Schweiz

Spurensicherung Ort des brutalen Verbrechens in Rupperswil, drei Tage vor Weihnachten 2015. Bild: KEYSTONE

Lebenslänglich? Verwahrung? Was dem Vierfachmörder von Rupperswil droht

Der Täter ist gefasst. Nur: Welche Bestrafung erwartet den Mörder? Bekommt er so oder so lebenslänglich und wird verwahrt? So schnell geht das nicht. Das hänge von Details ab, welche jetzt noch ermittelt werden, erklärt der Lenzburger Kriminologe Martin Killias

14.05.16, 06:07 17.05.16, 18:41

Lukas Scherrer / az Aargauer Zeitung

Für Professor Martin Killias, einer der bekanntesten Strafrechtler der Schweiz, ist klar: «Es ist viel zu früh, um über das Strafmass des Täters zu spekulieren.» Zu vieles liege noch im Unklaren und müsse in den nun folgenden Ermittlungen geklärt werden: Wie hat der Mörder seine Tat geplant? Wie genau hat sich die grausame Tat abgespielt? Inwiefern war die Schusswaffe involviert? Und wie hat der sexuelle Übergriff auf den jüngsten Sohn von Carla Schauer genau stattgefunden?

Kriminologe Martin Killias.
Bild: KEYSTONE

Gerade die Vergewaltigung werfe einige Fragen auf, wie Killias erklärt: «Bei Mordfällen kommt es immer wieder vor, dass die Täter bei ihren Opfern schwere Gewalt anwenden.» Dies müsse allerdings nicht bedeuten, dass der Täter aus pädophilen oder homosexuellen Motiven gehandelt habe.

«Ein Mann alleine kann mit einem Messer unmöglich vier Menschen in Schach halten.»

Martin Killias

«Oft geht es bei solchen Übergriffen darum, die Opfer zu demütigen», so der Strafrechtsexperte. Ein sexueller Übergriff oder übermässige Gewalt sei auch nicht zwingend ein Indiz dafür, dass ein Täter psychisch gestört ist.

Fall dürfte bald aufgeklärt sein

Für Killias ist auch die Rolle der Armeepistole im Mordfall zentral. Er ist überzeugt: «Ein Mann alleine kann mit einem Messer unmöglich vier Menschen in Schach halten.» Inwiefern der Mörder Gebrauch von der Schusswaffe gemacht hat, wird also ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen sein – und Einfluss auf das Strafmass haben.

Im Rucksack des Täters gefundene Gegenstände.
Bild: KAPO AG

Es gibt also noch viel zu tun, ehe der Fall vor Gericht verhandelt wird. Dies müsse aber nicht lange dauern, wie Killias erklärt: «Bei Mordfällen mit mehreren Tätern gibt es oft viele Unklarheiten, die untersucht werden müssen. Im Rupperswiler Mordfall gibt es nur einen Täter. Es müssen nicht viele weitere Personen befragt werden.»

So unklar das Strafmass für den Mörder von Rupperswil zum jetzigen Zeitpunkt noch ist – über eines ist sich Killias sicher: «Die Polizei hat in diesem für die Schweiz ungewöhnlichen Fall grossartige Arbeit geleistet.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • mastermind 17.05.2016 15:36
    Highlight "Inwiefern war die Schusswaffe involviert?"

