SVP
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Swiss publisher Roger Koeppel addresses a news conference in Zurich February 26, 2015. Koeppel announced to apply for a candidature of the Swiss People's Party (SVP) during Switzerland's elections for the federal parliament in October 2015. The slogan is reading: Swiss Quality.   REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND  - Tags: POLITICS MEDIA)

Im Schlaglicht der Medien: Medienmann und SVP-Kandidat Köppel. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Presseschau

So sehen Kommentatoren die Kandidatur von Roger Köppel 

«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel hat seine Parteilosigkeit offiziell beendet und steigt für die SVP ins Rennen um einen Nationalratssitz. Die Frage, die seine Berufskollegen umtreibt, ist: Taugt er zum Blocher-Nachfolger?

27.02.15, 04:36 27.02.15, 10:00

Am Donnerstag gab Köppel seinen Beitritt zur SVP-Ortspartei und seine Kandidatur für den Nationalrat bekannt. Tags darauf schaffte er es in die Kommentarspalten einiger Zeitungen.

«Aargauer Zeitung»

«Für den schweizerischen Politbetrieb ist Köppels Kandidatur, unabhängig von seiner politischen Einstellung, eine Bereicherung.»

Mit «Brillanz im Bundeshaus» betitelt die Aargauer Zeitung ihren Kommentar zu Köppels Kandidatur. «Wenn einer das Format hat, in Christoph Blochers Fussstapfen zu treten, dann Roger Köppel», heisst es da. Und weil Blocher einst Bundesrat war, wird auch ein Verweis auf dieses Amt nicht ausgelassen: «Die SVP sucht, Zufälle gibt's, Bundesratskandidaten mit Format.»

«Tages-Anzeiger»:

«Köppel, der langjährige Papierli-Parteilose, ist faktisch seit einem Jahrzehnt der zweiteinflussreichste SVP-Politiker.»

«Köppels erster Streich» lautet der Titel einer Analyse im «Tages-Anzeiger», die Köppel als Blocher-Nachfolger nur bedingt tauglich sieht und sich mit den Wahlmotiven des Journalisten auseinandersetzt. Bei letzteren gebe es «nur eine logische Erklärung», schreibt der Autor und meint damit Bundesratsambitionen mit folgendem Fahrplan für Köppels potenzielle politische Laufbahn: «Der 64-jährige Maurer hat angekündigt, für eine weitere Legislatur im Bundesrat zu kandidieren. Köppel erhält damit vier Jahre, um den Parlamentsbetrieb kennen zu lernen. Wenn Maurer 2019 zurücktritt, ist Köppel mit seinen 54 Jahren im besten Alter.»

«Basler Zeitung»:

«Damit hat Köppel die Wandlung vom politischen Journalisten zum schreibenden Politiker vollzogen.»

«Ein ernsthafter Mann» nennt die Basler Zeitung Köppel zwar im Titel ihres Beitrags zur Kandidatur. Dass der Einstieg in die Politik nichts mit Midlife-Crisis zu tun habe, lässt der Autor aber nur halbwegs gelten: «Als Chefredaktor der Weltwoche hat Köppel vermutlich so etwas wie einen karrieremässigen Endpunkt erreicht.» Der Schritt ins Bundeshaus sei womöglich eine der wenigen Gelegenheiten, noch einmal etwas ganz Neues anzufangen. Bei der «Weltwoche» scheine der Chefredaktor zuletzt nicht mehr so ganz bei der Sache zu sein. Doch: «Dass Bauern und Gewerbler Köppel als einen der ihren akzeptieren würden, ist allerdings fraglich.» Gleichzeitig sei es möglich, dass sich die SVP in den kommenden Jahren zu einer Art neuer FDP entwickle.

«Blick»:

«Für die SVP ist Köppel ein Glücksfall. Blitzgescheit, leidenschaftlich und rhetorisch ebenso brillant wie auf der Tastatur liebt er die harte Auseinandersetzung.»

