Russland
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Two Russian armored personal carriers roll near the border with Ukraine outside the Russian town of Donetsk in Rostov-on-Don region, Sunday, July 13, 2014. Russia's foreign ministry said Sunday that a Ukrainian shell hit a town on the Russian border, killing one person and seriously injuring two others. But Ukraine denied firing a shell into Russian territory. (AP Photo/Sergei Pivovarov)

Russische Soldaten an der ukrainischen Grenze. Bild: Sergei Pivovarov/AP/KEYSTONE

Lage spitzt sich weiter zu

Viele Tote in der Ukraine – erstes Opfer in Russland

13.07.14, 19:08 14.07.14, 09:47

Die Lage im ostukrainischen Konfliktgebiet spitzt sich weiter zu. Die ukrainische Luftwaffe griff am Sonntag nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew erneut Separatistenstellungen an und tötete dabei Dutzende Aufständische.

Zudem sei Technik der «Terroristen» zerstört worden, teilte das Ministerium in Kiew mit. Allein bei zwei der insgesamt fünf gezielten Luftschläge seien bis zu 40 Separatisten getötet worden, hiess es. Für die übrigen Angriffe nannte das Ministerium zunächst keine Opferzahlen.

Erstmals kam es nach Moskauer Behördenangaben auch zu einem tödlichen Zwischenfall auf russischer Seite. Ein 45 Jahre alter Mann sei beim Einschlag eines Munitionskörpers in seinem Haus im Gebiet Rostow getötet worden, teilte der Sprecher der Nationalen Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, mit. Zudem sei eine Frau in dem Haus durch die Druckwelle des Geschosses verletzt worden.

Protestnote Russlands

Moskaus Vize-Aussenminister Grigori Karassin kritisierte im russischen Staatsfernsehen Rossija 24 die neuerliche Grenzverletzung und kündigte eine Antwort an. Die eskalierende Gewalt sei eine «Gefahr für unsere Bürger nun auch auf unserem Territorium. Es ist klar, dass das natürlich nicht ohne Reaktion bleiben wird», sagte Karassin. Der Vorfall zeige, dass dringend eine neue Waffenruhe sowie die Rückkehr zum Verhandlungstisch nötig seien.

Das russische Aussenamt überreichte dem Geschäftsführer der ukrainischen Botschaft eine Protestnote gegen den «Akt der Aggression». Moskau hatte Kiew angesichts des wiederholten Grenzbeschusses mit Konsequenzen gedroht.

Die ukrainische Regierung dementierte, für den Beschuss verantwortlich zu sein. Ukrainische Sicherheitskräfte würden nicht über die Grenze schiessen, erklärte der Sprecher des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrej Lissenko. «Wir haben nicht geschossen.»

Massenflucht aus Donezk

Zentrum des Blutvergiessens ist weiter die Stadt Donezk mit ihren Vororten. Aus Angst vor einer Offensive der ukrainischen Armee flüchteten nach Angaben des selbsternannten Regierungschefs der Rebellen, Alexander Borodaj, mehr als 70'000 Einwohner aus Donezk. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass bei Gefechten am Samstag in zwei Stadtteilen zwölf Menschen getötet und mehrere verletzt worden seien.

Für den Ortsteil Marjinka wurde die Zahl mit sechs getöteten Zivilisten angegeben, nachdem Separatisten zuvor von 30 Toten gesprochen hatten. Auch in der Grossstadt Lugansk seien mindestens sechs Menschen getötet worden, berichteten Medien.

Gespräche zwischen Merkel und Putin

Angela Merkel und Wladimir Putin am 13. Juli 2014 in Rio de Janeiro. Bild: Getty Images South America

Über die zunehmende Eskalation des Konflikts sprachen am Abend auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der russische Staatschef Wladimir Putin am Rande des Finales der Fussball-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro. Sie seien sich einig gewesen, dass «möglichst bald direkte Gespräche zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten in Form einer Videokonferenz aufgenommen werden sollen», teilte der Sprecher der deutschen Regierung mit.

Die vage Aussicht, auch Putin und Poroschenko könnten sich in Brasilien treffen, zerschlug sich hingegen. Wegen der Lage in seinem Land sagte der ukrainische Staatschef in der Nacht zum Sonntag eine offizielle Einladung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff ab.

Der Westen fordert von Putin eine stärkere Einflussnahme auf die prorussischen Separatisten, damit diese die Waffen niederlegen und sich an Friedensverhandlungen beteiligen. Alle Friedensbemühungen haben bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Deshalb gab es seit mehr als einer Woche auch keine offiziellen direkten Gespräche zwischen Russen und Ukrainern mehr.

Die Kämpfe in der Ostukraine dauern seit Mitte April an. Die ukrainische Führung will mit dem militärischen Vorgehen verhindern, dass sich die nicht anerkannten «Volksrepubliken» Donezk und Lugansk komplett von der Ukraine abspalten. Die russisch geprägte Region Donbass erkennt die proeuropäische Führung in Kiew nicht an. (viw/sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 13.07.2014 23:57
    Highlight In Europa wird man sicher nichts dagegen haben, dass die Flüchtlingsströme statt nach Russland in die EU fliessen. Und wenn die Russen so böse sind, warum flüchten die Menschen nicht nach Kiew?
    Man darf gespannt sein auf die Wahlthemen der nächsten Jahre in der EU, wenn schon ein paar Rumänen und Bulgaren die Parteienlandschaft in der EU kräftig aufwirbeln.
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