Russland
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Ukrainian army soldier from battalion

Bild: STRINGER/REUTERS

«Anti-Terror-Operation»

Schwere Verluste für die Armee in der Ostukraine – Kiew droht mit Vergeltung 

Bei ihrer «Anti-Terror-Operation» gegen prorussische Separatisten hat die ukrainische Armee schwere Verluste hinnehmen müssen. Aufständische beschossen die Regierungstruppen bei Selenopolje im Raum Lugansk massiv mit Raketen und töteten mindestens 19 Soldaten.

Etwa 93 Armeeangehörige wurden verletzt. Auf Bildern waren völlig zerstörte Panzer und tiefe Bombentrichter zu sehen. Die Führung in Kiew sprach von einem der verlustreichsten Tage für die Armee seit Beginn der Kämpfe Mitte April und kündigte Vergeltung an.

epa04311213 A man looks at remains of tank not far of Slaviansk, Ukraine, 11 July 2014. Ukrainian forces reported heavy losses in clashes with separatists along the border with Russia on 11 July. Nineteen soldiers were killed and 93 wounded when an infantry unit was hit by artillery fire before dawn at Zelenopillya, a village close to the border in the Luhansk region, the Defence Ministry said.  EPA/SERGEY POLEZHAKA

Bild: SERGEY POLEZHAKA/EPA/KEYSTONE

«Für jedes Leben eines unserer Soldaten werden die Terroristen mit Dutzenden und Hunderten ihrer Leben bezahlen»

Petro Poroschenko, ukrainischer Präsident

«Für jedes Leben eines unserer Soldaten werden die Terroristen mit Dutzenden und Hunderten ihrer Leben bezahlen», sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

Bei einem Raketenwerferangriff bei Lugansk starben weitere vier Grenzsoldaten. Die Separatisten attackierten auch Sicherheitskräfte rund um die Flughäfen von Lugansk und Donezk. Dabei setzten sie Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge ein.

Die Armee beschoss ihrerseits die Stellungen der Aufständischen aus der Luft. Bis zu 100 Seperatisten seien in den vergangenen 24 Stunden getötet worden, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Kiew.

Die Zivilisten geraten derweil immer mehr zwischen die Fronten. Im Raum Lugansk starben vier Bergarbeiter, als ihr Bus von einer Granate der Separatisten getroffen wurde. Ebenfalls in Lugansk wurde eine Frau auf ihrem Balkon von einem Scharfschützen erschossen.

Pro-Russian militants stand guard at a checkpoint on the road between Lugansk and Donetsk, eastern Ukraine, on July 9, 2014. Rebel strongholds in eastern Ukraine braced for more fighting on July 9 as European leaders prepared to pile new pressure on President Petro Poroshenko for a truce with pro-Russian separatists. In Lugansk -- one of two regional capitals still held by the insurgents -- the streets were deserted and an AFP team heard regular artillery fire to the north of the city with shooting seeming to be focused around the rebels' military headquarters.   AFP PHOTO / DOMINIQUE FAGET

Pro-russische Separatisten an einem Checkpoint zwischen Lugansk und Donezk. Bild: AFP

Immer mehr Menschen flüchten vor der Gewalt in der Ostukraine nach Russland. Nach Angaben von Behörden haben bereits Hunderttausende Ukrainer Zuflucht im Nachbarland gesucht.

Poroschenko zu Verhandlungen bereit

Angesichts der neuen Gewalt in der Ostukraine forderte Präsident Poroschenko bei einem Telefonat mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel ein baldiges Treffen der Konfliktparteien. Die Führung in Kiew sei bereit zu Gesprächen mit den Aufständischen über eine Waffenruhe, teilte das Präsidialamt mit. Es müsse sichergestellt werden, dass keine Waffen für die Aufständischen über die Grenze aus Russland einsickern.

Ukranian presidential candidate Petro Poroschenko (C) talks to the media after talks with Andreas Schockenhoff (not pictured) of the ruling Christian Democratic Union (CDU) party in Berlin, May 7, 2014. Poroshenko urged Europe and the United States to agree on a third wave of sanctions against Russia if the Kremlin supports a referendum organised by separatists in eastern Ukraine on May 11. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS)

Petro Poroschenko forderte ein baldiges Treffen der Konfliktparteien. Bild: THOMAS PETER/REUTERS

Merkel mahnte Poroschenko laut Angaben der deutschen Regierung, «bei seinem legitimen Vorgehen gegen die Separatisten Verhältnismässigkeit zu wahren und die die Zivilbevölkerung zu schützen».

«Unter dem Deckmantel eines Friedensplans zieht Präsident Poroschenko unbarmherzig eine Militäraktion gegen die eigene Bevölkerung durch»

Witali Tschurkin, UNO-Botschafter Russlands

Russlands UNO-Botschafter Witali Tschurkin forderte die Führung in Kiew zu einer sofortigen Feuerpause auf. «Unter dem Deckmantel eines Friedensplans zieht Präsident Poroschenko unbarmherzig eine Militäraktion gegen die eigene Bevölkerung durch», sagte er. 

Tschurkin machte Druck wegen einer Ukraine-Resolution des UNO-Sicherheitsrats. «Wir haben heute einige Elemente kommuniziert und erwarten bis Montag, 10 Uhr (Ortszeit), Antworten», sagte er in New York. Bisherige Vorstösse waren am Widerstand westlicher Staaten gescheitert, die Moskau vorwarfen, einseitig Kiew zu beschuldigen.

Menschenrechtsverletzungen

Ukrainian army soldier from battalion

Ukrainischer Soldat in der Nähe von Lugansk. Bild: STRINGER/REUTERS

Laut einem Bericht von Amnesty International haben sich in dem Konflikt sowohl prorussische Separatisten als auch Soldaten «gravierende Menschenrechtsverletzungen» zuschulden kommen lassen. Aktivisten, Demonstranten und Geiseln seien auf «erschütternde» Weise behandelt worden, heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Vor allem die Separatisten nahmen Amnesty zufolge zahlreiche Geiseln. Diese seien «oft brutal geschlagen und gefoltert» worden, hiess es. Allerdings seien auch auf Seiten der regierungstreuen Kräfte Menschenrechtsverletzungen dokumentiert.

SLAVYANSK, UKRAINE - JULY 11: A woman stands amongst the ruins on July 11, 2014 in the village of Nicolaivka, near the eastern Ukrainian city of Slavyansk, on July 11, 2014. Russian and Ukrainian media reported that fighting broke out on July 10, 2014 between Ukrainian troops and pro-Russia rebels around the international airport in Donetsk and reportedly extended to nearby local suburban neighborhoods. (Photo by Alvaro Ybarra Zavala/Getty Images)

Eine Frau steht vor den Ruinen eines Hauses in der Nähe von Slawiansk. Bild: Getty Images Europe

Attacken gegen Fernsehsender

Die OSZE-Vertreterin für Medienfreiheit, Dunja Mijatović, warnte ausserdem vor einer weiteren Einschränkung der Medienfreiheit und -vielfalt in der Region Lugansk und auf der Krim. «Ich bin sehr besorgt über die ständigen Attacken der separatistischen Kräfte gegen Fernsehsender in Lugansk und der Krim», wird sie in einer Medienmitteilung vom Freitag zitiert.

Diese Angriffe würden die Sicherheit von Journalisten gefährden und gegen das Recht der Menschen auf freie Information verstossen, sagte Mijatović. (dwi/sda/dpa/afp/reu)



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