«Wer wird die neue SVP-Leitfigur?»: Diese Frage stellt der Blick am Anfang seiner Einschätzung zur Köppel-Kandidatur. Unter Vorbehalten traut der Autor es dem «Weltwoche»-Chef zu – sieht gleichzeitig aber auch eine Gefahr für die Partei: «Köppel kritisiert bisweilen auch seine SVP. Er verspricht dies auch künftig zu tun.»

8.Dez.2011; Portrait Nationalrat Keller Peter, SVP-NW. (Monika Flueckiger/freshfocus)

Hat schon geschafft, was sein Chef vorhat: SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Autor Peter Keller. Bild: freshfocus

«Neue Zürcher Zeitung»:

«Der SVP gelingt mit der Lancierung der Kandidatur des ‹Weltwoche›-Chefs ein Coup.»

«Die alte Garde gerät unter Druck», lautet einer von drei Titeln, die die NZZ zur jüngsten SVP-Kandidatur druckt. Explizit erwähnt werden in de Zusammenhang die Nationalräte Hans Fehr, Toni Bortoluzzi, Max Binder und Ernst Schibli. Die Zeitung nimmt die Ankündigung Köppels zum Anlass, das sich abzeichnende Gerangel auf der Nationalratsliste der Zürcher SVP zu beleuchten. «Neben Roger Köppel drängen auch andere Kantonsräte auf gute Listenplätze für die Nationalratswahlen», schreibt die NZZ. Weiter geht die Zeitung auf die Debatte zu Journalisten in der Politik ein. «Letztlich muss jedes Medienhaus selber entscheiden, welchen Weg es in dieser Frage einschlagen will.»

In den Westschweizer Tageszeitungen findet die angekündigte Kandidatur weit weniger Beachtung. Sie ist «Le Matin», «Le Temps» und Co. allenfalls eine kurze Erwähnung wert. 

«Tageswoche»:

«Die ‹Weltwoche› ist heute offiziell zum Zentralorgan der SVP geworden.»

Für die Basler «Tageswoche» ist es klar: Sollte Köppel den Sprung in das Bundeshaus schaffen, wird er sich mittelfristig an die Regeln des Politbetriebs fügen müssen. Seine Haltung, er könnte bei «politischen Missständen» im Notfall nicht schweigen, werde er des Amtsgeheimnises wegen überdenken müssen.

Weiter schreibt Remo Leupin, Mitglied der Tageswoche-Chefredaktion, dass sich das «langjährige Investment in Köppel und in die Weltwoche» wohl für Blocher gelohnt habe. Die «Weltwoche» sei mit Köppels Nomination zum Zentralorgan der SVP geworden. (pma/kad)



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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • quark 27.02.2015 14:42
    Highlight Lieber Herr Köppel, mir geht es gleich. Ich wollte nicht SP wählen, auch meine Frau ist dagegen. Aber ich muss. Ich muss einfach. Nun kann ich Ihren verhärmten, versauerten Gesichtsausdruck verstehen. Wollen können und wollen dürfen ist schon viel schöner. Wer sich aber selbst so wichtig nimmt, dass er muss, ist seelisch, charakterlich und persönlich krank. Ich leide mit Ihnen. Ich leide auch mit Ihrer Umgebung wie für die meinige auch. Ich habe sogar die Flasche Essig am Morgen abgestellt um meinen Hass gegenüber allem ausser mir zu bändigen und nicht nur Saures, Ungegorenes der Umgebung abzugeben. Fazit, ich muss einfach SP wählen. Ich muss. Ich muss.
    6 1 Melden
  • Lowend 27.02.2015 14:24
    Highlight Noch ein Beitrag über eine nette Analyse von R. Köppel aus dem Jahr 2000, wo er im "Magazin" des Tagesanzeigers das Ende der SVP prophezeite. Schade, dass dieser angeblich blitzgescheite, intellektuelle Hoffnungsträger der Schweizer Einheitspartei so grob daneben lag!

