Populärkultur

Miss New York Kira Kazantsev als frisch gekürte Miss America. Bild: © Adrees Latif / Reuters/REUTERS

Häme für die Schöne

Über die frisch gekürte Miss America wird wegen ihres roten Becherchens abgelästert

Bei der Wahl der Miss America gibt es einen neuen Volkssport: Ablästern über die Gewinnerin. Im vergangenen Jahr war sie manchen Zuschauern nicht amerikanisch genug. Und die aktuelle Siegerin bekommt wegen eines roten Plastikbechers ordentlich Häme ab.

17.09.14, 10:53 17.09.14, 13:52

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Kira Kazantsev wollte lieber über die Bekämpfung häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe beim Militär sprechen. Das waren die Themen, mit denen die frisch gekürte Miss America im Wettbewerb punktete.  

Stattdessen musste sie Auskunft über einen roten Plastikbecher geben. Den hatte Kazantsev als Trommel benutzt, während sie bei der Talentrunde Pharrell Williams' «Happy» sang. Das war einigen Zuschauern zu wenig. «Achtung an alle betrunkenen Studentinnen: Teilnahmebedingungen für Miss-America-Talentshow gesenkt! Schnappt euch einen roten Becher, kauft ein Kleid und meldet euch an!», lautete noch einer der freundlicheren Tweets. 

Die angehende Miss America mit ihrem roten Plastikbecher. Bild: © Adrees Latif / Reuters/REUTERS

Ein anderer Nutzer schrieb, künftige Teilnehmerinnen sollten die Geigen, Ballet- und Jonglierstunden absagen. «Ich habe ja schon einen ROTEN BECHER!»

Kazantsev nimmt es locker. Es gebe so viele wichtige Themen, über die sich die Leute eher Gedanken machen sollten als über den Becher. «Ich weiss aber auch, dass alles, was ich als Miss America tue, genau beobachtet wird. Das ist Teil des Jobs.»

Die winkende Kazantsev will die amerikanisch-russischen Beziehungen verbessern.  Bild: © Adrees Latif / Reuters/REUTERS

Sollte Kazantsev ihren jüngsten Plan durchziehen, dürften ihr weitere Beleidigungen gewiss sein. Die Eltern der 23-Jährigen stammen aus Russland. Diesen Umstand bezeichnete die Schönheitskönigin nun als «unglaubliche diplomatische Gelegenheit», berichtet die «New York Daily News». Sie hoffe, als Miss America dazu beizutragen, die Bedeutung des Dialogs zwischen den Ländern herauszuheben. 

Das Opfer der Häme: die neue Miss America.  Bild: © Adrees Latif / Reuters/REUTERS

Welche Feindseligkeit der Titel mit sich bringt, hätte sich Kazantsev gut von ihrer Vorgängerin Nina Davuluri erzählen lassen können. Die wurde allerdings nicht wegen ihrer Performance, sondern wegen ihrer indischen Herkunft angefeindet. 

Die angefeindete Vorgängerin: Nina Davuluri. Bild: AP/FR171024 AP

(ulz/AP) 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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