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Ein bisschen Zuneigung, ja, aber bitte keine Verantwortung. Frei wollen wir sein! bild: tumblr/basteteyes

Wir sind die Generation Y. Wir suchen die Liebe, wollen aber keine Beziehung. Wie das gehen soll, steht im folgenden Manifest

Wir wollen alles haben ausser Verantwortung. Wir wollen Liebe, aber hinfort mit all den Besitzansprüchen und einengenden Bedingungen! Die Generation Y ist in diesem Paradox zuhause. Wie kann man darin anständig leben? 

15.07.15, 13:35 16.07.15, 13:45

Wir sind die Generation Y. 

Yolo ist unser Wort.

Wir sind die Kinder des Moments.

Die meisten von uns, die wir irgendwann zwischen 1990 und 2010 Teenager waren, haben den Glauben an die ewige und einzige Liebe verloren. Oder zumindest verstecken wir ihn unter einer gehaltvollen Schicht Zynismus, mit der wir dann diabolisch über die hohe Scheidungsrate lachen und die Ehe als ein heillos überholtes Relikt aus einer Zeit verschreien, in der man noch keine Selbstverwirklichung betrieben hat. Mit dieser nämlich ist ein kolossaler Egoismus in unsere Köpfe gestiegen, von wo aus er gierig bis in unsere Herzen fingert. 

Kompromisse zu machen bedeutet den ersten Schritt zur Selbstverleugnung. Sowas tun wir nicht. 

Wir wollen alles. Und vor allem unsere Freiheit. 

Wir sind, wie Sartre sagt, dazu verurteilt, frei zu sein. Wir werden ungefragt in die Welt geworfen. Nur sind wir leider auch ein bisschen verantwortlich für das, was wir tun. 

Verantwortung mögen wir aber nicht. 

Dennoch müssen wir mit unserem Freiheitsdrang anständig umgehen. Für die Liebe. Denn ohne sie können wir nicht sein. Und ohne sie wollen wir ganz sicher nicht sterben. 

bild: imgur

5 Grundregeln für den stilvollen «Mingle»

«Sorry, aber äh, i bi ebä beziehigsunfähig.» 

Mit diesem Satz outet sich ein typischer Abkömmling der «Y»-Jugend. Und weil er keine «normale» Beziehung haben kann, aber dennoch nicht sexuell brach liegen will, hat sich dieser postmoderne Mensch ein neues Konzept für die Liebe erschaffen. 

Was zum Geier ist ein Mingle?

Die Wortschöpfung ist aus den englischen Begriffen «mixed» und «single» entstanden. Ein Mingle hat also sozusagen eine Halb-Beziehung. Er ist halb Single und halb in einer Beziehung, die sich aber von einer «normalen» Partnerschaft darin unterscheidet, dass sie unverbindlich ist. 

Er hat eine lockere Affäre, einen Freund, dem man gewisse Vorzüge einräumt, oder er fristet das Dasein eines Mingles (siehe Infobox). Gut, haben wir ein neues Wort, das jetzt endlich das definiert, was per Definition nicht definiert werden will. Denn es geht um mehr Luft und weniger Korsett. Man stellt keine Bedingungen an den anderen. Keine Besitzansprüche. Keine Monopole. Und man ist nicht ständig verfügbar, sondern nur dann, wenn man Lust hat. 

Das Naturrecht eines jeden Mingles. montage: watson

So sieht zumindest die verheissungsvolle Theorie aus. Absolute Freiheit bei null Verantwortung. 

Aber wir sind Menschen. Wir haben Gefühle. Die lassen sich furchtbar schlecht in ein Modell pressen. Deswegen sollte man sich bei aller Liebe zur Freiheit an ein paar Grundregeln halten. 

1. Von den stilvollen Tätigkeiten

bild: ayblog

Um eine stilvolle Geschichte mit jemandem zu haben, muss man stilvolle Sachen zusammen machen. Man bumst nicht einfach nur rum und verschwindet dann wieder. Man schätzt mehr als nur das Geschlechtsorgan des anderen. Das fängt damit an, dass man sich am ersten Morgen danach nicht einfach davonschleicht. Ausser die Nacht war grauenhaft. Dann darf man das. Dann hat das Ganze sowieso keine Zukunft. Aber nett ist es natürlich nicht. Andererseits ist ein Karnickel-Akt auch nicht nett.

