Russland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Auf Putins Propaganda-Kanal

Kritik an Krim-Invasion: Putins widerspenstige Moderatorin 

Eigentlich ist der Staatssender «Russia Today» das Sprachrohr der Putin-Regierung. Doch einer Moderatorin war das egal: Sie schimpfte in ihrer Sendung über die Ukraine-Invasion. 

04.03.14, 15:24 04.03.14, 15:38

Ein Artikel von

Das Video von Abby Martins Kritik YouTube

Abby Martin konnte sich offenbar nicht mehr beherrschen: «Nur weil ich hier arbeite, bei RT, heisst das nicht, dass ich keine journalistische Unabhängigkeit habe», sagte die Moderatorin von «Russia Today» wütend am Ende ihrer Sendung. Die 29-Jährige ging durch ihr Studio in Washington, die Kamera folgte ihr.

«Ich kann nicht genug betonen, wie entschieden ich gegen jegliche Form von ausländischer Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates bin. Was Russland getan hat, war falsch», sagte sie live in der Sendung.

Deutliche Worte, die umso mehr überraschen, als Abby Martin in ihrer Arbeit eigentlich nicht ganz unabhängig ist: Sie arbeitet für Russia Today, den englischsprachigen russischen Staatssender. Wie bei anderen staatlichen Kanälen soll dort ein positives Bild des eigenen Landes vermittelt werden, doch nicht nur das.

Der Sender ist Putins Propaganda-Kanal

RT gibt nur die Sichtweise der Regierung in Moskau wieder. Falls die Fakten mal nicht dazu passen, werden sie von dem Sender einfach passend gemacht. «Wenn Russland Krieg führt, ziehen wir mit in die Schlacht», sagte die Chefredakteurin im vergangenen Jahr zu SPIEGEL ONLINE. Manche Berichte der russischen Medien über die Krim-Krise sind schlicht frei erfunden.

Russland ist kein Staat, der sich der Pressefreiheit verschrieben hat. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation sogar weiter verschlechtert. Im Ranking von Reporter ohne Grenzen belegt das Land inzwischen Platz 148.

Abby Martin war schon in der Vergangenheit mit kontroversen Aussagen aufgefallen und manchmal auch mit Verschwörungstheorien, allerdings noch nie mit Russland-Kritik. Seit 2012 läuft ihre halbstündige Sendung. Sie greift darin Themen auf, von denen sie glaubt, dass andere Medien sie ignorieren.

Ob Abby Martin ihre Sendung nach diesem Vorfall behalten darf, wird sich zeigen. Die 29-Jährige ist nicht nur Moderatorin, sondern auch Aktivistin, Gründerin einer Bürgerjournalismus-Plattform und Künstlerin. Zurzeit plant sie in ihrer Heimat, der San Francisco Bay Area, die Eröffnung einer neuen Ausstellung ihrer Werke. (ras)



Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • André Schmidt 04.03.2014 20:27
    Highlight respect! russia today, "controlled media" tomorrow.
    0 0 Melden
  • Dietmar Jobst 04.03.2014 19:20
    Highlight Diese Frau hat einen Nobelpreis verdient
    1 0 Melden
  • Somebody 04.03.2014 17:53
    Highlight Die Welt braucht mehr Leute wie diese Frau!
    6 0 Melden
  • head 04.03.2014 16:49
    Highlight chic
    1 0 Melden

Kreml-kritischer russischer Journalist in Kiew erschossen

Der russische Journalist Arkady Babtschenko wurde gemäss übereinstimmenden Medienberichten am Dienstagabend in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getötet. Wie der britische «Independent» schreibt, wurde Babtschenko in seinem Appartement angeschossen und verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus.

Babtschenko, der zu den bekanntesten Kriegsreportern Russlands gehörte, begann seine journalistische Karriere während des Tschetschenien-Kriegs, als er in der russischen Armee diente.

Im Februar 2017 …

Artikel lesen