Russland

Ukraine-Konflikt

Nato erwägt Raketenabwehr gegen Russland

In der Nato wird nach Spiegel-Informationen diskutiert, den künftigen Raketenabwehrschirm auch gegen Russland in Stellung zu bringen. Die Bundesregierung bremst jedoch: Man solle Moskau nicht ohne Not provozieren.

24.08.14, 08:56 24.08.14, 10:33

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In der Nato gibt es Überlegungen, die gegen potenzielle Angriffe aus dem Nahen Osten geplante Raketenabwehr auch gegen Russland auszurichten. Solche Forderungen, unterstützt von den USA, kommen nach SPIEGEL-Informationen aus den baltischen Mitgliedsländern und Polen.

In den Vorbereitungen des Nato-Gipfeltreffens Ende kommender Woche hatten die vier Länder gefordert, eine entsprechende Formulierung zu beschließen; sie fühlen sich durch die russische Intervention in der Ukraine bedroht. Die Mehrheit, allen voran Deutschland, sprach sich jedoch dagegen aus, weil man Moskau nicht ohne Not provozieren solle. Schliesslich habe die Nato jahrelang den Russen versichert, der Raketenschirm richte sich nicht gegen sie.

Die weitere Debatte wurde auf die Zeit nach dem Nato-Gipfel verschoben.

In einem anderen Punkt setzten sich die Hardliner durch: Die sogenannten Rückversicherungs-Massnahmen für Polen und das Baltikum, darunter die Stationierung von vier Kompanien und mehr Aufklärungsflüge an der Nato-Ostgrenze, sollen nicht nach einem Jahr automatisch auslaufen. Das Berliner Kanzleramt hatte gefordert, dass die militärischen Aktionen nach einem Jahr von allen Nato-Staaten erneut bestätigt werden müssen. Da die Bundesregierung am Ende mit dieser Forderung allein stand, gab sie klein bei.

Bei ihrem jüngsten Besuch in Lettland hatte deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Unterstützung durch das Nato-Bündnis bei einer möglichen Bedrohung Russlands zugesichert. Dabei liess sie auch die Tagesordnung des Nato-Gipfeltreffens in Cardiff Anfang September durchblicken: Neben Manövern würde es unter anderem auch um «verstärkte Übungstätigkeit» gehen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 24.08.2014 10:38
    Highlight Realismus ist bei einen Neuanfang in der UA gefragt. Das Land wird von der politischen Klasse ausgeplündert. Die Verbindung von Oligarchen und Politikern stellt sogar die Verhältnisse in RUS unter B. Jelzin in den Schatten. Nach der Svoboda-Partei hat sich mit der Radikalen Partei unter O. Ljaschko eine weitere Partei am rechtsextremen Ende des politischen Spektrums der UA in Position gebracht. Nach Umfragen käme sie bei Neuwahlen auf mehr als 15 Prozent der Stimmen und wäre damit hinter der „Solidarität“ des amtierenden Präsidenten Poroschenko die zweitgrösste politische Kraft in der UA.
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