Wir nehmen also an, dass dieses Zusammensein ganz und gar berauschend war. Also macht der, bei dem man zuhause gelandet ist, Zmorge. Das heisst nämlich nicht gleich, ich will dich auf der Stelle ehelichen. Das heisst nur danke, es war schön mit dir. Wer in einem Spiegelei mehr sehen will, bitte schön. Aber eben. Es ist ein SPIEGELEI. Und wenn du Glück hast, kommt es mit ein bisschen Speck daher. 

Danach steht euch die Welt offen: Kocht zusammen oder füreinander, tanzt, singt, trinkt guten Wein, verlasst das Bett für zwei Tage nicht mehr, lacht, geht an gute Konzerte, ins Theater, ins Kino, in den Swingerclub. 

2. Sag niemals diesen blöden Satz: «Verliebe dich einfach nicht in mich.»

Toll, Kevin. Montage: watson

Nur ein arroganter Unsympath sagt sowas. Und wie kann man überhaupt dermassen gegen das Verliebtsein sein? Es ist ein zu prächtiges Gefühl, das nicht immer gleich bedeutet: Jetzt will ich aber den Rest meines Lebens mit der Zielperson meiner Verliebtheit zusammen sein. Sie kann einen Tag dauern, manchmal ist sie so harmlos wie eine mittelschwere Schwärmerei. Also warum kann man ihr nicht einfach frönen und diesen guten Moment einfach zulassen ohne sich gleich in die Hosen zu machen? 

Dieser hässliche Satz wird so oft gesagt, weil man sich damit der Verantwortung entziehen will. Nehmen wir Kevin und Jessica als Beispiel. Kevin sagt der Jessica von Anfang an klipp und klar: «Los etz, Jessica. Verlieb dich nicht in mich. Ich will keine Beziehung.» 

Kevin und Jessica verbringen zwei wunderbare Monate zusammen. Sie betrinken sich, erzählen sich dumme Witze, sie lachen, sie schlafen zusammen, sie haben unglaublich guten Sex. Jessica verliebt sich. Und Kevin sagt: «Ich habe es dir doch von Anfang an gesagt.» Dann geht er von dannen mitsamt dem sicheren Gefühl, dass ihn die Jessica und ihre Verliebtheit absolut nichts mehr angehen. 

3. Was zu tun ist, wenn sich eine Person so richtig fest verliebt und die andere irgendwie nicht

Unangenehm, aber nötig.  Montage: watson

Einer von beiden verliebt sich fast immer. Daran sieht man nochmals, wie dermassen überflüssig die Aufforderung ist, es nicht zu tun. Das Konzept dieser Halb-Beziehungen will und kann keine Dauerhaftigkeit leisten. Es wird als Übergangsmodell verstanden: Entweder es endet in einer «richtigen» Beziehung oder am Schlussstrich, hinter dem irgendwo der nächste willige Mingle lauert. Jessica will die erste, Kevin die zweite Option. 

Kevin muss jetzt auch nicht wochenlang mit der Jessica zusammen weinen. Aber man darf eine Person, mit der man eine gute, intensive und intime Zeit verbracht hat, nicht einfach mit dem Verweis auf diesen einen armseligen Satz «Verlieb dich einfach nicht in mich» abspeisen. Respekt ist auch zwischen Mingles wichtig. Auch Kevin sollte sich zu Jessica setzen, ihrem vom Schmerz erstickenden Stimmchen horchen und ihr erklären, warum er sie nicht will. Nur so fühlt sie sich nachher nicht wie ein Kaugummi, dem man zuerst gierig den ganzen Geschmack herausgekätscht hat, um ihn danach in die Gosse zu spucken. 

