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Nach dem Protest im Bahnhof Luzern versammeln sich die Mitglieder der Vereinigung der Islamischen Jugend Schweiz, VIJS, an einer Podiumsdiskussion der Jungen SVP mit dem Thema ''Muslime in der Schweiz - wie weiter?'' im Gersag in Emmenbruecke. Die Junge SVP Luzern hat den Saal eigens gemietet um das Sommerseminar der VIJS im Gersag zu verhindern. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Mitglieder der Vereinigung der Islamischen Jugend Schweiz, VIJS, an einer Podiumsdiskussion. Bild: KEYSTONE

Initiative geplant

Unterwalliser SVP will Kopftücher in Schulen verbieten – Schweizer Trachten ausgenommen

27.03.14, 15:55 27.03.14, 18:09

Im Kampf gegen die Religionsfreiheit gibt die SVP Unterwallis keine Ruhe: Vor zwei Wochen wurde das von Jean-Luc Addor und Jérôme Desmeules postulierte Verbot von Kopfbedeckungen jeglicher Art – vom Kapuzenpulli über Schirmmützen bis zum islamischen Schleier – im Kantonsparlament zwar abgeschmettert. Hinnehmen wollen die Verfechter katholisch-konservativer Werte die Ablehnung aber nicht: Gestern Abend hat die SVP Unterwallis einstimmig beschlossen, eine neue kantonale Volksinitiative zu lancieren.

Statt komplett nackte Köpfe in den Walliser Schulen wollen die Initianten jetzt also ein Kopftuchverbot. Die Forderung ist damit zwar eine andere als noch bei der vom Kantonsparlament abgelehnten Initiative. Doch das Motiv ist das gleiche. Addor und Desmeules geht es ums Prinzip.

«Die Walliser Schule ist nicht konfessionslos»

Dieses Prinzip ist erzkonservativ: Die obligatorische Schule sei dazu da, christliche Werte zu vermitteln und zu bewahren. Ohne das Verbot von Kopfbedeckungen würde die Schule zu einem Ort verkommen, wo Sippenverhalten zelebriert werde und Attribute von anderen Religionen zur Schau getragen würden, hiess es noch in der Begründung zur abgelehnten «Nackte Köpfe»-Initiative. 

Die neue Initiative fusst auf denselben Argumenten, doch um nicht wieder eine Diskussion um Kapuzenpullis loszutreten, formulieren Addor und Desmeules dieses Mal konkrete Ausnahmen: Die Initiative würde das Tragen traditioneller Kopfbedeckungen mit christlichem Hintergrund selbstverständlich nicht verbieten. Schliesslich seien die Schüler «auf christliche Aufgaben» vorzubereiten. Und die Walliser Schule kein konfessionsloser Ort.

Diese Kopftücher wären also in den Walliser Schulzimmern gern gesehen:

Tracht aus Bagnes VS. Bild: KEYSTONE

Diese Hüte hier auch:

Tracht aus Evolene VS. Bild: KEYSTONE

Der Walliser SVP-Grossrat Addor ist für absurde Vorschläge bekannt. Letztes Jahr rief er über eine Facebook-Seite zur Einführung der Todesstrafe auf. Er stiess damit auf scharfe Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Und im Primarschulgesetz wollte er einen Paragraphen verankern, der das Anbringen von Kruzifixen in Schulzimmern zur Pflicht erklärt hätte.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rafaello 27.03.2014 22:51
    Highlight In einem Artikel, der journalistische Qualität für sich beansprucht, sollten Information und Meinung klar getrennt sein. Das ist hier nicht der Fall. Wer sich seriös über die Problematik des islamischen Kopftuches informieren will, kann die heftige Debatte in der Nationalversammlung der laizistischen, französischen Republik nachlesen, die Kopftuch, Kippa, Turban und große Kreuze im Jahr 2004 mit parteiübergreifender Mehrheit an allen Schulen verboten hat. .Das Abstimmungsergebnis lautete 494 zu 36 Stimmen.
    1 1 Melden
    • der nörgler 27.03.2014 23:11
      Highlight Ja und das wäre genau das richtige. Es geht nicht an, dass Kopftücher verboten, Kreuze aber erlaubt sind. Staat und Religion sind in der Schweiz getrennt. Also haben religiöse Symbole in staatlichen Einrichtungen nichts verloren. Auch nicht in den Schulen.
      1 2 Melden
    • Raphael Bühlmann 28.03.2014 00:29
      Highlight Das stimmt nicht ganz. Staat und Religion sind in der Schweiz eben nicht vollständig getrennt. Wir sind weiterhin offiziell ein christliches Land und nicht wie z. B. Frankreich laizistisch.
      1 1 Melden
  • Kza 27.03.2014 20:33
    Highlight Können die Walliser eigentlich irgendwann mal anfangen, die Bundesverfassung zu respektieren? Die Religionsfreiheit gilt auch im Wallis. Ende der Debatte.
    2 3 Melden
    • der nörgler 27.03.2014 23:08
      Highlight Das Verbot des Kopftuches steht nicht im Widerspruch zur Glaubensfreiheit. Verbürgt ist in der Schweiz nur, dass man glauben darf, was man will. Mehr nicht. Von religiösen Praktiken steht da nichts.
      3 0 Melden
  • elivi 27.03.2014 19:49
    Highlight "Die obligatorische Schule sei dazu da, christliche Werte zu vermitteln und zu bewahren." ... komisch, ich bin doch auch in die obligatorische Schule ... und viel christliche Werte wurde mir da generell nicht vermittelt ... pf ganz vergessen ich war sogar in ner KATHOLISCHEN Sek! und nicht mal dort wurde viel drauf gesetzt christliche Werte zu vermitteln ... ich kann micht nicht mal erinnern ob's irgendwelche Kreuze an den Wänden hatte, hatte wohl zu viel mit mathe, geometrie, deutsch, englisch, französiche und all dem Zeug ... da hats ned viel platz für religionsunterricht ... also gar keinen
    2 1 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 27.03.2014 18:34
    Highlight Religionsfreiheit muss bedeuten, dass man Zeichen seiner Religion tragen darf. Wir sollten gegenueber repressiven islamischen Laendern ein Vorbild sein und nicht sie unter einem christlichen Deckmantel imitieren.
    5 2 Melden
  • sewi 27.03.2014 18:22
    Highlight Die Frage was halten Sie von Kleidervorschriften ist falsch gestellt.
    1 0 Melden
  • Caturix 27.03.2014 17:43
    Highlight Am besten Schuluniformen in der Schweiz einführen. Dann hört das ganze Theater mit der Bekleidung auf. Alle gleich im Klassenzimmer und auch Lehrer müssten uniform angezogen sein.
    6 3 Melden
    • Sandromedar 27.03.2014 18:40
      Highlight Caturix du gehst aber auch nich zur schule... Schuluniformen wären nicht auszuhalten um es nett auszudrücken
      2 1 Melden

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