    Spielt das wirklich eine Rolle? Dieser Typ hat ein Kind vergewaltigt und vier(!) wehrlosen Menschen die Kehle durchschnitten; das schreit förmlich nach Galgen und Bschüttiwagä.
    2 2 Melden
  • Rim 14.05.2016 17:02
    Highlight Nicht zum erstem Mal frage ich mich, was Herr Killias uns sagen will: Der Täter hat offenbar bereits einen vierfachen Mord (besondere Grausamkeit) gestanden. Dazu die Vergwaltigung eines Kindes. Erpressung und Brandstiftung. Ich kann mir keine Richter vorstellen, die (ganz unabhängig davon ob psychiatrische Gutachten dem Täter eine pädophile, homosexuelle oder sadistische Anlage attestieren) bereits beim heutigen Wissensstand nicht die Höchststrafe (lebenslänglich) inkl. Verwahrung aussprechen würden. Killan will sich wieder mal wichtig machen! Das ist so daneben!
    81 6 Melden
  • Ril 14.05.2016 12:38
    Highlight Ernst gemeinte Frage: welchen Unterschied macht es, ob eine Vergewaltigung aus pädophilem, homosexuellem (???) Grund stattfand oder aus Grausamkeit? Ich sehe als Laie keinen Unterschied für das Opfer, und auch die Gefahr für die Gesellschaft, die vom Täter ausgeht, bleibt doch gleich?
    40 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.05.2016 13:04
      Highlight Das seh ich ganz genauso.
      23 1 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 14.05.2016 13:24
      Highlight Na ja, wahrscheinlich weil das pädophil, wenigstens das ausleben davon, eine weitere Straftat ist. Es werden für die Untersuchung alle Straftaten angeschaut... also bin nicht Jurist. Aber das macht so Sinn.
      7 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.05.2016 16:06
      Highlight Es geht darum, dass neben einer sehr langen Freiheitsstrafe auch eine sichernde Massnahme geprüft werden wird, evtl. eine Verwahrung. Dafür muss eingeschätzt werden, ob der Täter in rund 20 Jahren immer noch sehr gefährlich sein wird. Warum der Täter sein Opfer missbraucht hat wird für die Strafe eine untergeordnete Rolle spielen, ist aber wichtig bei der psychiatrischen Einschätzung der Gefährlichkeit.
      10 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 14.05.2016 12:01
    Highlight Je grausamer und unmenschlicher eine Tat, umso eher ist der Täter schuldunfähig, da er ja nicht menschlich handelt und deshalb eine Störung aufweisen muss, die ihn von seinen Taten entlastet. Der Täter darf sich wohl auf ganz viel nette Menschen und Psychotherapien freuen, die aus ihm wieder ein wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft machen werden. Nebenbei gewinnt die Wissenschaft wieder wichtiger Erkenntnisse über die Psyche des Menschen.
    5 31 Melden
    • Fabio74 14.05.2016 12:50
      Highlight um es kurz zu machen: Quatsch.
      Wie lebt es sich eigentlich in dieser Welt, wo alles so abrundtief schlecht ist und dem eigenen Weltbild zuwider läuft?
      19 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.05.2016 13:04
      Highlight Eine Störung macht nicht automatisch schuldunfähig. Reg dich wieder ab!
      21 0 Melden
  • ricardo 14.05.2016 11:35
    Highlight Weitere Untersuchungen hinsichtlich Tathergang und -motiven dienen doch primär der Beschäftigtung unserer Juristen-Kaste. Alleine das Resultat dessen, was dieser Pädo angerichtet hat, sollte eigentlich ausreichen, um das Verdikt der unbedingten Verwahrung auszusprechen.
    14 22 Melden
    • Fabio74 14.05.2016 12:51
      Highlight Als Laie sag ich falsch. Man kann wohl aus jedem Fall was lernen um bei zukünftigen Verbrechen bessere und schnellere Schlüsse zu ziehen.
      10 1 Melden
    • Marco Rohr 14.05.2016 14:44
      Highlight In einer Bananenrepublik mag das wohl so ablaufen, aber nicht in einem Rechtsstaat wie der Schweiz. Und das ist auch gut und absolut richtig so.
      14 1 Melden
  • Töfflifahrer 14.05.2016 10:04
    Highlight Herr Killias, Sie sind wohl bloss ein Theoretiker! Anders kann ich mir gewisse Aussagen nicht erklären.
    24 39 Melden
    • Theor 14.05.2016 11:20
      Highlight Martin Killias hat neben seiner Tätigkeit als Strafrechtsprofessor und Rechtstheoretiker auch als Bundesrichter gewirkt und war und ist noch heute Ansprechsperson für unzählige Expertengutachten. Gerade die beiden letzteren Tätigkeiten bescheinigen Herrn Killias damit überaus viel praktische Erfahrung.

