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Demi Lovato ist psychisch krank – und jeder soll's wissen

Demi Lovato war am Boden – und von dieser Erfahrung sollen nun andere profitieren: Die US-Sängerin hat eine Kampagne gestartet, die über psychische Erkrankungen aufklären will. Denn, so die 22-Jährige: «Niemand sollte sich dafür schämen.»

29.05.15, 14:16 31.05.15, 08:59


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Bipolare Störung – die Diagnose war für Demi Lovato eine Erleichterung. Endlich wusste die Sängerin, woher ihre extremen Stimmungsschwankungen kamen. Warum sie mal euphorisch und dann wieder am Boden zerstört war. Über die Diagnose sagt die 22-Jährige heute: «Ich erinnere mich, dass ich gelächelt habe und dachte: Grossartig, ok, also liegt es nicht daran, dass etwas mit mir als Person nicht stimmt.»

Demi Lovato gibt 2014 ein Konzert in Los Angeles. Bild: Paul A. Hebert/Invision/AP/Invision

Lovato hat ihre psychische Erkrankung bereits in der Vergangenheit thematisiert. Dass sie nun erneut und sehr detailliert darüber spricht, liegt an ihrem neuen Engagement: Sie ist Teil einer Gesundheitskampagne, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Unter dem Namen Be Vocal: Speak Up for Mental Health haben sich fünf grosse Interessengruppen sowie ein Pharmaunternehmen zusammengeschlossen. Ziel sei es, die Behandlung Betroffener zu verbessern und das Stigma zu bekämpfen, unter dem psychisch Kranke noch immer leiden.

«Niemand sollte sich für seine Erkrankung schämen», sagt Lovato. «Je mehr Menschen darüber sprechen, desto mehr Menschen können sich dazu bekennen und sich die Hilfe holen, die sie brauchen.» Sie selbst habe sich als Heranwachsende «sehr, sehr depressiv» gefühlt. «Obwohl ich Konzerte gegeben und meinen Traum gelebt habe, konnte ich nicht sagen, warum ich mich so schlecht gefühlt habe.» Nachdem ihre Familie interveniert hatte, begab sich Lovato in Behandlung – und in der Klinik wurde ihre bipolare Störung diagnostiziert.

Bild: Invision for Pop-Tarts/Invision

Triumph und Niederlage

Lovato geht offensiv mit ihren Gefühlen um. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Lovato wurde mit dem Disney-Film «Camp Rock» bekannt. Inzwischen arbeitet sie vor allem als Sängerin, sie hat ein Buch geschrieben, in den TV-Serien «Glee» und «Grey's Anatomy» mitgespielt und war neben Britney Spears Jury-Mitglied in der US-Castingsendung «The X Factor». Immer wieder gab es jedoch auch negative Schlagzeilen. Zum Beispiel über ihren Drogenkonsum, über eine Bulimie-Erkrankung oder den tätlichen Angriff auf eine Tänzerin und den Abbruch ihrer Tournee.

Dass sie sich nun für die neue Kampagne engagiere, sei eine sehr persönliche Sache, sagt Lovato dem «People»-Magazin. Nicht nur wegen ihrer eigenen Krankheitsgeschichte, sondern auch wegen ihres Vaters. «Er litt unter Schizophrenie und einer bipolaren Störung. Ich habe gesehen, was für ein unglückliches Leben er hatte, weil er nicht die nötige Behandlung bekam.» Er starb 2013.

Sie selbst habe ihre Krankheit inzwischen gut im Griff, sagt Lovato, es gehe ihr sehr gut – was sich auch in ihrer Arbeit widerspiegele: «Ich würde sagen, meine Musik ist viel glücklicher.» Sie arbeitet gerade an einem neuen Album, es wird bei dem Plattenlabel erscheinen, das sie vor wenigen Tagen mit Kollegen gegründet hat.

Das Singen sei aber nicht alles für sie, es gebe so viel mehr im Leben. Sie habe begriffen, dass sie ihre Geschichte teilen und damit anderen Menschen helfen könne. «Wenn das der Grund ist, warum ich auf der Erde bin, dann ist es das, was ich tun möchte.»

aar/ap

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sean_Penner 30.05.2015 14:01
    Highlight Wer?
    4 1 Melden
  • El Schnee 30.05.2015 08:13
    Highlight Oje.
    was für ein unsäglicher Schrott.
    Wenn hier einmal mehr für die Psychiatrie und v.a. für die damit verbundenen Psychopharmaka die Werbetrommel gerührt wird, soll eine Kritik daran auch dabei sein:
    "Bipolare Störung – die Diagnose war für Demi Lovato eine Erleichterung. ... und dachte: grossartig, ok, also liegt es nicht daran, dass etwas mit mir als Person nicht stimmt." ... Genau! die Diagnose hat natürlich nichts mit ihr als Person zu tun! Es bringt die Gefährlichkeit des psych. Diagnosesystems auf den Punkt: erst recht zusammen mit Medikamenten beginnt eine Art psychosoziale Abspaltung
    1 8 Melden
    • 's all good, man! 30.05.2015 16:41
      Highlight Entschuldigung, aber was willst du damit genau sagen? Gefährlichkeit des psychologischen Diagnoseystems? Das würde mich jetzt echt interessieren.
      5 1 Melden
    • El Schnee 30.05.2015 17:20
      Highlight @'s all good, man! Danke für Dein Interesse, aber da komme ich oder wir an die Grenze diese Blog's, ich konnte ja nicht mal psychiatrisches Diagnosesystem ausschreiben, das ist ein Unterschied zu psychologisch, und insofern wichtig, dass psychiatrisch eine medizinische Grundausbildung voraussetzt und deshalb eine gewisse medikamentöse Behandlung anwendet. Aber es gibt schon etliche Literatur, Blogs etc. zu diesem Thema, z.b. die Webseite von Dr. U. Gresch (http://lexikon.ppsk.de) auf Deutsch, auf Englisch (http://www.madinamerica.com), sogar ein Filmfestival (http://www.drivinguscrazy.com/)
      0 3 Melden
    • 's all good, man! 30.05.2015 19:08
      Highlight Merci für deine Antwort! Tipp: längeren Text als Mail schreiben und dir selber schicken, vom Smartphone aus aufrufen, kopieren und in der Watson-App im Kommentar einfügen. Etwas umständlich, aber innerhalb der App scheint es die Zeichenbegrenzung nicht zu geben. ;-)

      Ok sorry, Missverständnis. Mir ist der Unterschied zwischen psychologisch und psychiatrisch schon klar.

      Mich interessiert, worin genau du die Gefahr der psychiatrischen Diagnose siehst. Ob zuviel oder zu schnell medikamentös behandelt wird, kann man sicher diskutieren. Meine Erfahrung (bin selber Betroffener) ist, dass die medikamentöse immer nur im Zusammenspiel mit therapeutischer Behandlung erfolgt. So sollte es zumindest sein, aber ich glaube, dass bei uns in der CH der Grossteil der Psychiater das korrekt handhabt und nicht «wegen jedem Furz» einfach mal Psychopharmaka verschreibt. Dass es welche gibt, die das machen, kann ja schon sein, denke aber nicht, dass es so krass ist wie man vielleicht meinen könnte.

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