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Sondermülldeponie Kölliken AG: «Wir sind vom Messergebnis eher angenehm überrascht»

Nach rund 200 Bohrungen ist klar: Auch die Sandsteinschicht unter der ehemaligen Sondermülldeponie Kölliken ist verseucht. Das aber ist keine Überraschung.

15.12.15, 06:49 15.12.15, 07:22

Jörg Meier

Der Rückbau der Sondermülldeponie Kölliken ist schon fast abgeschlossen. Rund 600'000 Tonnen Sondermüll wurden in acht Jahren ausgebaggert und entsorgt. Die Sanierung der Altlast kostet knapp 900 Millionen Franken. Wie das Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF berichtet, haben aktuelle Messungen ergeben, dass aus der leeren Grube jetzt noch rund 30'000 Tonnen Fels abgetragen und entsorgt werden müssen.

Die Betreiber sind nicht überrascht, dass der Untergrund der Deponie Kölliken verseucht ist.
Bild: keystone

«Wir sind vom Messergebnis eher angenehm überrascht», erklärte Geschäftsführer Benjamin Müller. Denn bei der Projektierung war man davon ausgegangen, dass etwa 75'000 Tonnen Fels ausgebaggert und abtransportiert werden müssen.

Schwarzer Sandstein

11'000 Tonnen Fels wurden bereits im Rahmen des ordentlichen Rückbaus weggeführt. Also müssen insgesamt nicht 75'000 Tonnen, sondern nur 41'000 Tonnen Fels aus der Grube entfernt werden. Eigentlich eine gute Nachricht. Dies der aktuelle Stand des Wissens, nachdem bisher rund 200 Bohrungen in den Felsen vorgenommen worden sind.

«Wir müssen nur 20 Prozent der felsigen Fläche ausbaggern», erklärt Müller, «aber dafür geht die Belastung stellenweise tiefer als wir angenommen haben.» Betroffen seien vor allem sandsteinhaltige Schichten. Da hat sich der ursprünglich braune Stein schwarz verfärbt. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Stein vergiftet ist. Es gebe aber auch Bereiche, in denen der Fels praktisch dicht geblieben sei, sagte Müller.

Video: keystone

Mehrere Schritte nötig

Falls die Belastung noch tiefer als fünf Meter in den Boden reicht, wird der Fels möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt saniert. Man würde erst die Grube mit sauberem Aushubmaterial auffüllen und danach die Halle demontieren. Dann erst soll der verseuchte Sandstein mittels Bohrungen aus der Tiefe geholt werden.

bild: keystone

Im Februar 2016 sind neue Sondierungsbohrungen geplant. Sie sollen definitive Ergebnisse liefern. Auf den Fahrplan der Sanierung hat der Fels keinen Einfluss, man hat das einberechnet und hat trotzdem einen Vorsprung von rund einem halben Jahr auf den Zeitplan: Bis 2019 ist die Grube saniert und Kölliken altlastenfrei. Und auch finanziell ist man auf Kurs, wie Geschäftsführer Benjamin Müller versichert.

(az Aargauer Zeitung)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 15.12.2015 08:37
    Highlight Sagt mir jemand, wohin der belastete ausgehobene Fels und Sandstein geht? WO und WIE wird der entsorgt? Einfach in die nächste Grube versenkt? Oder was?
    4 0 Melden
    • lvlin 15.12.2015 10:02
      Highlight auf den mond. dann reflektiert er nicht nur die sonne sondern leuchtet von selbst.
      5 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.12.2015 10:32
      Highlight Ab ins Ausland

      Der Grossteil der Abfallmenge kommt in eine Recyclinganlage nach Oberglatt ZH. Täglich fährt ein Zug mit rund 500 Tonnen Material zu der Anlage, die den Müll zerkleinert, sortiert und vorbehandelt. Ein Teil wird in der Schweiz entsorgt, der grosse Rest jedoch gelangt ins Ausland.

      So wie die Container mit dem giftigsten Inhalt. Sie werden von Kölliken direkt nach Holland und Deutschland verschickt, in spezielle Verbrennungsöfen. Rund 60 Prozent des gesamten Materials wurden exportiert und im Ausland weiterbehandelt. Rund 175 Millionen Franken kostet dies.

      4 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.12.2015 10:33
      Highlight Von der Verbrennung übrig bleibt am Ende meist gesteinsähnliche Ofenschlacke. Aber auch einige Dutzend Tonnen hochgiftiger Filterasche fallen an, mit Schwermetallen belastet, die nicht rezykliert werden können. Der dreckigste Rest, mit dem man nichts mehr anfangen kann.

      «Es gibt dafür heute noch keine technische Möglichkeit», sagt Deponiechef Müller. Die Asche verschwindet in ehemaligen Salzbergwerken in Deutschland. Dort soll sie für immer bleiben. Hoffentlich.

      http://www.blick.ch/news/schweiz/in-koelliken-ag-muessen-bloss-noch-30000-tonnen-giftmuell-weg-der-letzte-dreck-id3651005.html
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    • Gelöschter Benutzer 15.12.2015 12:10
      Highlight Danke für die Infos :-)
      0 0 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 15.12.2015 08:27
    Highlight Einfach krass der Aufwand, weil man beim entsorgen Geld sparen wollte! Die nächsten grossen Entsorgungsbaustellen sind unsere (uralt) AKW. Auch hier wird der Aufwand zum Rückbau krass unterschätzt und ist nirgendwo sauber kalkuliert. Am wenigsten bei den Betreibern selber.
    14 0 Melden
    • Baba 15.12.2015 19:55
      Highlight Peter Gasse, glauben Sie wirklich, dass es nicht noch mehr 'Kölliken' in der Schweiz gibt??? Etwas Ähnliches gibt es ca 5 km von der SMDK entfernt im Weiler Rothacker in Walterswil/SO... Eine ehemalige Kiesgrube, 'aufgefüllt' mit einem Mix aus vielen 'tollen' Substanzen; die Sauce läuft mehr oder minder ungehindert in Gewässer oder versickert im Boden.
      Daneben geht man davon aus, dass es in unserem schönen Land noch mehrere hundert sanierungsbedürftiger Deponien aus den 70/80er Jahren gibt.... 😕
      1 0 Melden

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