Russland

Ehemalige Sowjetrepublik

Proeuropäisches Lager führt bei Parlamentswahl in Moldau

01.12.14, 06:02 01.12.14, 07:57

Nach der Auszählung fast aller Stimmen bei der richtungsweisenden Parlamentswahl in der Ex-Sowjetrepublik Moldau liegt das proeuropäische Lager knapp in Führung. Drei prowestliche Parteien können mit rund 44 Prozent der Stimmen rechnen.

Die oppositionellen Sozialisten, welche die Moldau an Russland annähern möchten und im Wahlkampf offene Unterstützung aus Moskau erhalten hatte, wurden nach dem Teilergebnis überraschend stärkste Kraft mit rund 21 Prozent der Stimmen. Für eine Regierung mit den oppositionellen Kommunisten, die bei etwa 17 Prozent lagen, dürften sie aber keine Mehrheit erhalten haben.

Ausgezählt sind mehr als 85 Prozent der Wahlzettel, wie die Wahlleitung am Montagmorgen nach Agenturberichten mitteilte. Mit einem Sieg könnte die bisherige Regierung ihren EU-Kurs fortsetzen. 

Partei Patria vor den Wahlen ausgeschlossen

Das Parlament des Nachbarlandes von EU-Mitglied Rumänien hat 101 Sitze. Die Beteiligung lag bei etwa 56 Prozent. Das von Moskau gestützte abtrünnige Konfliktgebiet Transnistrien boykottierte die Wahl.

Kurz vor der Abstimmung hatte der Ausschluss der Partei Patria wegen illegaler Finanzen das prorussische Lager geschwächt. EU, USA und Russland hatten die Entscheidung kritisiert. Patria galt bei der Wahl als aussichtsreich. Nach Meinung von Beobachtern könnten viele der prorussischen Patria-Anhänger für die Sozialisten gestimmt haben.

«Wir wissen, dass unsere Gegner unangenehm überrascht sind», sagte Sozialistenchef Igor Dodon der Agentur Interfax. «Wir werden im neuen Parlament weiter überraschen.» Die proeuropäische Demokratische Partei kündigte unterdessen Koalitionsgespräche mit den anderen prowestlichen Kräften in den kommenden Tagen an. (feb/sda/dpa)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

7 Gründe, weshalb er der gefährlichste Mann der Welt ist

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sein Land in einen korrupten Mafia-Staat verwandelt und macht es so zur grössten Gefahr für Europa.

Wladimir Putin hat nichts mit Karl Marx am Hut. «Seit dem Untergang der Sowjetunion hat es beim russischen Regime einen massiven Ideologie-Wechsel gegeben», stellt der Russland-Kenner Walter Laqueur in seinem Buch «Putinismus» fest. «Der Kommunismus wurde ersetzt durch russischen Nationalismus und die Glorifizierung des starken Staates.»

Kein Wunder also, lässt sich Putin regelmässig mit Popen der erzkonservativen orthodoxen Kirche ablichten. Zu seinen bevorzugten weltlichen Vordenkern gehören …

Artikel lesen