Russland

Säbelrasseln im Osten

Tote in Kramatorsk: Raketenangriff auf Militär-Hauptquartier in der Ostukraine 

Vor dem geplanten Ukraine-Gipfel in Minsk versuchen die Konfliktparteien, ihre Ausgangsposition zu verbessern. Separatisten beschiessen das Hauptquartier der Regierungstruppen, Kiews Armee startet eine Offensive bei Mariupol. 

10.02.15, 11:07 10.02.15, 15:38

Ukrainische Soldaten rücken vor. Bild: IVAN BOBERSKYY/EPA/KEYSTONE

Kramatorsk liegt 50 Kilometer von der Frontlinie zwischen ukrainischer Armee und prorussischen Separatisten entfernt. Doch am Dienstagmittag ist die Stadt in der Ostukraine erneut zum Kriegsgebiet geworden: Mehrere Raketen schlugen in dem Ort ein, der von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliert wird. Mindestens eine Frau wurde getötet, Kiew spricht sogar von sechs Toten und mehr als 20 Verletzten.

Ein zweiter Raketenangriff auf Kramatorsk richtete sich gegen das Hauptquartier der Armee in der Ostukraine. Nach Angaben von Präsident Petro Poroschenko wurde die Militärstellung von einer Tornado-Rakete getroffen. Angaben über Tote oder Verletzte machte er nicht. 

Nach Angaben der Regierung sind die Raketen aus dem Gebiet um die Stadt Horliwka abgefeuert worden. Der Ort liegt etwa 50 Kilometer von Kramatorsk entfernt und wird von den prorussischen Aufständischen kontrolliert. Die Separatisten bestritten jedoch, Raketen auf die Stadt abgefeuert zu haben. 

Ukraine startet Offensive

Einen Tag vor dem geplanten Ukraine-Gipfel in Minsk haben ukrainische Truppen nahe der Hafenstadt Mariupol im Südosten des Landes eine Offensive gegen prorussische Separatisten begonnen.

Sicherheitsratssekretär Alexander Turtschinow sei selbst in der Region, um die Truppen der Nationalgarde zu führen, teilte der Nationale Sicherheitsrat am Dienstag in Kiew mit. Auch das Freiwilligenregiment Asow beteiligte sich nach eigener Darstellung an dem Vorstoss. Drei Ortschaften seien am Morgen von den Aufständischen befreit worden, teilte die Einheit mit.

Am diesem Mittwoch soll in der weissrussischen Hauptstadt Minsk bei einem Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den Präsidenten Petro Poroschenko (Ukraine), Wladimir Putin (Russland) und François Hollande (Frankreich) ein neuer Waffenstillstand ausgehandelt werden. Das Treffen gilt als entscheidend für die Zukunft der Ukraine. Dass es zustande kommt, ist noch nicht garantiert.

Tote in Donezk

Nach jüngsten Geländegewinnen der Separatisten hatten Vertreter der Regierungstruppen immer wieder Unzufriedenheit mit der Militärführung geäussert. Es gebe schwere Kämpfe mit dem Einsatz von Panzerwagen, hiess es am Dienstag.

Auch die Aufständischen sprachen von erbitterten Gefechten. «Wir schliessen eine Gegenoffensive nicht aus, aber das steht für uns jetzt nicht an oberster Stelle», sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin.

In der von den Aufständischen gehaltenen Grossstadt Donezk starben bei Artilleriebeschuss mindestens zwei Zivilisten. Zwölf Menschen seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Aufseiten der Regierungstruppen gebe es 7 Tote und 23 Verletzte, sagte der Sprecher des Generalstabs in Kiew, Wladislaw Selesnjow. (aeg/sda/dpa/fab/Reuters/dpa)

Der Ukraine-Konflikt

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ivan Erceg 10.02.2015 17:56
    Highlight Hier ein Beispiel für Medienmanipulierte:

    2 0 Melden
  • hereal 10.02.2015 12:53
    Highlight gottes segen für die ukrainischen truppen!!
    gottes segen für mariupol...!
    4 5 Melden
  • The Destiny 10.02.2015 11:30
    Highlight Das Russische "Propaganda news portal" RT.com , behauptet obama würde in betracht ziehen, Pro amerikanische Truppen in der Ukraine zu bewaffnen /CNN.

    Mehr auf untenstehendem Link. (eng)

    http://on.rt.com/a89ye0
    1 1 Melden
    • Ivan Erceg 10.02.2015 16:31
      Highlight Propaganda sind die Westlichen Medien. Und du bist von denen Manipuliert. Bevor Ihr Schlaumeier da Kommentare schreibt, hinterfragt euch doch mal wie es dazu kam. Wieso Kriege nur im Nahen Osten und jetzt Europa? Hast du die Schulden der Amis gesehen? Sie sind Bankrott und brauchen Wirtschaftliche Ankurblung egal was es Kostet. Ausserdem jedes Land das sich vom Dollar lösen wollte wurde zerstört. Irak, Libyen, Syrien und nun wird Russland isoliert.
      2 0 Melden
    • The Destiny 10.02.2015 17:49
      Highlight @Ivan Erceg

      Für irgendetwas habe ich " " hingemacht.
      Watson sagt es sei ein Propaganda news portal weil ich das nicht so sehe steht es in Anführungszeichen ( " " ).

      Ps: Du hast den Iran vergessen oder in mit dem Irak verwechselt.


      Jetzt weis ich wenigstens wo der Blitz herkommt :)
      3 0 Melden

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