Rassismus
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FERGUSON, MO - AUGUST 17 : Young parishioners listen to Bishop Larry Jones as he speaks to them about the value of their lives and staying safe in the streets during mass at Greater Grace Church August 17, 2014 in Ferguson, Missouri.Tensions still run high in the Ferguson community after 18 -year-old Michael Brown was killed by a Ferguson Police Officer August 9th along Canfield Drive.   Joshua Lott/Getty Images/AFP
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In Gedanken bei Michael Brown. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Massive Polizeigewalt

Gewalt in Ferguson: Erstmals überhaupt wird Amnesty International in den USA aktiv

18.08.14, 20:08 19.08.14, 09:04

Die polizeiliche Reaktion auf die jüngsten Ausschreitungen in Ferguson ruft die Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf den Plan. Seit letztem Donnerstag beobachtet eine 13-köpfige Delegation die Demonstrationen in Ferguson.

Dies ist das erste Mal, dass Amnesty International in den USA Demonstrationen beobachtet und auswertet. Die Organisation begründet ihren Einsatz damit, dass die Bürger von Ferguson ein Recht hätten, friedlich zu protestieren. Dies sei zurzeit nicht möglich, weil die Polizei mit schwerem Geschütz die Gewalt unterstütze.

Bisher hat Amnesty Mühe, die Proteste objektiv zu beurteilen. Es mangle überall an Transparenz, darum sei es schwierig, einschätzen zu können, ob das Verhalten der Polizei nötig und verhältnismässig sei.

Bilder zeigen, dass Ferguson seit Tagen von paramilitärischen Polizeieinheiten kontrolliert wird. Mit den gepanzerten Fahrzeugen und bewaffneten Beamten gleicht die Stadt zeitweise einer militärisch besetzten Stadt. Wie das Online-Magazin Salon aufzeigt, ist es kein Zufall, dass in Ferguson soldaten-ähnliche Einheiten auf der Strasse sind. 

Lange vor 9/11 begann die Regierung mit mehreren hundert Millionen Dollar den Aufbau von polizeilichen Spezialeinheiten – für den Kampf gegen die Drogen. Seither werden diese nach dem Vorbild der SWAT-Teams des FBI militärisch ausgebildet und ausgerüstet.

Die Polizei in militärischen Uniformen. Bild: Getty Images North America

Nach der Gründung der paramilitärischen Einheiten in den 60er-Jahren, explodierte deren Verbreitung in den grösseren Städten (ab 50'000 Einwohner) in den kommenden Jahrzehnten: In den 1980er hatten 60 Prozent der Städte SWAT-Einheiten, zehn Jahre später waren es bereits knapp 90 Prozent. Heute dürften es fast alle sein. Dies zeigt, dass die Einsatzkräfte heute nicht mehr nur bei grossen und aussergewöhnlich gefährlichen Situationen zum Zug kommen. Immer öfter übernehmen sie die Aufgaben der normalen Polizei. 

Überall, wo die Spezialeinheiten zum Einsatz kommen, gleicht das Quartier einem militärisch besetzten Gebiet. Die Polizisten haben eine «no knock» Anweisung. Dies erlaubt ihnen, auf Verdächtige zu schiessen. Immer wieder kommt es zu tragischen Zwischenfällen, bei denen Unschuldige ums Leben kommen. (jas)

Demonstranten nach einer Tränengas-Attacke der Polizei. Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS



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    Alle Leser-Kommentare
  • Homme de la Rue 19.08.2014 12:50
    Highlight Wenn der Staat u.a. die Funktion haben soll die Gesellschaft zu Organisieren, ist es schon ziemlich bedenklich wenn man erkennt das dieser einen so gewaltigen Aufwand betreibt die Bevölkerung mit SWAT Teams und dgl. zu 'beschützen'. Ganz nach Eisenhowers-Rede vom militärisch-industriellen Komplex scheint mir diese Situation wohl ausser Kontrolle gekommen zu sein. Hier stellt sich die Frage wo das hinführt wenn man ein 'demokratisches' Land mit einer paramilitärischen Struktur überzieht. Dies ist äusserst bedenklich! Es wird schon ziemlich schwierig dabei nicht auch paralellen zu 1984 und Verschwörungstheorien zu ziehen in Anbetracht dieser Situation.
    2 1 Melden
  • Don Giovanni 18.08.2014 21:27
    Highlight Wenn das Recht Leib und Leben der Bürger weniger schützt, als eine Schachtel Zigarren, hat es seinen Wert verloren.
    3 2 Melden

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