    http://blog.derbund.ch/offtherecord/index.php/33324/das-ende-der-svp/
    5 1 Melden
    • Hans Jürg 27.02.2015 16:06
      Highlight Die SVP sagt seit Jahrzehnten den Untergang der Schweiz voraus. Zum Glück hat diese Jammeri-Partei es noch nicht geschafft, dass es tatsächlich eintrifft.
      Köppel sagte vor Jahrzehnten den Untergang der SVP voraus. Nun denn, er hat es in der Hand, dass seine Prognose endlich eintrifft. Toi toi toi.
      4 0 Melden
    • Lowend 27.02.2015 17:16
      Highlight Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber der Köppel könnte dass echt schaffen, denn ich freue mich schon auf die abgehobenen SVP-Polemiker, wie Köppel, Mörgeli, Matter, oder der Dauerstudent Reihmann, dem einfachen Büetzer erklären wollen, dass diese bösen Akademiker alles Linke seien, die noch nie richtig gearbeitet haben. Wird auf jeden Fall interessant!
      3 0 Melden
  • Sark 27.02.2015 10:48
    Highlight Ha.. Herr Köppel sieht aus wie Walther. Der aus "Traumfrau gesucht".
    http://www.berliner-kurier.de/image/view/2012/0/2/11378136,8763718,highRes,maxh,480,maxw,480,traumfrau_walther.jpg
    3 1 Melden
  • Adonis 27.02.2015 10:10
    Highlight Aber....äh, ich habe gemeint die Weltwoche sei schon lange eine SVP- Zeitung!? Irrte ich mich!? Köppel als Deutscher a.D. weiss nun wie man mit der Masseneinwanderung umgeht. Bin gespannt auf "Bundesrat" Köppel:-)
    6 5 Melden
    • quark 27.02.2015 14:53
      Highlight Falsch, die Weltwoche war total unabhängig, hatte mega Stil. Vor vielen Jahren. Dann hat sie sich jemand unter den Nagel gerissen um das wirklich feine Image der Zeitung für nicht-so-gute Ideen zu missbrauchen. Was kein offener, intelligenter und anständiger Mensch tut, schon gar nicht ein Journalist. Ausser, er braucht viel Geld und dann passiert es eben. Es war Schade um die "alte" Weltwoche, dem Untergang der jetzigen werden nur wenige nachtrauern, die Geldgeber vielleicht.
      5 0 Melden
  • Hazzo 27.02.2015 10:08
    Highlight Ist doch super, als Nationalrat müsste er seine Texte nicht mehr selbst schreiben. Sie würden allesamt protokolliert.
    7 1 Melden
  • klugundweise 27.02.2015 09:31
    Highlight Der Herr soll dann zuerst im politischen Alltag "liefere statt lafere". Dann werden wir sehen ob er zu konstruktiven Lösungen fähig ist, ob er den die Eitelkeiten des SVP-Haufens in einer Post-Blocher-Zeit zusammenhalten kann und ob sein intellektuelles Gehabe beim Volch ankommt.
    Dass er die Fähigkeit hat sich dem Umfeld nach Bedarf anzupassen und Fakten zu verwedeln ist bewiesen.
    8 2 Melden
  • kettcar #lina4weindoch 27.02.2015 09:08
    Highlight "dass sich die SVP in den kommenden Jahren zu einer Art neuer FDP entwickle"
    In den kommenden Jahren? Die SVP ist schon lange die erfolgreichere FDP. Sie hält sich der Hochfinanz schon lange zu und vetritt den Geldadel mit grossem Verve. Dass das ihre kleinen Wähler noch nicht gemerkt haben, ist das grosse Kunststück des Populismus. Oder wie hat es Linus Reichlin mal gesagt: "Die SP ist die Partei der Besserverdienenden, die sich für Schlechterverdiende einsetzen, die aus Frust dann SVP wählen".
    8 1 Melden
  • tina 4224 27.02.2015 09:03
    Highlight Super, Wir haben die Weltwoche abonniert. Die Weltwoche ist Neutral für ALLE PARTEIEN. Wir sind sicher sie wird es auch bleiben.
    Herr Köppel Wünschen wir hoffentlich nicht zu viel Ärger in Bern.
    4 10 Melden

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