4. Was zu tun ist, wenn man die ganze Geschichte aus anderen Gründen beenden will

Montage: WATSON

Vielleicht hat aber auch Jessica die Schnauze voll vom Kevin. Vielleicht kocht er schlecht. Oder er versteht ihre Witze nicht. Und hat zu allem Übel auch noch Mundgeruch. Womöglich ist er auch im Bett nicht gerade der Hit. Was auch immer die Gründe sein mögen, dieses französische Dings geht nicht. Mindestens ein SMS muss drin liegen. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

bild: watson

OPTION A)

bild: watson

OPTION B)

Umgekehrt kann natürlich auch das Fleisch das Problem sein. bild: watson

OPTION C)

Alternativ ist auch eine Sinneskrise möglich. bild: watson

OPTION D) 

Sowas geht natürlich nur, wenn Kevin wirklich doof ist. bild: watson

5. Kurz und knapp zusammengefasst

Respekt ist alles. 

«Wir haben eine solch grosse Idee von der Seele des Menschen, dass wir es nicht ertragen können, von einer solchen verachtet zu werden, und nicht in ihrer Achtung zu stehen; alles Glück der Menschen besteht in dieser Achtung.»

Blaise Pascal 

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Braun Pascal 20.07.2015 12:56
    Highlight das ist die Generation die auf offener Strasse angefahren werden weil sie verflucht nochmal nicht mehr ihre Finger vom Handy lassen können..
    39 17 Melden
  • stef2014 16.07.2015 12:05
    Highlight "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." Sokrates, ca. 469 VOR Chr.

    Man tut den Jungen Unrecht, wenn man sie schubladisiert und darstellt, als wären sie eine nie dagewesene Inkarnation von Schlecht, Egoistisch etc.
    97 8 Melden
  • kebabverkaufer 16.07.2015 10:02
    Highlight Wieso tun hier alle so, als ob der Mensch ein monogames Tier wäre? Die Verbindung von Verantwortungslosigkeit und keine Beziehung wollen ist Engstirnig und Reisserisch. Wirklich schlechter Artikel.
    19 41 Melden
    • sleeper 16.07.2015 18:40
      Highlight Wir leben heute in einer Gesellschaft in der bereits über die Legalisierung der polygamen Ehe diskutiert wird. Allerdings hat Jeder bereits die Möglichkeit Polygam zu leben, falls er/sie dies wünscht. Das Problem, welches in diesem Artikel angesprochen wird, ist nicht Monogamie oder Polygamie, sondern die fehlende Konsequenz zu seinen/ihren Entscheidungen zu stehen und auch die entsprechende Verantwortung dafür zu übernehmen.
      56 4 Melden
  • Menel 16.07.2015 09:56
    Highlight Jede Generation ist das Produkt der vorangegangenen. Viele von uns Y-ern hat bei den eigenen Eltern gesehen, dass dieses Grundkonzept, von Ehe und bis das der Tod uns scheidet, über längere Zeit nicht wirklich funktioniert. Wir stecken momentan in einem Vakuum. Vieles ist im Umbruch, alte Strukturen werden aufgelöst und jeder probiert da seinen eigenen Weg zu finden. Blind, weil man nicht mehr einem vorgepfadeten Weg folgen kann. Mingle ist einer dieser Wege. Was sich schlussendlich etablieren wird? Die Zeit wirds zeigen. "Bis das der Tod uns scheidet" wird es aber wohl mehr kaum sein.
    59 14 Melden
    • Peschamel 03.08.2016 10:05
      Highlight Bei meinen Eltern hat es funktioniert. Tut es immer noch. Wir haben die Freiheit, eigene Wege zu gehen, die nicht vorbestimmt sind. Deswegen müssen wir uns ja nicht alles nachmachen. Was fehlt, ist vielleicht etwas Mut?
      12 0 Melden
  • mastermind 16.07.2015 09:38
    Highlight bien joué. Ein sehr guter ehrlicher Artikel
    26 6 Melden
  • SVRN5774 15.07.2015 18:15
    Highlight Ich möchte nur einen oder gar keinen.
    Und was ist so schlimm an Verantwortung?
    108 9 Melden
  • niklausb 15.07.2015 17:58
    Highlight @ale01 diese Frauen gibt es sehr wohl und zwar sehr viele. Habe mehrere Freunde bei denen Mami plötzlich auszog und bei einem jüngeren Mann einzog. :-o
    10 4 Melden
  • Petrarca 15.07.2015 16:41
    Highlight Diese selbstverliebten Menschen, die zwar alles wollen, aber für nichts Verantwortung übernehmen, die gab es schon immer. Treffende Begriffe für die existieren schon ewig, da brauchts keine neuen: Egoisten, Nutzniesser, Egozentriker oder einfach nur A***löcher. "Super-Individualisten", die ihre ganze Existenz und asoziale Lebensweise einzig und allein dem Rest der Bevölkerung verdanken, welche entweder noch so was wie Solidaritätsbewusstsein kennen oder aber keine andere Wahl haben, als den Buckel krumm zu machen. Aber statt sich zu schämen feiert man sich selbst und den Zynismus...
    116 23 Melden
    • Capoditutticapi 15.07.2015 18:17
      Highlight Harte, aber wahre Worte
      18 9 Melden
    • danydee 15.07.2015 23:30
      Highlight Also sind Leute, die sich wohler fühlen, ohne die Verantwortung, die eine feste Bindung mit sich bringt selbstverliebte egoistische narzisstische nutzniesserische egozentrische A***löcher, die sich diebisch schämen sollten, weil sie komplett ohne Solidaritätsbewusstsein daherkommen? Also alle? Jeder von denen?
      18 8 Melden
    • saukaibli 16.07.2015 09:32
      Highlight @danydee: Ich denke dasbei geht es nicht nur darum wie man sich gegenüber dem anderen Geschlecht verhält. Ich kenne selber ein paar Junge, sog. Generation Y. Es macht Spass mit denen mal abzufeiern, aber teilweise frage ich mich schon. Kein Job, kein Geld, aber neustes iPhone, fettes Auto, jedes Weekend Ausgang. Und die Deppen von Eltern schiessen noch dauernd Geld ein. Die Generation Y kann nichts dafür so unselbständig und verantwortungslos zu sein, die Fehler machen die Eltern. Wenn man sein Kind verhätschelt wird nun mal nichts draus.
      16 8 Melden
    • 1337pavian 20.07.2015 14:01
      Highlight Der "Jugend von heute"-rant Award geht an: saukaibli!

