Romandie
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIVBILD ZUR VERHAFTUNG DES WEINHAENDLERS DOMINIQUE GIROUD --- Dominique Giroud proprietaire de la Cave Giroud Vins et de vaches lors de l'inalpe sur l'alpage de la Combyre ce samedi 27 juin 2009 a Veysonnaz. En juin, chaque eleveur amene son troupeau de vaches a l'alpage pour l'inalpe ou il le melange a ceux de ces collegues. Des joutes spectaculaires ont lieu, lors desquelles se dessinera la hierarchie du troupeau. Les vaches combattent naturellement, pour que la plus forte d'entre elle les guide et choisisse la meilleure herbe. Les vaches passeront l'ete sous la garde de bergers avant la Desalpe au mois de septembre. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Der Walliser Winzer Dominique Giroud.  Bild: KEYSTONE

Affäre Giroud

Walliser Weinpanscher bleibt für einen Monat in U-Haft

Der am Mittwoch verhaftete Walliser Winzer Dominique Giroud bleibt für einen Monat in Untersuchungshaft, hat das Genfer Zwangmassnahmengericht entschieden. Auch seine drei mutmasslichen Komplizen bleiben vorerst hinter Gittern. 

13.06.14, 13:21 13.06.14, 16:06

Für Dominique Giroud, einen professionellen Hacker und einen Privatdetektiv, dauert die Untersuchungshaft bis zum 14. Juli. Der Angestellte des Nachrichtendienstes des Bundes muss bis zum 31. Juli in Untersuchungshaft bleiben, wie das Gericht in einer Mitteilung schreibt.

 Die vier werden verdächtigt, Computer von Journalisten gehackt zu haben, die unliebsame Berichte über den Winzer verbreitet hatten. Wegen Verdunkelungsgefahr waren sie am Mittwoch verhaftet worden.

Wein gepanscht

Die Affäre Giroud sorgt vor allem in der Westschweiz seit Monaten für Schlagzeilen. Gegen den bekannten Weinhändler laufen mehrere Verfahren. Sein Firmenimperium soll Einnahmen von rund 13 Millionen Franken unterschlagen haben. Zudem wird Giroud beschuldigt, über 350'000 Liter Wein illegal gepanscht zu haben. Unter anderem soll die Weinkellerei billigen Fendant in St-Saphorin-Flaschen verkauft haben.

Kommende Woche wird die Affäre auch in Bundesbern ein Thema. Die zuständige Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) will vor allem wissen, welche Rolle der Angestellte des Nachrichtendienstes in diesem Fall gespielt hat. Man werde den Fall an der nächsten Sitzung behandeln und die Schlussfolgerungen dem Bundesrat mitteilen, sagte GPDel-Mitglied Pierre-Francois Veillon (SVP/VD) gegenüber der sda.

Der Nachrichtendienst seinerseits ist am Donnerstag von der Genfer Staatsanwaltschaft über die Verhaftung des eigenen Mitarbeiters informiert worden, wie eine Sprecherin am Freitag auf Anfrage sagte. Einen Tag zuvor habe man erfahren, dass bei ihm eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden sei. Der Mitarbeiter sei sofort seiner Funktionen enthoben worden.

Vorerst keine PUK

Am Freitag beschäftigte sich auch der Walliser Grosse Rat mit dem Fall. Das Kantonsparlament entschied, vorerst keine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) einzusetzen. Man wolle erst den Bericht der Geschäftsprüfungskommission abwarten. Diese beschäftigt sich seit Januar mit dem Steuerdossier von Giroud. Die Kommission untersucht dabei auch, ob es allenfalls in der Verwaltung zu Verfehlungen gekommen ist.

«Wenn ich meine Schwiegermutter umgebracht habe, heisst das nicht, dass alle Walliser ihre Schwiegermütter nicht mögen»

Walliser Staatsrat Jean-Michel Cina

Auch der Walliser Staatsrat Jean-Michel Cina äusserte sich am Freitag vor dem Kantonsparlament indirekt zur Affäre Giroud. Er mahnte den Grossen Rat und die Walliser, vom Einzelfall nicht auf die Allgemeinheit zu schliessen. Die Walliser müssten jetzt zusammenstehen und am selben Strick ziehen.

Der Regierungschef warnte seine Mitbürger davor, nun in jedem Walliser einen Kriminellen zu sehen. «Wenn ich meine Schwiegermutter umgebracht habe, heisst das nicht, dass alle Walliser ihre Schwiegermütter nicht mögen», sagte er. 

Giroud gesteht Fehler ein

Giroud selbst hatte lange geschwiegen. Ausgerechnet wenige Tage vor seiner Verhaftung vom Mittwoch gab er aber ein Interview. Die Westschweizer Wirtschaftszeitung «L'Agefi» publizierte das Gespräch am Freitag. 

Giroud gibt im Interview zu, bei den Steuern nicht sein gesamtes Einkommen angegeben zu haben. Der Winzer gesteht auch, dass er mit falschen Rechnungen geschäftet hat. «Es handelt sich um falsche Belege für reelle Geschäfte. Das ist meine Verantwortung, wie ich bei der Anhörung auch gesagt habe.»

Bereut er sein Vorgehen? «Ich habe die Wichtigkeit von dem, was mir heute vorgeworfen wird, wirklich unterschätzt. Das hat schwere Konsequenzen für meine Angehörigen und meine Mitabeiter.» Weiter sagte er: «Heute, mit 43 Jahren, nachdem ich mit fast nichts angefangen habe, ohne viel Bildung und nach viel Schufterei, bereue ich die aktuelle Situation, die mich dazu zwingt, mich aus den Geschäften zurückzuziehen.» (whr/sda)



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ein Mann trifft Sisi auf der Strasse. Er sticht zu – der Mord von Genf erschüttert Europa

Das grösste Drama der österreichischen Kaiserin kommt in den «Sissi»-Filmen natürlich nicht vor: Ihr Tod durch den italienischen Anarchisten Luigi Lucheni.

Als die Frau stirbt, ist sie erst 60 Jahre alt. Aber ihr lebenslanger Diätwahn lässt sie älter erscheinen. Sie ist 172 Zentimenter gross und hat nie mehr als 50 Kilogramm gewogen, sie lässt ihr Gewicht dreimal täglich messen, ihr Mittagessen besteht oft nur aus einem gesalzenen Eiweiss. In jüngeren Jahren war sie eine Sportfanatikerin und zählte zu den besten Jagdreiterinnen Europas. Wenn sie fastet, leidet sie unter Depressionen.

Ihr Lieblingscousin ist mit 40 Jahren ertrunken, ihr Lieblingssohn …

Artikel lesen