Russland
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epa04184207 Russian President Vladimir Putin (C) and former German chancellor Gerhard Schroeder (3rd R) meet in the Yusupovsky palace at a North Stream reception on the occasion of Schroeder's 70th birthday, in St. Petersburg, Russia, 28 April 2014.  EPA/ANATOLY MALTSEV

Schröder und Putin umarmen sich zur Begrüssung. Bild: Keystone

Treffen in St. Petersburg

In der Ukraine kriselt's – Schröder und Putin feiern 

Sie umarmen sich, der deutsche Altbundeskanzler lacht. Gerhard Schröder feiert den 70. Geburtstag mit seinem alten Freund Wladimir Putin nach. Mitten in der Ukraine-Krise. 

29.04.14, 07:21 29.04.14, 14:11

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Es sind Bilder von zwei Freunden: Gerhard Schröder lacht, als ihn Russlands Präsident Wladimir Putin begrüsst. Der Altkanzler hat inmitten der Ukraine-Krise mit dem Kremlchef seinen 70. Geburtstag im russischen St. Petersburg nachgefeiert. Putins Wagenkolonne fuhr am Montagabend am Jussupow-Palais in der einstigen Zarenhauptstadt vor, wo Schröder ihn bereits erwartete. 

Bei der Feier handelte es sich um einen Empfang der Nord Stream AG. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Unternehmens, das die gleichnamige Ostsee-Pipeline betreibt und vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert wird. Gazprom-Chef Alexej Miller war Berichten zufolge ebenfalls unter den Gästen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nahm an dem Empfang teil. 

Schröder nimmt Putin in Schutz

An Sellerings Reise hatte es vorab Kritik gegeben. Er entgegnete, er halte es für wichtig, gerade in schwierigen Zeiten den Gesprächsfaden nicht abreissen zu lassen. 

Schröder hatte am 7. April Geburtstag. Die SPD hatte Schröder zu seinem 70. Geburtstag mit einem Empfang in Berlin gewürdigt. Am Tag darauf feierte ihn seine Heimatstadt Hannover mit einem Festakt im Rathaus. 

Schröder wartet auf seinen Freund Putin. Bild: Keystone

Schröder und Putin sind seit Jahren enge Freunde. Der Altkanzler hatte den umstrittenen Kremlchef immer wieder in Schutz genommen. Auch in der aktuellen Ukraine-Krise zeigt sich Schröder gegenüber Putin loyal: So attestierte Schröder dem Krisenmanagement der EU im März schwere Fehler und ein Unverständnis für die Struktur der Region. Zugleich machte er die EU indirekt für den Ausbruch der Krise auf der Krim mitverantwortlich. 

Putin ist «lupenreiner Demokrat»

Legendär ist eine Äusserung Schröders aus dem Jahr 2004. Damals war Putin vorgeworfen worden, demokratische Grundsätze zu missachten. In einer Fernsehsendung sagte der damalige Bundeskanzler auf die Frage, ob Putin ein «lupenreiner Demokrat» sei: «Ja, ich bin überzeugt, dass er das ist.»

Nach seiner Abwahl als Bundeskanzler wurde die Kritik an Schröder noch lauter, als er Aufsichtsratschef der deutsch-russischen Betreibergesellschaft NEGP (heute Nord Stream AG) wurde. Der halbstaatliche russische Konzern Gazprom ist Mehrheitsgesellschafter. 

Der Westen hat zuvor angesichts der eskalierenden Lage in der Ukraine seine Sanktionen gegen Russland verschärft. Die USA verhängten am Montag Strafmassnahmen gegen einige der engsten Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, darunter führende Wirtschaftsvertreter wie den Chef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft. Auch die Europäische Union fror die Konten weiterer Personen ein. Russland warf den USA eine Rückkehr in den Kalten Krieg vor.

Kritik aus Deutschland

Die Geburtstagsfeier von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder mit Russlands Präsident Wladimir Putin ruft in der CDU scharfe Kritik hervor. Der frühere Russlandbeauftragte und heutige Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff sagte SPIEGEL ONLINE: «Es ist für einen Staatsmann, der nicht mehr politisch aktiv ist, völlig unverantwortlich.»

Auch die Bundesregierung distanzierte sich von Schröder. Es habe «keinerlei Auftrag der Bundesregierung an den Altkanzler» gegeben, verlautete aus Regierungskreisen in Berlin. Schröder sei «erkennbar aus der aktiven Politik ausgeschieden», hiess es weiter. 

Schröder torpediere so «auf gefährliche Art und Weise die schwierigen Bemühungen von SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Eindämmung der Krise», sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Schröder habe seit Ausbruch der Krise alles dafür getan, dass Deutschland in Russland als Verhandlungspartner immer weniger ernst genommen werde. (fab/sev/heb/jbe/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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