Russland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Vladimir Putin geht unbeirrt seinen Weg und lässt das die ganze Welt wissen. Bild: AP/RIA Novosti Kremlin Press Service

Putin über die Krim, Teil 2: «Das ist unser Land»

10.03.15, 01:28 10.03.15, 09:26

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat die Annexion der Krim mit der Verantwortung seines Landes für die ethnischen Russen auf der ukrainischen Halbinsel begründet. Das sagte er in einem am Montag ausgestrahlten Ausschnitt aus einer TV-Dokumentation des Staatssenders.

«Wir waren gezwungen, die Arbeit an der Rückholung der Krim zu Russland zu beginnen, weil wir dieses Gebiet und seine Einwohner nicht ihrem Schicksal, von Nationalisten erdrückt zu werden, überlassen konnten», sagte Putin. Ein erster Ausschnitt der Sendung war bereits am Vorabend ausgestrahlt worden.

Mit dem Begriff «Nationalisten» bezog sich Putin auf die neue ukrainische Staatsführung nach dem Sturz des prorussischen Staatschefs Viktor Janukowitsch. Die proeuropäischen Kräfte seien bei dem Machtwechsel im Februar 2014 von westlichen Staaten «tausende Kilometer entfernt» unterstützt worden.

«Das ist unser Land»

«Nicht wir haben einen Staatsstreich begangen, sondern Nationalisten und Leute mit extremen Ansichten, die unterstützt wurden», sagte Putin. «Aber wir sind hier, dies ist unser Land.»

In der Dokumentation «Die Krim – Die Rückkehr nach Hause» ist Putin bei einem Interview in seinem Büro zu sehen. Zwischendurch werden Bilder von Kampfhelikoptern und Panzern gezeigt. Einen Sendetermin nannte der Staatssender Rossija 1 bislang nicht.

Der Krieg in der Ukraine forderte bereits über 6000 Tote.  Bild: Vadim Ghirda/AP/KEYSTONE

Im ersten Ausschnitt vom Sonntag gab Putin zu, die Annexion der Krim noch vor dem umstrittenen Referendum über deren Staatszugehörigkeit angeordnet zu haben. «Wir müssen beginnen, die Krim zurück nach Russland zu holen», sagte er nach eigenen Angaben in der Nacht zum 23. Februar 2014.

Vier Tage später übernahm eine schwer bewaffnete Kommandoeinheit die Kontrolle über das Regionalparlament der Krim. Die Parlamentarier stimmten daraufhin in einer kurzfristig angesetzten Sitzung für ein Referendum über die Angliederung an Russland.

Trotz Hinweisen, dass es sich bei Truppen ohne Hoheitskennzeichen auf der Krim um russische Soldaten handelte, bestritt Moskau zunächst eine direkte Beteiligung. Nach dem Referendum wurde die Krim am 18. März von Russland offiziell annektiert. Später gab Putin zu, Truppen auf der Krim eingesetzt zu haben.

«Wir haben gehandelt, wie wir handeln mussten»

In dem neuen Dokumentationsausschnitt sagte Putin nun, Russland habe zunächst in einer Meinungsumfrage herausgefunden, dass 75 Prozent der Bewohner der Krim für einen Beitritt zu Russland seien. Die Entscheidung zur Annexion sei erst später angesichts der Ereignisse in Kiew gefallen. Ihm sei klar geworden, dass bei einer tatsächlichen Aussicht auf eine Annexion die Zahl derer, «die sich dieses historische Ereignis wünschen», noch steigen werde, sagte Putin.

Wenn die Menschen auf der Krim sich für mehr Unabhängigkeit «innerhalb der Ukraine» ausgesprochen hätten, hätte er auch dies akzeptiert, sagte der russische Staatschef. «Es war nicht das endgültige Ziel, die Krim in Besitz zu nehmen.» Er habe vielmehr den Menschen die Möglichkeit geben wollen, «ihre Meinung zu äussern, wie sie künftig leben wollen», sagte Putin. «Wir kennen die Ergebnisse des Referendums – und wir haben gehandelt, wie wir handeln mussten.» (feb/sda/afp)

Krisengipfel zur Ukraine in Minsk

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Le_Urmel 10.03.2015 09:13
    Highlight Dann wird Putin auch sicher Verständnis haben wenn Frau Merkel Kaliningrad wieder zurück haben will oder ?
    4 3 Melden
  • halunke 10.03.2015 07:17
    Highlight "Er habe vielmehr den Menschen die Möglichkeit geben wollen, «ihre Meinung zu äussern, wie sie künftig leben wollen"

    Dann wäre es aber an der Zeit mal die Tschetschenen zu fragen...
    13 4 Melden
  • saukaibli 10.03.2015 06:54
    Highlight "Er habe vielmehr den Menschen die Möglichkeit geben wollen, «ihre Meinung zu äussern, wie sie künftig leben wollen», " Hahaha, der war gut. Die Russen sind ja bekannt dafür, dass sie sehr viel Wert darauf legen, wie ein anderes Volk leben möchte. Davon kann ganz Osteuropa ein Liedchen singen. Und was passiert wenn man nicht spurt konnten die Tschetschenen ja vor 15 Jahren erleben. Da heisst dann die Freiheitsstrasse in Grosny plötzlich Putinstrasse.
    12 3 Melden

Der Papst schenkt Putin einen Friedensengel, «der alle Kriege gewinnt und von der Solidarität zwischen den Völkern spricht»

Papst Franziskus hat in einer Privataudienz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Anstrengungen für eine Lösung des Ukraine-Konflikts aufgerufen. Alle Parteien müssten sich einbringen, sagte der Papst.

Franziskus habe «bekräftigt, dass eine aufrichtige und grosse Anstrengung nötig ist, um den Frieden zu realisieren», wie der Vatikan am Mittwochabend mitteilte. Das Treffen im Vatikan habe etwa 50 Minuten gedauert.

Der Argentinier bat laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi darum, dass …

Artikel lesen