      Aus psychologischer Sicht hast du gar nicht unrecht; das verwöhnte Kind hat u.U. lebenslänglich Mühe, sich in der Welt zurechtzufinden.
      Nichtsdestotrotz wissen wir, dass gedrillte Kinder eine ebenso schlechte Alternative darstellen.

      Den Artikel findet man doch recht nett, so sehr auch mit irreführenden Überschriften auf facebook geclickbaited wird - das Ganze ist doch irgendwie romantisch.
      11 3 Melden
  • Ale01 15.07.2015 16:17
    Highlight @Asmodeus: warum der Mann? Ich habe von der Familiensituation gesprochen, da gibts wohl nicht so viele Frauen die den Mann und das Kind verlassen, um Spass mit einem jüngeren Mann zu haben. In der Jugend ist das anders, das ist schon richtig.
    2 10 Melden
  • Matthias Studer 15.07.2015 16:06
    Highlight Ich hatte zu viele Zuhör-Gespräche geführt und getrocknete Tränen an der Schulter um das Thema so zu sehen wie die Autorin.
    41 4 Melden
  • sleeper 15.07.2015 15:16
    Highlight Wenn ich so einen Artikel lese, fühle ich mich wieder mal wie ein Alien... Ich gehöre rein vom Alter her auch zur Generation Y. Allerdings kann ich mit der fehlenden Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung meiner Altersgenossen überhaupt nichts anfangen. Bei mir geht einer Beziehung immer eine Freundschaft voraus, in der man sich gegenseitig kennen lernt und verliebt bevor es körperlich wird. Und anschliessend steht man dann auch zu einander. So ein "Zwischending" wäre für mich pure Folter. Wie der Artikel aber gut beschreibt, habe ich mühe eine Frau mit der selben Konsequenz zu finden...
    159 6 Melden
    • Mr_Specter 15.07.2015 15:42
      Highlight meine Rede!
      55 0 Melden
    • Roger Gruber 15.07.2015 20:46
      Highlight Danke, sleeper! Du bist die Zukunft, lass dir von niemandem was anderes einreden.
      36 6 Melden
    • yuny-mylina 16.02.2016 11:30
      Highlight Ich bin eine Frau, welche ebenfalls zur Generation Y gehört, sich jedoch gar nicht mit den genannten Eigenschaften in diesem Artikel identifizieren kann.

