Populärkultur

Ein klassischer Galliano-Auftritt: Am Ende seiner Laufstegschauen präsentierte sich der Designer gern seinem Publikum – und griff dabei immer wieder tief in die Kostümkiste. Im Oktober 2010 liess er sich in Paris als Pirat bejubeln. Bild: WireImage

John Galliano wirbt in Londoner Synagoge um Verständnis für seinen «Ich liebe Hitler»-Ausspruch 

Nach dem Antisemitismus-Skandal im Jahr 2011 ist Modemacher John Galliano noch immer bemüht, sein Image wieder geradezurücken. Nun sprach er vor der jüdischen Gemeinde in London.

01.06.15, 10:35 01.06.15, 10:52

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Mehr als vier Jahre ist es her, dass sich Star-Designer John Galliano in einem Pariser Café als Faschist und Antisemit zeigte und kurz darauf seinen Job bei dem Luxuslabel Dior los war. Anfang des Jahres kehrte Galliano in die Modewelt zurück, doch noch immer arbeitet er daran, sein ramponiertes Image wieder aufzupolieren. Sein Weg führte ihn jüngst in eine Londoner Synagoge, wo der Modemacher mit dem Rabbi Barry Marcus über den Skandal sprach.

«Ich bin ein Alkoholiker, ich bin süchtig», sagte Galliano, der einen dunklen Anzug und die Haare zu einem Pferdeschwanz trug, dem britischen Guardian zufolge. «Das soll keinesfalls eine Entschuldigung sein.» Er arbeite an seiner Genesung und sei mittlerweile «komplett abstinent».

Galliano an der Pariser Fashion-Week 2011. Bild: WireImage

Die Karriere des einst gefeierten Modeschöpfers fand im Februar 2011 ein vorzeitiges Ende. «Ich liebe Hitler», lallte Galliano in einem anonym aufgenommenen Video. In seinem Pariser Stammcafé bepöbelte er zudem ein Paar, es fielen Ausdrücke wie «dreckiges Judengesicht» und «beschissener asiatischer Mistkerl». Ein Pariser Gericht verurteilte Galliano zu einer Geldstrafe von 6000 Euro auf Bewährung.

Seinen Absturz erklärte Galliano nun mit dem übermässigen Arbeitspensum bei Dior, er habe «kein Leben mehr gehabt», heisst es in dem Bericht. Auf die Frage, ob er das Label verlassen hätte, wäre er 2011 nicht gefeuert worden, antwortete Galliano: «Ich denke, ich wäre tot.»

Galliano in New York, 2007. Bild: WireImage

Stets habe er andere für das, was passiert sei, verantwortlich gemacht, sagte Galliano.

 «Nun trage ich keinen Ärger mehr in mir. Ich habe das Geschehene akzeptiert, und die Rolle, die ich darin gespielt habe.»

Der in Gibraltar geborene Brite kehrte im Januar 2015 für das Pariser Modehaus Maison Martin Margiela ins Rampenlicht zurück. Während Galliano zu früheren Zeiten als schriller, bunter Paradiesvogel galt, tritt er inzwischen wesentlich zurückhaltender auf.

(kis)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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