Russland

Neue Zahlen zeigen:

Russland verkauft deutlich mehr Waffen

15.12.14, 05:28

Weltweit gehen die Waffenverkäufe seit einigen Jahren leicht zurück. Die Umsätze russischer Rüstungskonzerne schiessen dagegen in die Höhe. Denn die Regierung investiert kräftig.

Entgegen dem weltweiten Trend sind die Waffenverkäufe russischer Rüstungsunternehmen 2013 stark gewachsen. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verkauften die grossen Rüstungskonzerne in dem Land 20 Prozent mehr Militärgüter als im Vorjahr. Nach Einschätzung der Friedensforscher ist das vor allem auf das Ausgabenprogramm der russischen Regierung zurückzuführen.

Auch wenn gesamthaft etwas weniger Waffen verkauft worden sind als im Vorjahr; Waffen bleiben ein äusserst lukratives Geschäft.  Bild: SUHAIB SALEM/REUTERS

Diese Investitionen seien ausdrücklich dafür vorgesehen, die nationalen Produktionsfähigkeiten und Waffen zu modernisieren. Damit wolle Russland konkurrenzfähig sein mit den grossen Waffenproduzenten in den USA und Westeuropa.

Dies erklärte der SIPRI-Experte Siemon Wezeman die am Montag veröffentlichten Zahlen. Unter den Top 100 der weltweit führenden Waffenhersteller sind zehn russische Produzenten.

Die USA sind weiter an der Spitze

Insgesamt machten die führenden Rüstungsunternehmen weltweit 2013 zum dritten Mal in Folge etwas weniger Kasse. Laut SIPRI setzten die 100 grössten Hersteller zusammen 402 Milliarden Dollar und damit zwei Prozent weniger als im Vorjahr um. Im Jahr 2011 betrug der Rückgang noch 3,9 Prozent. Unternehmen aus China flossen allerdings wegen fehlender Daten nicht in die Untersuchung ein.

Rückläufig sind vor allem die Umsätze der Unternehmen mit Hauptsitz in den USA und Kanada. Während die Anteile von Waffenproduzenten aus Asien steigen, kommen mehr als zwei Drittel der Hersteller in den Top 100 jedoch weiter aus Nordamerika und Westeuropa. US-Konzerne belegen in der Liste 38 Plätze.

Die Liste wird laut SIPRI weiter von den US-Konzernen Lockheed Martin und Boeing mit knapp 35,5 beziehungsweise 30,7 Milliarden Dollar angeführt. Auf dem dritten Platz folgte das britische Unternehmen BAE Systems mit gut 26,8 Milliarden Dollar. Auf Platz sieben stand der europäische Konzern EADS mit gut 15,7 Milliarden Dollar. (feb/sda/dpa/afp)

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