      Trotz einiger schmerzlicher Erfahrungen bin ich nie von der Suche nach der wahren, grossen Liebe abgekommen und habe sie nun endlich gefunden.

      Es gibt noch Männer und Frauen in unserem Alter die nicht nur etwas schnelles, unverbindliches suchen und noch wissen, was Loyalität und Liebe ist.
      13 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.07.2015 14:49
    Highlight Wenn ich das lese bin ich irgendwie erleichtert meine Sturm und Drangphase vor mehr als anderthalb Dekaden abgeschlossen zu haben. Es war eine Phase, mehr nicht. Würde ich immer noch in dieser Phase drinstecken hätte ich irgendwie das Gefühl mich nicht weiterentwickelt zu haben. Das könnte man auch als "etwas verpasst zu haben" interpretieren.
    28 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.07.2015 14:31
    Highlight Den arroganten Unsympathen kenne ich nur zu gut.
    27 4 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.07.2015 14:48
      Highlight
      29 5 Melden
  • Asmodeus 15.07.2015 14:26
    Highlight Und manchmal hat man "Pech" und verliebt sich.. und zwar beide. Und man verlobt sich und heiratet sogar.

    Vor 7 Jahren waren wir Mingles. Jetzt sind wir glücklich verheiratet.

    Noooooooooooo
    82 3 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.07.2015 14:50
      Highlight Das ist doch schön! Und vielleicht auch das klammheimliche Ziel vieler Mingles ... Ich hoffe, ihr übersteht das böse siebte Jahr ;-)
      41 2 Melden
    • Asmodeus 15.07.2015 15:21
      Highlight Ich geb dann in nächsten Monat Bescheid ;)

      Ob es für Jeden das Ziel ist weiss ich nicht. Ich hatte Minglereien (oder wie man das auch nennen will) bei denen es im Bett harmonisierte, wir amüsierten uns auch gemeinsam aber beiden war absolut klar, dass wir beziehungstechnisch nie harmonisieren würden. Zu grosse Unterschiede in Sachen Lebensstyl (z.B. Partynudel vs Antialkoholiker) oder Zukunftsvorstellungen.

      Mein Schatz und Ich kamen beide aus anstrengenden Beziehungen und wollten nur Spass haben. Da aber irgendwie alles harmonisierte und wir plötzlich zusammen lebten.... oh well. Denn halt.
      40 4 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.07.2015 16:04
      Highlight Ich bin gespannt! Aber so wie sich das anhört, kann ich mit meinem Zynismus einpacken. ;-)
      21 1 Melden
  • Ale01 15.07.2015 14:26
    Highlight Spätestens wenn Kinder da sind, muss der Mann Verantwortung übernehmen, dann geht zwangsläufig ein Teil der Freiheit verloren und Kompromisse sind an der Tagesordnung, darin sehe ich keine Nachteile. Sollte die Generation Y beim Übertritt ins Familienalter den Egoismus nicht zugunsten der Empathie ein wenig zurückstecken können, so wird der Freiheitsdrang zu Boshaftigkeit. Der Französische Schriftsteller Albert Camus beschreibt in seinem Meisterwerk "l'étranger" sehr gut, was passiert, wenn man sich in einem gewissen Alter nicht auf eine Beziehung einlassen kann/will.
    Ich verteufle die Jugend von heute nicht, jede Generation von jungen Leuten hat nach noch mehr Spaß gesucht, aber irgendwann wird man erwachsen.
    29 6 Melden
    • Asmodeus 15.07.2015 15:24
      Highlight Wieso "Der Mann"?

      Sex ohne Verantwortung haben zu wollen ist kein rein männliches Verhaltensmuster? Frei nach EAV.

