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Funktionieren die wirklich?

Die kreativsten Studentenausreden: «Ich habe aus versehen Haschkekse gegessen»

Der Winter zu kalt, die Koffeintabletten zu stark, der Papa im Knast: Wenn es ums Erfinden von Ausreden geht, laufen einige Studenten zur Höchstform auf. Acht absurde Ausflüchte - und ob sie funktioniert haben.

28.03.14, 16:39

Ein Artikel von

lena greiner, spiegel online

Am Anfang fehlte vielleicht nur die Lust. Am Ende die Zeit. Und plötzlich, wie konnte das nur so schnell passieren, ist es soweit: Die Haus-, Bachelor- oder Masterarbeit muss eingereicht, das Referat gehalten oder die Klausur geschrieben werden. Panik macht sich breit.

Es gibt Studenten, die bleiben cool. Gehen in die Prüfung - und bluffen. Minimax lautet dieses Prinzip: Minimaler Einsatz, maximale Wirkung. Dafür braucht man allerdings Nerven. Und Glück. Andere Studenten bekommen hektische rote Flecken, Schweissausbrüche oder Schlafstörungen. Während sie wachliegen, grübeln sie: Welche Ausrede könnte mich vor dem sicheren Notenabsturz retten?

Wer sich nicht mehr nur vor sich selbst, sondern vor einem Dozenten oder Professor rechtfertigen muss, um sich erfolgreich vor einem eigentlich unaufschiebbaren Termin zu drücken, braucht Kreativität, denn selten sterben drei Omas in einem Semester. «Mittlerweile müsste auch schon eine ganze Eltern- und Grosselterngeneration erkrankt oder verstorben sein», witzelt ein Dozent der Kultur- und Sozialanthropologie über diese wenig einfallsreiche Ausrede.

Andere Studenten trumpfen mit ihren Ausreden richtig auf. Hier erzählen Professoren von besonders abstrusen Entschuldigungen, Studenten beichten ihre schönsten Ausflüchte - und berichten, ob sie damit erfolgreich waren.

Trotz Blackout brillieren

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Mündliche Pädagogikprüfung, Thema «Erziehung im Kibbuz»: Der Professor fragt nach wissenschaftlicher Literatur zu dem Thema. Der Student, der heute Journalist ist, hatte plötzlich einen Blackout. «Mein Hirn war leer», erzählte er. «Mir fiel überhaupt nichts ein - bis auf den Namen eines Freundes in Israel, der tatsächlich im Kibbuz lebt.» Und so plauderte er minutenlang über den vermeintlich führenden Forscher in Sachen Kibbuz-Erziehung, Nitai Keren - seinen Freund - und seine frei erfundenen umfassenden Studien und Ergebnisse.

Ergebnis: eine glatte (Schweizer) Sechs.

Pünktlich kommen? Physisch unmöglich!

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Ein Student kommt immer zu spät. Auf die Frage seines Dozenten, warum, antwortet er: «Ich stelle mir den Wecker so, dass er mich rechtzeitig weckt. Dann verschwindet die Zeit einfach … Ich weiss nicht, was dann passiert. Pünktlich zu kommen ist mir jedenfalls physisch unmöglich.»

Ergebnis: durchgefallen.

Warum im Wintersemester meist nichts geht

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Ein Dozent der Naturwissenschaften erhielt in einem Wintersemester diese Mail von einem Studenten, nachdem dieser schon seit Tagen unentschuldigt eine Übung versäumt hatte: «Hallo Herr XY, leider bin ich in letzter Zeit sehr oft krank durch hohen Stress in Verbindung mit dem ungewöhnlich kalten Wetter, aber bis April bin ich mit Sicherheit wieder vollkommen gesund und hole den versäumten Praktikumsblock - wie abgesprochen - ebenfalls nach. Vielen Dank im Voraus! Beste Grüsse»

Ergebnis: unbekannt.

