Anstellungsbedingungen und den Umweltschutz legen. So lange du keinen selbstgewebten und handgefärbten Hanfpulli trägst, machst du dich mitschuldig.
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  • EvilBetty 08.04.2015 13:00
    Highlight Sie haben schon was gelernt: Gratis Werbung in allen Medien.
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    • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 13:22
      Highlight kauf sie mir trotzdem nicht :P
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  • Giorgia 08.04.2015 12:16
    Highlight Zara hat dies sicher extra gemacht! Hauptsache sie kommen in den Medien.. (Gratis Werbung)
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