Russland
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Alexander Hug, (R) Deputy Chief Monitor of the Organization for Cooperation and Security in Europe's (OSCE) Special Monitoring Mission to Ukraine, talks with a Pro-Russian separatist at the site of the crash of a Malaysian airliner carrying 298 people from Amsterdam to Kuala Lumpur in Grabove, in rebel-held east Ukraine, on July 18, 2014. Members of the UN Security Council demanded a full, independent investigation into the apparent shooting down of a Malaysia Airlines jet over Ukraine. AFP PHOTO / DOMINIQUE FAGET

Alexander Hug (rechts) spricht mit einem prorussischen Separatisten bei der Absturzstelle. Bild: AFP

Inakzeptable Sicherheitslage

OSZE muss den Zugang zum Absturzort «Meter für Meter» aushandeln

27.07.14, 04:32 27.07.14, 13:44

Aus Sicherheitsgründen haben Beobachter der OSZE am Sonntag einen Besuch an der MH17-Absturzstelle in der Ostukraine abgesagt. Das teilte die Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine über Twitter mit. Auch die unbewaffneten niederländischen und australischen Polizisten sagten einen geplanten Besuch an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs aus Sicherheitsgründen ab.



«Vor Ort wird weiter gekämpft, wir können das Risiko nicht eingehen», sagte der stellvertretende Leiter der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Schweizer Alexander Hug. Die Sicherheitslage sei «inakzeptabel für unsere unbewaffnete Beobachtermission».

Zusammenarbeit mit Separatisten verbessert

Besser, aber noch immer kompliziert: So beschreibt der Schweizer OSZE-Vizemissionsleiter Alexander Hug die Zusammenarbeit zwischen den OSZE-Beobachtern und den prorussischen Kräften im Osten der Ukraine nach dem Abschuss des Passagierflugzeuges.

«Unsere Zusammenarbeit hat mit den Rebellen hat sich verbessert», sagte Hug in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Verhandlungen seien aber trotzdem kompliziert. Sobald es in Gesprächen um die Absturzursache gehe, werde es «sehr sensitiv».

«Wir stehen jetzt täglich in Kontakt miteinander, um unseren Zugang zum Absturzort sicherzustellen», sagte Hug. «Dadurch entstehen mehrmals täglich temporäre Waffenruhen, und das führt auf gewissen Achsen zu einer Stabilisierung.» Das sei positiv.

Kontakt haben die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) laut Hug um die Zugangsrouten zum Absturzort «Meter für Meter» abzusprechen. Dazu seien Verhandlungen mit verschiedenen Rebellenführern nötig, welche den OSZE-Vertretern dank der Präsenz in der Region seit März mittlerweile bekannt seien.

«Es war eine Erleichterung, als wir sahen, wie die sterblichen Überreste der Opfer endlich ihren Weg nach Hause fanden.»

Deputy head of the OSCE mission to Ukraine Alexander Hug stands outside a refrigerated train, as members of Netherlands' National Forensic Investigations Team inspect bodies, seen in plastic bags, 15 kilometers (9 miles) from the crash site of Malaysia Airlines Flight 17, in Torez, eastern Ukraine, Monday, July 21, 2014. Another 21 bodies have been found in the sprawling fields of east Ukraine where Malaysia Airlines Flight 17 was downed last week, killing all 298 people aboard. International indignation over the incident has grown as investigators still only have limited access to the crash site and it remains unclear when and where the victims' bodies will be transported. (AP Photo/Vadim Ghirda)

Alexander Hug (links) ist dabei, als die Leichen per Zug wegtransportiert wurden. Bild: Vadim Ghirda/AP/KEYSTONE

«Den Geruch des Todes vergisst man nicht»

Den OSZE-Mitarbeitern und ihm selbst habe es in den letzten Tage zu schaffen gemacht, dass die Leichen im Absturzgebiet so lange unter freiem Himmel gelegen seien. «Es war eine Erleichterung, als wir aus Holland die Bilder sahen, wie die sterblichen Überreste der Opfer endlich ihren Weg nach Hause fanden.»

Hug spricht von schwer zu verarbeitenden Bildern am Absturzort: «Ich war in vielen Krisenregionen, aber dass fast 300 unschuldige Zivilisten auf engstem Raum liegen, dazu noch so viele Kinder, das habe ich noch nie erlebt. Dass kann man nicht verstehen.»

Trotz aller Strategien und Massnahmen, die den Beobachtern zur Verarbeitung der Eindrücke helfen sollen, sagt Hug: «Die Bilder und Gerüche werden lange bleiben. Auch bei mir. Den Geruch des Todes vergisst man nicht.» (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 27.07.2014 10:03
    Highlight Die Zurückhaltung der Niederländer ist schon bemerkenswert. Vielleicht entspringt sie auch der pragmatischen Einsicht, dass Europa ausser leeren Sanktionsdrohungen ohnehin nur wenige Pfeile im Köcher hat, die Putin dazu bewegen könnten, sich ernsthaft, glaubhaft und nachhaltig von dem Treiben der Separatisten zu distanzieren. Wie man an der Diskussion um den französischen Hubschrauberträger sieht, ist den einzelnen Ländern das Hemd im Zweifel näher als die Hose.
    Eine traurige Einsicht, die weit über das Jahr 2014 hinaus wirken wird.
    1 0 Melden
  • Schneider82 27.07.2014 09:41
    Highlight Hier leisten Menschen Enormes und man darf stolz auf Herrn Hug und unseren OSZE Einsatz sein! Weiterhin viel Kraft!
    0 1 Melden

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