Rassismus
FERGUSON, MO - AUGUST 17: Tear gas and smoke wafts around the site of a protest of the death of Michael Brown August 17, 2014 in Ferguson, Missouri. Tensions still run high in the Ferguson community after 18 -year-old Michael Brown was killed by a Ferguson police officer August 9 on Canfield Drive.   Joshua Lott/Getty Images/AFP
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Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Schwarzer Teenager erschossen

Autopsie zeigt: Michael Brown wurde von sechs Kugeln getroffen – in Ferguson muss die Nationalgarde eingreifen

18.08.14, 06:06 18.08.14, 11:06

Der von einem Polizisten erschossene schwarze US-Teenager Michael Brown ist nach einem privaten Obduktionsbericht von sechs Kugeln getroffen worden, zwei davon im Kopf. Das geht laut US-Medien aus dem Bericht hervor, den die Familie des 18-Jährigen in Auftrag gab. 

Die «New York Times» und der Sender CNN berichteten, dass Brown gemäss der privaten Obduktion ausser im Kopf viermal im rechten Arm getroffen worden sei. In allen Fällen seien die Kugeln von vorn eingedrungen. Die Autopsie habe der ehemalig leitende Gerichtsmediziner von New York, Michael Baden, gemacht. Zuvor hatten bereits lokale Experten die Leiche untersucht. 

Brown war unbewaffnet, als die tödlichen Schüsse am Samstag vergangener Woche fielen. Seitdem hat es in der Stadt immer wieder gewalttätige Proteste gegeben. Am Sonntag hatte das Washingtoner Justizministerium bekanntgegeben, dass es wegen der aussergewöhnlichen Umstände und auf Bitten der Familie eine eigene Obduktion durchführen wird, das wäre also die dritte. 

Erneute Ausschreitungen 

Erneut kam es zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Demonstranten. Bild: AFP

Wenige Stunden vor dem Inkrafttreten einer neuen Ausgangssperre in der US-Kleinstadt Ferguson ist es dort erneut zu schweren Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Die mit gepanzerten Fahrzeugen angerückten Sicherheitskräfte trieben die Menschenmenge am Sonntagabend (Ortszeit) mit Tränengas auseinander, wobei einige der Gaskartuschen umgehend auf die Polizei zurückgeschleudert wurden. Örtliche Medien zeigten Bilder von Krawallmachern, die ein Schnellrestaurant demolierten.

Schüsse und Molotow-Cocktails?

Laut dem Sender KMOV-TV griffen die Sicherheitskräfte erst ein, nachdem sie mit Molotow-Cocktails beworfen worden waren. Auch von Schüssen aus der Menge heraus wurde berichtet. Einige der grösstenteils jungen Demonstranten reckten derweil Protestschilder gegen Polizeigewalt in die Höhe.

Die Demonstranten zertrümmerten ein Fast-Food-Restaurant. Bild: Charlie Riedel/AP/KEYSTONE

Die Ordnungskräfte des US-Bundesstaats Missouri hatten zuvor angekündigt, die zweite Nacht in Folge eine Ausgangssperre zu verhängen. Zu den Ausschreitungen kam es kurz vor dem Inkrafttreten der Ausgangssperre, die von Mitternacht bis zum frühen Montagmorgen gelten sollte.

Missouris Gouverneur setzt Nationalgarde ein

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Missouri, Jay Nixon, entschied nun, dass die Nationalgarde in der Kleinstadt Ferguson eingesetzt wird. Nixon unterzeichnete am frühen Montagmorgen eine entsprechende Anordnung. Die Nationalgarde solle helfen, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, sagte Nixon laut einer Mitteilung. Er verurteilte die Gewalt einzelner Menschen, die zunehmend die Bürger und die Betriebe in der Stadt gefährdeten. 

Ferguson ist seit der Tötung des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch einen weissen Polizisten am 9. August Schauplatz von Unruhen und Protesten, da dem Schützen rassistische Motive unterstellt werden. Die erste Ausgangssperre in der Nacht zum Sonntag war von hunderten Demonstranten missachtet worden. Es gab sieben Festnahmen, eine Frau wurde durch Schüsse lebensgefährlich verletzt. (viw/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 18.08.2014 11:25
    Highlight Hat er den Polizisten angegriffen? Dann wäre eine Schussabgabe allenfalls gerechtfertigt. Aber einmal ins Bein und nicht sieben Mal....
    2 3 Melden
  • zombie1969 18.08.2014 10:22
    Highlight Die Nerven der Cops in den USA sind von Haus aus angespannt, das sieht man an einer einfachen Verkehrskontrollen. Dazu kommt die massive Kriminalität. Alleine in New York sind 200 Gangs registriert. Laut FBI sind ca. 89% der Mitglieder Afroamerikaner oder Latinos. Und diese Gangs sind es ­die Schnapsläden überfallen. Also das, was dem Brown vorgeworfen wird. Was genau passierte weiss niemand, die Dienstaufsicht ermittelt noch. Krawalle führen aber zu nichts, es manifestiert sich nur das negative Bild, das Afroamerikanern eine hohe Aggression zuschiebt.
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