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Das Wandbild des Streetart-Künstlers Paulo Ito ist zur Anti-WM-Ikone geworden. Bild: AFP

Kunstprotest gegen Fussballfest

Esst Fussball statt Brot – so sprayen Brasiliens Strassenkünstler gegen die WM

Am Donnerstag beginnt die Fussball-WM mit dem Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien. Ausgerechnet im wohl fussballverrücktesten Land der Welt aber will keine richtige Feststimmung aufkommen. Viele Brasilianer kritisieren die Kosten von mehr als zehn Milliarden Franken für den Grossanlass, während im Land vieles im Argen liegt.

Die Anti-WM-Stimmung wird auch von Brasiliens lebhafter Streetart-Szene aufgenommen. Zur Ikone des Protests wurde ein Graffiti, das der bekannte Künstler Paulo Ito auf das Eingangstor einer Schule in der Wirtschaftsmetropole São Paulo gemalt hat (siehe oben). In den sozialen Netzwerken wurde das Bild des hungrigen Knaben, dem ein Fussball statt Brot vorgesetzt wird, unzählige Male geteilt und kommentiert.

Crack, Knarren und Fussball. So kommentiert das Streetart-Kollektiv OPNI in einer Favela in São Paulo die WM. Bild: Reuters

Andere Strassenkünstler liessen sich ebenfalls durch die WM inspirieren, etwa das Kollektiv OPNI, das 1997 gegründet wurde und in den Favelas von São Paulo mit seinen sozialkritischen Sprayereien für Aufsehen sorgt. OPNI ist die Abkürzung eines portugiesischen Begriffs, der sinngemäss übersetzt «Unbekannte Graffiti-Künstler» bedeutet.

Ein weiteres OPNI-Bild nimmt die Einsätze von Polizei und Militär in den Favelas aufs Korn. Bild: Reuters

Die enormen Kosten für die WM sind nur ein Aspekt. Ein beträchtlicher Teil des Geldes dürfte in dunkle Kanäle versickert sein. Viele Graffitis beziehen sich darauf. Staatspräsidentin Dilma Rousseff versprach am Dienstag in einer Fernsehansprache, mutmassliche Korruptionsfälle aufklären zu lassen.

WM-Maskottchen Fluceo (l.) als raffgieriger Kapitalist an einer Wand in der Nähe des Maracana-Stadions in Rio. Bild: Reuters

Streetart mit politischen Inhalten hat in Brasilien eine lange Tradition. Sie begann während der Militärdiktatur in den 1960er Jahren. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler ist Cranio aus São Paulo. Seine blauen Indigena-Figuren findet man nicht nur auf Wänden in Brasilien, sondern auch in London, Los Angeles und anderen Städten.

Ein Kommentar von Cranio zur Verwendung öffentlicher Gelder für die WM. Bild: Reuters

Die FIFA und die von ihr betrieben Kommerzialisierung des Fussballs sind ebenfalls eine beliebte Zielscheibe. 

Hier nimmt Cranio die Allmacht der WM-Sponsoren aufs Korn. Bild: Reuters

Natürlich gibt es in Brasilien auch die andere Seite: Viele Wandbilder bejubeln die Weltmeisterschaft und vor allem die brasilianischen Kicker.

Ein farbenfroher Gruss an die Welt. Bild: Getty Images South America

Beliebtes Sujet ist Superstar Neymar, auf dem die Hoffnungen der Nation ruhen. Er soll endlich den «Maracanazo» vertreiben, den Ungeist von 1950, als Brasilien das Endspiel der letzten Heim-WM im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro mit 1:2 gegen Uruguay verloren hatte. (pbl)

Maler Ricardo Mell verleiht seinem Bild von Neymar mit dem Maracanazo den letzten Schliff. Bild: AFP



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