      Ich würde Ihnen ja gerne konkret auf Ihre Bedenken antworten, aber da sie diese nicht nennen, bleibt mir Ihre Kritik verschlossen.

      Herrn Killias hat die Sache pragmatisch und analytisch korrekt wiedergegeben. Für die Beurteilung des Strafmasses sind viele Faktoren von Bedeutung.
      27 11 Melden
    • What’s Up, Doc? 14.05.2016 12:32
      Highlight @Theor, ich bin da nicht ganz deiner Meinung die Aussage, «Ein Mann alleine kann mit einem Messer unmöglich vier Menschen in Schach halten.» Ist für mich nicht analytisch korrekt. Es kommt nur sekundär auf die Art der Waffe an, primär geht es um das Druckmittel und die Kinder waren genau das richtige Druckmittel das hat der Täter eiskalt ausgenutzt. Der Täter hätte als Waffe genauso gut eine Stricknadel benutzen können. Der Rest seiner Aussage mag ja korrekt sein aber dieser eine Satz zeugt nicht gerade von analytischer Fachkompetenz. Diese Täter hat nichts mehr im öffentlichen Raum zu suchen.
      20 3 Melden
    • Theor 14.05.2016 13:07
      Highlight Sie sind aber in der Rekonstruktion des Tatherganges noch nicht soweit und das was Sie schreiben, ist daher noch Spekulation.

      Soweit mir bekannt, ist alles was wir bisher wissen dass der Täter sich durch einen "Trick" Zugang zum Haus verschafft hat und schlieslich den jüngsten Sohn mit einem Messer bedroht hat. Was ist in der Zeit passiert zwischen Zugang-verschaffen und Mit-MEsser-Bedrohen? Hat der jüngste Sohn einfach die Tür aufgemacht und war damit schon in Reichweite des Täters? Dann funktioniert es bestimmt, den Rest des Situation mit einem Messer unter Kontrolle zu haben. Aber musste
      8 8 Melden
    • Theor 14.05.2016 13:13
      Highlight er erst das Haus durchsuchen und seine Zielperson lokalisieren? Dann ist es schon unwahrscheinlicher, dass ein Messer mehrere distanzierte Personen in Schach halten konnte.

      Es gibt somit noch ein Blackout von der Zeit zwischen "Ins-Haus-Eindringen" und "Mit-Messer-Bedrohen". Gericht und Staatsanwaltschaft müssen dieses Blackout aber füllen und die Situation DANN abschliessend beurteilen. Mehr als das sagt Herr Killias eigentlich nicht. Und damit hat er Recht. Ein Lebenssachverhalt ist komplett zu rekonstruieren und anhand dessen müssen Motive und Schuld festgestellt werden.
      9 9 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 14.05.2016 09:46
    Highlight Vier Menschen mit einem Messer bedrohen? Geht ganz gut, wenn man dem Jüngsten das Messer an den Hals drückt und droht... dann fesseln sie sich gegenseitig... so hart, so grausam! Verwahrung und das für immer, fände ich gut. Aber will nicht vorverurteilen und dazu ist es zu früh... am Ende macht ein guter Verteidiger noch was strafmilderndes daraus, wenn er sagt, ein faires Verfahren war nicht möglich...
    48 5 Melden
  • Grundi72 14.05.2016 09:32
    Highlight Watson Leser tendieren wohl dazu den Mann relativ sanft anzupacken. Am besten psychisch therapieren inkl Whirlpool und Massagesalon oder so..

