Russland
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epa04177327 Ukrainians hold national flags during their demonstration in support of the Single Ukraine in Mariupol, Ukraine, 23 April 2014. Russia warned on 23 April that it would send troops to Ukraine if its citizens come under attack there. "Russian citizens being attacked is an attack against the Russian Federation," Foreign Minister Sergei Lavrov told state-run television channel RT. Lavrov said Russia would defend the interests of Russians from attack as it did in 2008 when Moscow sent soldiers into Georgia to repel Georgian government troops from the Russian-backed breakaway region of South Ossetia. He stressed that Russian troops currently deployed at the border have not crossed into Ukraine and remain on Russian territory. Lavrov also pointed to an order by interim Ukrainian President Oleksandr Turchynov to resume military operations against separatist rebels in eastern Ukraine, where the country's ethnic Russian minority is concentrated. A series of revolts by pro-Russian separatists in eastern Ukraine has raised doubts about the ability of the government to stage the elections, especially as they come weeks after Crimea broke away from Ukraine and joined Russia.  EPA/ROMAN PILIPEY

Demonstration für die Bewahrung der ukrainischen Einheit in der Hafenstadt Mariupol.  Bild: EPA/EPA

Waffenruhe beendet

Ukrainische Sondereinheiten erobern Stadt von prorussischen Kräften zurück

Die Ukraine hat die vereinbarte Waffenruhe für beendet erklärt und eine neue Offensive gegen prorussische Aktivisten im Osten des Landes angekündigt. Kiew meldete bereits die «Befreiung» der Kleinstadt Swjatogorsk.

23.04.14, 23:11 24.04.14, 00:59

Der «Anti-Terror-Einsatz» werde in Kürze beginnen, sagte Vize-Ministerpräsident Vitali Jarema in Kiew. Sein Land habe Rückendeckung von den USA erhalten. Sollte Russland seinerseits aggressiv vorgehen, hoffe man auf handfestere amerikanische Hilfe, sagte Jarema. Im Osten der Ukraine halten prorussische Kämpfer seit Wochen etwa ein Dutzend Regierungsgebäude besetzt.

Am Abend meldete Kiew die «Befreiung» der Kleinstadt Swjatogorsk durch ukrainische Sondereinheiten. Nach Angaben der Regierung gab es «keine Opfer». Dem Innenministerium zufolge wurde in der 5000-Einwohner-Stadt eine «Gruppe bewaffneter Männer» entdeckt. Laut der Nachrichtenagentur AFP sollen Bewohner von Swjatogorsk allerdings gesagt haben, dort seien gar keine prorussischen Milizen gewesen.

Als Auslöser des neuen Einsatzes nannte der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow unter anderem den Tod eines Stadtrates, dessen Leiche am Samstag nahe der von prorussischen Separatisten besetzten ostukrainischen Stadt Slawjansk gefunden worden war. Der Polizei zufolge wurde der Mann gefoltert, bevor er noch lebend in einen Fluss geworfen wurde. Damit sei eine Grenze überschritten worden, sagte Turtschinow.

Ukrainische Truppen Mitte April im Bezirk Charkow Bild: kyivpost.com

Krieg der Worte

Kiew beschuldigte Russland ausserdem offen, «Terroristen» und Separatisten zu unterstützen. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow wies jeden Einfluss Moskaus auf die Bewaffneten zurück. Auch die USA und Russland werfen sich gegenseitig vor, für die seit Monaten dauernde Krise in dem osteuropäischen Land verantwortlich zu sein.

Lawrow seinerseits beschuldigte die USA, das Vorgehen der prowestlichen Machthaber in Kiew zu steuern. Er habe keine Zweifel, dass die Amerikaner «die Show dirigieren», sagte er. US-Aussenminister John Kerry warf Moskau vor, sich nicht ernsthaft um eine Beruhigung der Lage in der Ostukraine zu bemühen.  

Parallelen zur Krim

In Donezk und anderen Städten im industriell geprägten Osten der Ukraine gibt es viele russischstämmige Bürger, die sich von der Regierung in Kiew benachteiligt fühlen und zum Teil auch einen russischen Pass besitzen. Die Ukraine, die USA, Russland und die EU hatten vor Ostern in Genf eine Waffenruhe-Vereinbarung getroffen, die von allen paramilitärischen Gruppen die Abgabe der Waffen und die Räumung besetzter Gebäude vorsieht. In Slawjansk riefen die faktischen Machthaber die Bevölkerung auf, sich auf einen Angriff der Kiew-treuen Sicherheitskräfte vorzubereiten.

Moskau droht mit Vergeltung

Lawrow drohte mit Vergeltung, sollten die Interessen russischer Bürger in Gefahr geraten. Er verwies auf die abtrünnige georgische Kaukasus-Provinz Süd-Ossetien, wo Russland 2008 Separatisten mit Waffengewalt zu Hilfe gekommen war. Lawrow sagte dem Sender RT, ein Angriff auf russische Bürger sei «ein Angriff auf die Russische Förderation».

Sollten «unsere legitimen Interessen, die Interessen von Russen» direkt angegriffen werden, sehe er keine andere Möglichkeit als entsprechend dem Völkerrecht darauf zu reagieren. In einer Erklärung seines Ministeriums wurde später die Forderung wiederholt, die Ukraine müsse ihre Truppen aus dem Südosten des Landes abziehen. 

AFP-Beitrag über pro-ukrainische Aktivisten in der Ostukraine. (engl.) Video: Youtube/AFP news agency

Russisches Militärmanöver

Unterdessen hielt das russische Militär hielt in der südöstlichen Region Rostow an der Grenze zur Ukraine ein Manöver ab. Das gab ein Armee-Sprecher bekannt, ohne Einzelheiten zu nennen. Auf Bildern von Reuters TV waren unter anderem gepanzerte Fahrzeuge und Raketenwerfer zu sehen.

Die NATO schätzt, dass Russland 40'000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen hat. (dhr/sda/reu/dpa/afp)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 24.04.2014 09:54
    Highlight Dass sich die Fronten verhärten werden, war schon lange vorherzusehen. Dass die Regierung Jazenjuk keine Vertreter des Ostens und des Südens in die Regierung liess, die politisch dort sprechen und handeln könnten, hat sich nun gerächt. Ein grosser Fehler der EU war, dass sie die "neue Regierung" umgehend anerkannt hat, ohne darauf zu bestehen, die Regierung ausgewogen zu besetzen.
    Sanktionsandrohungen aller Beteiligten helfen jedenfalls bei diesem Konflikt nicht weiter!
    1 0 Melden

Süd-Ukraine

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