      "Der Mann ganz allein, sagt man allgemein, betrügt stets die Frau und ist das Schwein. Jedoch, ganz im vertraun, auf tausend Männer, hör und staun, kommen tausend Luderfraun.
      Drum denke nach, und sei gerecht, alleine bumsts sich schlecht."
      53 1 Melden
  • Capoditutticapi 15.07.2015 14:24
    Highlight Veto. Ich bin ein 91er und bin diesbezüglich noch ganz altmodisch. Ich bin in einer glücklichen Beziehung und von mir aus kann die andauern bis der Tod mich und meine Partnerin scheidet. Verliebtheit geht vorüber, wahre Liebe bleibt.
    68 4 Melden
    • Sveitsi 15.07.2015 15:22
      Highlight Selten, aber schön. Meint eine ebenfalls 91erin.
      31 2 Melden
  • G-Man 15.07.2015 13:55
    Highlight Süss wie solche Sachen immer wieder einen neuen Namen bekommen um einen "völlig neuen Lebensstil einer Generation" zu manifestieren.

    Vor ein paar Jahren nannten wir das noch "Friends with Benefits" jetzt sind es Mingels, noch früher war es bestimmt noch was anderes.

    Dabei gehts immer ums gleiche. In den Zwanziger das Gefühl haben etwas besseres kommt. Bis es dann kommt und man plötzlich merkt wir blöd alles vorher war.
    51 1 Melden
    • buco 15.07.2015 14:46
      Highlight Bzw. und das ist viel wahrscheinlicher, NICHT kommt 😟
      13 1 Melden
    • stef2014 15.07.2015 14:53
      Highlight ....oder man merkt, dass das "bessere" bereits da war, man aber zu blind war um das zu erkennen weil man vom Freiheitsdrang geblendet war. Auch das gibt es. Und ist nicht mal so unnatürlich...
      36 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.07.2015 15:02
      Highlight Das hat schon etwas. Die Jungen versuchen sich immer irgendwie abzugrenzen. Aber der Selbstverwirklichungs-Drang und der Egoismus scheinen mir - zumindest in dieser Ausprägung - ein modernes Phänomen zu sein. Dafür muss man vom Wohlstand verwöhnt sein.
      24 9 Melden
    • stef2014 15.07.2015 15:13
      Highlight Anna, ich glaube nicht zwingend an ein modernes Phänomen. Irgendwo haben wir wohl immer nach Freiheit gestrebt, nur haben es die gesellschaftlich diktierten Lebensmodelle es nicht erlaubt, diese auch in der gewünschten Ausprägung auszuleben. Der Drang und Egoismus war m.M.n. schon immer vorhanden, aber die zeitgeistlichen Strukturen haben diese einfach eingezäunt.
      19 0 Melden
    • Asmodeus 15.07.2015 15:26
      Highlight Die Menschen suchen Schubladen und Bezeichnungen.

      "Affäre" ist herzlos und wird meistens damit assoziiert, dass eine Person anderweitig vergeben wäre. Die Bezeichnung hat mittlerweile etwas verbotenes.

      Fuckbuddy/Sexbeziehung reduziert die Freundschaft beinahe nur auf den Sex.

      Freundschaft mit Vorzügen ist da wirklich noch die beste Bezeichnung. Wobei Mingles da bereits eine Stufe weiter sind.

      Ich denke Mingle umschreibt einfach den ganzen Graubereich zwischen "Freunde mit Vorzügen" und "Offene Beziehung"
      15 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.07.2015 15:46
      Highlight Sicher auch. Ich glaube aber, dass die Moderne und der Wohlstand das Bewusstsein für diese Ich-Betonung erst geschaffen haben. Schau dir mal den heutigen Identitäts-Begriff an. Da ist von Teil-Identitäten die Rede. Und jede einzelne wollen wir befriedigen. Fünf verschiedene Shampoos für das schwierige Haar, aber ein Mann oder eine Frau soll alle Bedürfnisse abdecken? Etwa so.
      14 3 Melden
    • stef2014 15.07.2015 15:58
      Highlight Aber die Geschichte lehrt auch, dass dieses Phänomen nicht neu ist, sondern wiederkehrend. Auf eine Phase reagiert die Gesellschaft mit einer anderen. Der Unterschied besteht darin, dass wir heute global vernetzt sind und uns präsentieren und selbstdarstellen können wie und wann wir wollen. Was wir von früher aus verzögerten Erzählungen kennen, passiert heute in Echtzeit. Das prägt und beeinflusst. Das mit den Identitäten ist halt ist so eine Sache. Da gibt es unterschiedliche theoretische Auffassungen. Aber du hast schon recht damit. Als Mann merkt man das deutlich.... ;)
      8 0 Melden

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