    Dem Typen wird jedoch im Knast durch Mithäftlinge das Leben wohl zur Hölle gemacht. Als Kindervergewaltiger steht er im Knast auf der untersten Stufe. Da kann ihm auch keiner aus der SP gross helfen.
    28 100 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.05.2016 10:07
      Highlight Wo steht hier etwas von sp und dass Watsonleser, den Mann nur therapieren wollen? Ich hab sowas nirgendwo gelesen. Setz mal deine komische Brille ab!
      92 17 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 14.05.2016 10:14
      Highlight Was genau hat sowas wieder mit der SP zu tun? Das einzige für was sich die SP einsetzt, ist zur Wahrung der Menschenrechte und Würde! Sowas steht jedem zu. Deine geliebte SVP stellt mindestens ebenso viele Richter wie die SP... es ist aber immer die SP...
      52 22 Melden
    • Vernon Roche 14.05.2016 11:25
      Highlight Bei Ihnen, Grundi72, haben ja die letzten 30 Jahre Gehirnwäschepolitik der SVP Nährboden gefunden.
      Ich bin für das härtest mögliche Strafmass per Gesetz.

      Gruss, ein Watson-Leser
      41 3 Melden
    • Fabio74 14.05.2016 12:53
      Highlight Vielleicht solltest du mal deinen unbegründeten SP-Hass untersuchen lassen.
      Es geht hier weder um links noch rechts, und auch nicht um Rachesondern um die Strafverfolgung und die Justiz. Und die soll ihre Arbeit machen können und schliesslich ein Urteil fällen.
      Der ganze Rest ist deines Kommentars, ist der übliche SVP-blabla ohne Sinn

      21 5 Melden
    • Rim 14.05.2016 18:24
      Highlight Töfflifahrer: Sie haben ja so recht: Killias ist immer nur zur Stelle, wenn es um "medienwirkasme" oder "spektauläre" Fragen oder Fälle geht. Da ist er immer an vorderster Front. Die vielen Fälle (Verwahrung oder kleine Verwahrung) die meist aus poltischen Gründen für unspektaktuläre Unterschichtler ausgesprochen werden, dafür interessiert er sich nicht. Dabei wäre das ein "weites Feld". Aber eben unspektakulär. Und deshalb ist Killias für mich (auch im rechtsstaatliche Sinne) eine "korrumpierte, pseudowissenschaftliche Dirne". Nur im Dienste seines Egos. Nicht im Dienste des Rechtsstaats!
      29 4 Melden
  • niklausb 14.05.2016 07:03
    Highlight Wiso genau soll einer mit einem Messer nicht 4 Personen unter kontrolle bringen können? Wenn einer meinem Kind ein Messer an die Kehle hält mache ich was der sagt und hoffe das er nicht durchzieht..... Oder habe ich da irgendwie verpasst das eines der opfer nahkampferfahrungen hatte?
    117 2 Melden
    • Oban 14.05.2016 09:39
      Highlight Das sehe ich ebenso, die Frau hatte ja vermutlich solche Angst um ihre Kinder, dass sie es nicht mal schaffte in der Bank der Angestellten einen Hilferuf zu irgendwie zu übermitteln. Wie kann man den davon ausgehen das sie imstande gewesen wäre einen Eindringling mit einem Messer in der Hand zu überwältigen.
      36 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.05.2016 09:58
      Highlight Das Stimmt. Sobald man das Kind in der Gewalt hat, ist es vollkommen natürlich, alles zu tun um das Leben des Kindes zu schützen. Darunter gehört, kein Risiko einzugehen. Das wäre nicht das erste mal. Die Idee dass Eltern ihr UND das Leben ihres Kindes riskieren, wie Liam Neeson in Taken, ist hauptsächlich Hollywood Fantasie
      33 2 Melden
    • niklausb 14.05.2016 14:42
      Highlight Eben aber dieser Experte hier sagt das sei unmöglich....?
      5 1 Melden

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