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Lenny Kravitz singt «American Woman» am iTunes Festival in London. Bild: Invision

iTunes Festival London 

Hach! Lenny Kravitz ist mit seinen 50 Jahren noch umwerfender als jemals zuvor

Im Rahmen des diesjährigen iTunes Festivals beehrte Lenny Kravitz das Roundhouse in London. watson durfte ihn sich ansehen – und war hin und weg. 

28.09.14, 10:58

anna rothenfluh, london



Lenny Kravitz ist der lebende Beweis dafür, dass sich die Völker dieser Erde ordentlich mischen sollten: Der Vater Sy sorgte für den ukrainisch-jüdischen, die Mama für den bahamesisch-afroamerikanischen Touch. Was dabei herauskam, wissen Sie ja. Das: 

Hach. Lenny Kravitz. ild: Getty Images Europe

Lenny ist im Mai dieses Jahres 50 geworden. Ja, auch er wird älter. Aber glauben Sie ja nicht, dass man ihm das ansieht. Am Freitagabend war er so heiss wie noch nie. Lenny Kravitz, der einzige Mann auf der Welt, der mit einem Nasenring alles andere als bescheuert aussieht.

iTunes Festival 

Das iTunes Festival findet jährlich im Londoner Roundhouse statt und wird von Apple veranstaltet und gesponsert. Alle Auftritte gibt es gratis auf dem iPhone, iPad oder über Apple TV zu sehen. Dieses Jahr standen u.a. Maroon 5, Blondie & Chrissie Hynde, Pharrell Williams, Paolo Nutini und David Guetta auf der Bühne. Das Festival dauert noch bis zum 30. September 2014. 

Lenny Kravitz und sein Gitarrist Craig Ross mit der riesigen Frisur. Bild: iTunes festival

Der zweite Song versetzte das Publikum bereits in Ekstase. Lenny spielte «American Woman». Der «The Guess Who»-Coverhit seines Albums «5», für den er den «Grammy Award for Best Male Rock Vocal Performance» erhielt. 

Lenny im Schuss. Bild: itunes festival

Überhaupt hatte man ein bisschen das Gefühl, dass die Menschen vornehmlich wegen der alten Songs da waren. Eine Art Nostalgie-Zusammenkunft war das. Eine mit einem gewaltig hohen Frauenanteil.

Der Saxophon-Einsatz in «From Dusk Till Dawn».

Und da war dieser atemberaubende Saxophonist, der für die Jazz-Elemente sorgte. «From Dusk Till Dawn» leidet im Original ein bisschen unter Eintönigkeit, aber der Song wurde durch diesen göttlichen Bläser nochmal ganz neu erfunden. 

Irgendwann griff er sogar zur Querflöte. Das schien allerdings einige Zuschauer leicht zu verstören. Die meisten lechzten schon nach den ersten Tönen wieder nach dem guten alten Lenny, so wie sie ihn eben kennen – mit seiner hübschen Mischung aus poppigem Schnulz mit viel Rock-Gitarre. Aller Befremdlichkeit zum Trotz, dieses Querflöten-Solo war grandios. 

Tada: Mal etwas ganz anderes: Die Querflöte kommt zum Zug. bild: watson

Nicht unerwähnt bleiben sollten auch die drei hinreissenden Background-Sängerinnen, die sich tadellos die vollen zwei Stunden mit zackig-sexy Bewegungen im Rhythmus hielten. Jeder normale Mensch wäre nach so einem Fitness-Programm tot umgefallen. 

Die drei Grazien. gif: watson

Bei «Let Love Rule», dem Debüt-Erfolg aus dem Jahr 1989, ist Lenny dann plötzlich von der Bühne heruntergehüpft und durch die Menschenmenge hindurchgewatet. Von oben sah das ein bisschen nach Moses aus, der das Meer teilt. Das kam gut an. Auch die Balkongäste, die Sitzplätze hatten, erhoben sich nun alle ganz entzückt, um zu sehen, wie Lenny durch die Leute spazierte. Und alle sangen: «We've got to let love rule – Leeet Looove Ruuule ...».

Das Publikum ist begeistert: «Fly Away». bild: watson

Von da an gab es kein Halten mehr. Das ganze Roundhouse tobte. Eine Dame irgendwo unter mir schrie «Lenny I want ...» , den Rest hab ich nicht verstanden, weil sich ihre Stimme vor lauter Wollust überschlug. Das letzte, was Kravitz seinen Fans schenkte, bevor er die Gitarre hochaltend die Bühne verliess, war, na was wohl: «Fly Away». 

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