Region Mittelland
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An dieser Aargauer Oberstufenschule arbeitete die Lehrerin. bild: zvg

Schulpflege nimmt Stellung

Aargauer Lehrerin wegen sexueller Beziehung zu Schüler entlassen: Unbeteiligte Drittperson erstattet Anzeige

In den Sportferien vorletzte Woche flog die intensive Beziehung einer 30-jährigen Lehrerin zu einem 17-jährigen Schüler an einer Aargauer Oberstufenschule auf. Es kostete die Lehrerin ihre Stelle. Der Schulpflege tut es leid, eine geschätzte Lehrerin zu verlieren.

13.02.15, 13:27 13.02.15, 20:52

Die Eltern der Kreisschule Mittleres Wynental wurden diese Woche über den Fall informiert: Eine 30-jährige Französisch- und Deutschlehrerin sei eine Beziehung zu einem Schüler eingegangen und habe damit «die Grenze ihrer professionellen Rolle klar missachtet», schreibt die Schulpflege. 

Gegenüber watson bestätigt Schulpflegepräsidentin Christine Hächler die entsprechende Meldung von «20 Minuten»: «Im Skilager vorletzte Woche fiel die allzu nahe Beziehung zwischen dem Schüler und der Lehrerin auf», sagt sie. Dass die beiden, wie in der Meldung geschrieben, in flagranti beim Sex überrascht worden seien, wollte sie aber nicht bestätigen. 

Der Lagerleiter habe die Lehrerin im Skilager aufgefordert, die unpassende Beziehung umgehend mit dem Schulleiter zu besprechen. «Dieses Gespräch fand statt und das Arbeitsverhältnis wurde umgehend im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst», sagt Hächler. Es habe ganz klar eine Grenzüberschreitung stattgefunden. 

Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund von Anzeige

Dennoch betont die Schulpflegepräsidentin: «Wir sind alle sehr betroffen. Unsere Schule verliert eine angesehene und geschätzte Kollegin», sagt sie. «Wir wenden uns nicht gegen die Person, sondern gegen deren Fehlverhalten», sagt Hächler und fügt an: «Es ist menschlich. Aber passiert ist passiert.» Der Abgang tue der Schulleitung für die Schule und auch für die Lehrerin sehr leid. Auch Schulleiter Alois Zwyssig betont: «Die Lehrperson war sehr engagiert und bei den Schülern sehr beliebt.»

Auch mit dem Schüler sowie dessen Eltern hat die Schule das Gespräch gesucht. Sowohl die Eltern als auch die Schule sehen von einer Anzeige gegen die Lehrerin ab: «Es handelt sich nicht um ein Verbrechen, sondern höchstens um ein Vergehen», sagt Hächler. In einem Abhängigkeitsverhältnis bestehe aber das Schutzalter 18, nicht 16. 

Schulleiter Alois Zwyssig nimmt Stellung

Video: keystone

Im Videointerview mit Keystone gibt Schulleiter Alois Zwyssig bekannt, dass inzwischen aber die Staatsanwaltschaft Aargau aktiv geworden sei: «Es geht darum abzuklären, ob die Beziehung tatsächlich in gegenseitigem Einvernehmen stattfand, oder ob Druck eine Rolle gespielt hat», sagt er. 

Die Staatsanwaltschaft bestätigt dies gegenüber watson: «Eine unbeteiligte Drittperson hat Anzeige gegen die Lehrerin erstattet», sagte Mediensprecherin Sandra Zuber. Beide Beteiligten wurden bereits einvernommen. «Der Schüler sowie die Lehrerin betätigte, dass es einvernehmlich zu den sexuellen Handlungen gekommen sei», sagt Zuber. 

Schulpflegerin Hächler betont, dass ausgeschlossen werden könne, dass die Lehrerin Beziehungen zu weiteren Schülern eingegangen sei. Die Lehrerin war seit rund drei Jahren an der Oberstufenschule angestellt. 