Ich habe Haschkekse gegessen

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Ein Medizinstudent im 6. Semester soll zu einem Pharmakologie-Testat erscheinen. Doch er kommt nicht. Am nächsten Tag entschuldigt er sich bei seinem Professor mit diesen Worten: «Am Morgen des Testats habe ich zum Frühstück selbstgebackene Kekse gegessen, die meine WG-Mitbewohner am Abend auf dem Tisch haben stehen lassen. Danach ist mir so schwindelig geworden, dass ich nicht zum Testat erscheinen konnte. Am Nachmittag stellte sich heraus: Es waren Haschkekse.»

Ergebnis: Der Student durfte das Testat nachholen.

Papa sitzt im Knast

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Ein Architekturprofessor bekam einmal zu hören: «Ich musste meinen Vater abholen, er ist heute aus dem Gefängnis gekommen … Deshalb konnte ich meine Bachelor-Arbeit nicht abgeben.»

Ergebnis: unbekannt.

Die Oma ist nicht mehr

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Eine Pädagogikstudentin muss als Leistungsnachweis für ihren Master verschiedene Hausarbeiten anfertigen. Doch sie gibt sie nicht ab. Als Begründung sagt sie, ihre Oma sei gestorben. Diese Begründung gibt sie in diesem Semester gleich dreimal an. Der Kommentar der Professorin: «Auch in einer Patchwork-Familie sterben nicht drei Omas gleichzeitig.»

Ergebnis: durchgefallen.

Sorry, ich nahm zu viele Aufputschpillen

Auch hier kam eine angehende Ärztin dank einer Ausrede davon: Die Studentin (8. Semester) erschien nicht zur Prüfung. Ihre Begründung: Sie habe zu lange gelernt und deshalb Koffeintabletten eingeworfen. Leider waren es jedoch offenbar zu viele Aufputschpillen, deshalb sei sie jetzt nicht in der Lage, der mündlichen Prüfung beizuwohnen.

Ergebnis: Die Studentin kam damit durch.

An der Tastatur gescheitert

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Eine Studentin, die gerade im Ausland ist, hat offenbar viel zu spät mit ihrer Abschlussarbeit angefangen. Also schickt sie ihrem Dozenten der Kultur- und Sozialanthropologie eine Nachricht, warum sie unbedingt später abgeben muss. Der bemerkenswerte Grund: «Das heisst, dass ich hier auch mit einer anderen Tastatur werde schreiben müssen - ich versuche mich gerade einzugewöhnen, aber das Schreiben wird bestimmt nicht so schnell gehen wie auf der deutschen Tastatur.»

Ergebnis: unbekannt.

Der Text enthält Auszüge aus dem Buch:

Lena Greiner, Friederike Ott: Simulieren geht über Studieren. Akademisch für Anfänger. Erschienen beim Rororo Verlag.

Mussten Sie sich auch schon eine kreative Ausrede einfallen lassen? Hat sie funktioniert? watson ist gespannt auf ihren Input.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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Die 7 ungeschriebenen Gesetze des Studentenlebens

Es gibt sie ja bekanntlich zuhauf, diese Gesetzlichkeiten à la «Murphy's Law». In diversen gesellschaftlichen Arenen treten gewisse Phänomene wiederholt auf, ehe sie zu ungeschriebenen Gesetzen verkrusten. So auch im Studentenleben. Und du weisst es.

Ob nun perfide Ausprägung ausgefuchster Westentaschenpsychologie oder tatsächlich Wahrheit, und nichts als die Wahrheit: Am Lernen (oder im «Lernfahrplan») ist gemäss eigenen Aussagen NIE. JEMAND. ZU. IRGENDEINER. ZEIT.

Da der Terminus «Selbstlüge» leider sehr negativ konnotiert ist, mag dieses Gesetz als moralisch verwerflich daherkommen. Tut es aber nicht. Wem das nicht einleuchtet, hier eine kleine Auflistung:

Die Selbstlüge ermöglicht es dir, ein normales Leben zu führen, ...

Nicht direkt die …

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