Schifffahrt
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Francesco Schettino arrives at the Grosseto court, Italy, Thursday, Dec. 11, 2014.  The captain of the Costa Concordia cruise ship continued his testimony Thursday about the 2012 shipwreck off an Italian island that killed 32 people while lawyers of the relatives of the victims questioned him. (AP Photo/Giacomo Aprili)

«Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino weist vor Gericht alle Schuld von sich. Bild: Giacomo Aprili/AP/KEYSTONE

Untergang der «Costa Concordia»

«Es fehlten 30 Sekunden»

Schuld sind immer die anderen. So verteidigt sich Francesco Schettino, vormals Kapitän des gesunkenen Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» bei seiner letzten Vernehmung. Nur 30 Sekunden hätten ihm gefehlt.

13.12.14, 22:42

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Die Crew soll Schuld sein, dass «Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino das Schiff nicht retten konnte. Das behauptete der angeklagte Schettino vor Gericht im italienischen Grosseto. Es sei fast gelungen, das Auflaufen auf einen Felsen zu verhindern. «Stellen Sie sich vor, was mit nur 30 Sekunden mehr Zeit hätte gemacht werden können, wenn man mir alle Informationen gegeben hätte», zitiert ihn die Zeitung «Il Tirreno»

«Wir waren schon fast soweit, die Katastrophe zu verhindern», behauptete der frühere Kapitän. Zuletzt hatte er vor Gericht noch erklärt, die Schwerkraft habe ihn vom Schiff gezwungen, als die «Costa Concordia» am 13. Januar 2012 vor der kleinen toskanischen Insel Giglio gegen einen Felsen prallte, leckschlug und kenterte. 

Die Staatsanwaltschaft wirft Schettino vor, das Schiff kurz nach dem Unfall in Panik in einem Rettungsboot verlassen zu haben, obwohl noch hunderte Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord waren. Der 54-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung in mehreren Fällen angeklagt. 32 Menschen waren damals ums Leben gekommen. 

Anfang 2015 soll der Prozess enden

Schon mehrfach erhob Schettino den Vorwurf gegen seine Besatzung, sie habe ihm in den dramatischen Minuten die notwendigen Informationen vorenthalten. Er sei bereit, «einen Teil der Verantwortung zu übernehmen, aber nur einen Teil». 

Für die Staatsanwaltschaft ist Schettino der Hauptverantwortliche. Nach dem von ihm veranlassten und misslungenen Manöver soll der Kapitän völlig den Kopf verloren haben: Demnach hatte er die Evakuierung viel zu spät veranlasst, sich dann selbst gerettet und die Menschen an Bord ihrem Schicksal überlassen. Schettino drohen 20 Jahre Haft. 

Der Mammutprozess gegen ihn hatte vor anderthalb Jahren begonnen. Nun steht er vor dem Abschluss. Laut «Il Tirreno» trat Schettino am Samstag zum letzten Mal im Zeugenstand. Die Schlussplädoyers von Verteidigung und Anklage sind demnach für Januar vorgesehen. (isa/afp)

FILE - In this Saturday, Jan. 14, 2012 file photo, the luxury cruise ship Costa Concordia leans on its starboard side off the port at Giglio, after running aground on the tiny Tuscan island of Giglio, Italy. The captain of the Costa Concordia cruise ship offered his first court testimony Tuesday, Dec. 2, 2014 about the 2012 shipwreck off an Italian island that killed 32 people, sitting hunched behind a table on a theater's stage while prosecutors questioned him from the first row. While Francesco Schettino has long said he looked forward to his day in court to vindicate himself, he was granted a request not to have his image, and only his voice, broadcast from the theater that has served as a courtroom due to the widespread interest in the case. Schettino is being tried alone on charges of manslaughter, causing a shipwreck. (AP Photo/Gregorio Borgia, File)

Das Wrack der Costa Concordia kurz nach dem Unglück im Januar 2012.  Bild: Gregorio Borgia/AP/KEYSTONE



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