Die Schüler wurden mündlich über den Fall informiert. «Sollte der Bedarf nach weiterer Betreuung bestehen, werden wir sie umgehend einleiten», sagt Hächler. (rar)

 



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LubiM 13.02.2015 22:48
    Highlight In solchen Diskussionen über dieses Thema kommt mir immer dieses Video in den Sinn:

    Und der Mann hat recht, es ist eine Doppelmoral, man schaue sich nur die Kommentare auf Facebook und Blick an... Wäre dies ein Mann gewesen, weiss Gott was für ihn gefordert würde!
    5 2 Melden
  • Friends w/o pants 13.02.2015 22:35
    Highlight Sie hat da wohl etwas mit dem französisch Lehrplan falsch verstanden
    7 1 Melden
  • quark 13.02.2015 19:24
    Highlight Ich möchte Den Namen der "unbeteiligten Drittperson" wissen und ob diese den Mut hat sich zu zeigen.
    10 2 Melden
  • Mia_san_mia 13.02.2015 18:34
    Highlight Der Schüler ist jetzt sicher der King in der Schule :-)
    11 1 Melden
  • Hans Jürg 13.02.2015 18:23
    Highlight Der feuchte Traum von wahrscheinlich jedem adoleszenten Schüler. Von einer hübschen Lehrerin verführt zu werden. Wenn keine Abhängigkeit besteht, ist doch nichts einzuwenden. Der junge Mann ist immerhin 17 und somit nicht mehr im Schutzalter.
    (bei mir war es damals keine 30 Jahre alte Lehrerin, sondern eine 29jährige Arbeitskollegin und ich war 18. Es war toll)
    9 2 Melden
  • tom99 13.02.2015 15:08
    Highlight ich hoffe nur, die prueften die direkte abhängigkeit des schuelers von der Lehrerin. Falls die nicht gegeben wäre, ist das wiedermal ein fall, der weder zu einer entlassung noch zu einem pressebericht haette fuehren duerfen.
    25 2 Melden
  • poesie_vivante 13.02.2015 14:03
    Highlight Auch im Wallis schmust ein Dozent bei Abschlussfeiern immer mal wieder mit seinen minderjährigen Schülerinnen:

    http://www.1815.ch/wallis/aktuell/dozent-schmuste-mit-studentinnen-169975.html
    1 16 Melden
    • stadtzuercher 13.02.2015 14:17
      Highlight Poesie, es sind Studentinnen. Die ECAV vergibt Bachelor- und Masterabschlüsse. Da gehts nicht um minderjährige Mädchen.
      27 1 Melden
    • poesie_vivante 13.02.2015 16:13
      Highlight Dem Artikel im «Walliser Boten» zufolge (ist nicht online einsehbar) sind die Schülerinnen des ECAV durchaus auch minderjährig – und einige sogar noch im Schutzalter (also unter 16).
      5 3 Melden
  • stadtzuercher 13.02.2015 13:08
    Highlight Und wenn die Geschlechterrollen vertausch wären (Lehrer-Schülerin), würde der Lehrer nun mit einem lebenslangen Berufsverbot bestraft?
    65 3 Melden
    • droelfmalbumst 13.02.2015 13:23
      Highlight nein. er würde 5 jahre in den knast kommen und sein leben wäre ruiniert...
      50 3 Melden
    • Nyi Phy 13.02.2015 18:05
      Highlight Das ist eben die Gleichberechtigung, welche die Frauen stets fordern! Es wird sogar noch heruntergespielt und es wirkt als Faux-Pas, der aber gar nicht so schlimm ist. Bei umgekehrten Verhältnissen wären da ganz andere Stimmen laut geworden. Man hätte härtere Bestrafungen gefordert, bessere Kontrollen. Aber so ist es ja nicht so schlimm. Gleichberechtigung eben.
      9 1 Melden
    • Angelika 13.02.2015 22:04
      Highlight Diese Beziehung war einvernehmlich. Also geht sie uns einen feuchten Kehricht an. Und wärs eine junge Frau, die sagt, eine einvernehmliche Beziehung mit einem Lehrer zu haben, gings uns genauso wenig an.
      Wäre es nicht einvernehmlich gewesen, dann hätten ja wohl vor allem Männer gefunden, der Junge sei der Hengst und soll doch stolz sein und son Mist, nicht Frauen.
      Um Ihrer impliziten Aussage zuzustimmen: Unabhängig vom Geschlecht der Beteiligten sind Beziehungen mit minderjährigen Abhängigen zu verurteilen. Und das Gesetz tut das auch. Wers nicht tut, das sind die Boulevardisten und ihre Leser
      7 3 Melden

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