Schweiz

Diese Gegenstände wurden im Rucksack von Thomas N. gefunden.
Bild: KAPO AG

«Der frühe Tod des Vaters war ein schwerer Schlag für den Täter von Rupperswil»

Er beging eines der schlimmsten Verbrechen der Schweizer Kriminalitätsgeschichte – und lebte danach weiter, als wäre nichts geschehen. Weder vorher noch nachher ahnte in Rupperswil jemand, wer Thomas N. wirklich ist.

15.05.16, 15:25 17.05.16, 18:36

Beat Kraushaar, Sarah Serafini und Fabienne Riklin / schweiz am Sonntag

Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Es schüttet in Strömen. Die Strassen sind menschenleer, Rupperswil ist am Samstagmorgen wie ausgestorben. Einen Tag nachdem die Polizei die Verhaftung von Thomas N.* bekannt gegeben hat, können die Dorfbewohner immer noch nicht glauben, dass der Vierfach-Mörder aus ihrer Mitte stammt. Er wuchs mit Familie und Bruder in einer Reihenhaus-Siedlung mitten im Dorf auf. «Das ist entsetzlich», sagt eine Anwohnerin. «Nie hätten wir das für möglich gehalten.»

Nach der Tat lebte der 33-jährige Thomas N. nur wenige hundert Meter vom Haus entfernt, wo er der Mutter Carla Schauer, ihren Söhnen Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simona F. (21) die Kehle aufschlitzte. Und sich am jüngeren Sohn verging. Das war am 21. Dezember 2015. Danach machte er über Monate weiter, als wäre nichts gewesen. Auch den Nachbarn ist nichts aufgefallen.

Das perfide Kalkül der Gewalttat überrascht selbst die Kriminalpolizei. Der Forensiker Bernd Borchard zeichnet das beklemmende Psychoprofil des Täters.
Video: kaltura.com

«Er war wie immer. Grüsste knapp und war meist mit seinen beiden Hunden unterwegs.» Sein täglicher Spaziergang führte ihn am Fahndungsaufruf vorbei, der unweit seines Hauses aufgehängt war. 100'000 Franken hatte die Polizei auf ihn ausgesetzt. Doch das liess ihn kalt. Er schien sich seiner Sache sicher.

Eltern alarmiert

Noch am Abend vor seiner Verhaftung besuchte er einen Fussball-Match in der Region. Bis vor drei Jahren war er selbst Trainer der C-Junioren-Mannschaft «Seetal Selection». Danach wechselte er auf eigenen Wunsch in die Funktion des Mannschaftskoordinators des Klubs. Roland Wenger, Sprecher bei «Seetal Selection», kannte Thomas N. vor allem als Freund des runden Leders. Er sagt: «Thomas ist ein ausgezeichneter Fussballfachmann und gab gute Trainings.» Die Eltern von Fussballspielern, die bei N. trainiert haben, sind trotzdem alarmiert. Denn N. hatte sich am 13-jährigen David sexuell vergangen, bevor er die vier Opfer tötete. Für Wenger ist diese Tatsache unfassbar. «Dass solch eine Tat aus den Reihen eines Junioren-Trainers kommt, ist abscheulich.» Er habe die Eltern vorerst beruhigen können. Im Klub habe es nie einen Vorfall wegen Pädophilie gegeben.

Wenger nahm N. als Einzelgänger wahr. Aber nicht als einen typischen. «In den Trainingslagern sass er durchaus auch am Tisch, wenn wir noch ein Bier trinken gingen», sagt er. Diese Erinnerungen an N. seien jetzt, da Wenger weiss, mit was für einem Menschen er es zu tun hatte, schwer verdaulich. Noch diese Woche habe er ihn in Aarau gesehen.

146 Tage Angst: Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil

Über eine andere Begegnung zerbricht sich Wenger seit der Verhaftung von N. den Kopf. «Ich sah ihn kurz vor Weihnachten am Bahnhof Aarau. Und ich kann mich einfach nicht erinnern, ob es vor oder nach dem 21. Dezember – dem Tag des Mordes – war.»

Thomas N. plante in dieser Zeit sogar weitere gleich gelagerte Verbrechen, wie die Polizei am Freitag bekannt gab. Bei der Verhaftung fand sie bei ihm zu Hause in einem Rucksack Kabelbinder, Klebeband und Seile. «Sein Verhalten zeugt von grosser Kaltblütigkeit», sagt Gerichtspsychiater Thomas Knecht. «Das zeigt auch, dass er unter Stress noch sexuelle Lust empfand.»

Matura-Arbeit über Terror

Seine Interessen für Gewalt und Zerstörung schienen schon seit Jahren in ihm zu schlummern. Seine Matura-Arbeit verfasste er über den Terroristen Osama Bin Laden und die Anschläge von New York. 27 Seiten lang ist das Dokument mit dem Titel «Osama Bin Ladens Motive für die Terroranschläge vom 11. September 2001». Das zeigen Recherchen. Thomas N. verfasste die Arbeit im Jahr 2003 an der Neuen Kantonsschule Aarau. Er belegte dort die Schwerpunktfächer Geistes- und Sozialwissenschaften.

N. galt in der Kantonsschule als unauffälliger Schüler und ist stets mit dem Strom geschwommen. Das war schon in der Primarschule in Rupperswil so. Seine Primarlehrerin erinnert sich: «Er war weder ein besonders guter noch ein besonders schlechter Schüler.» Er sei ihr nicht gross aufgefallen.

5 perfekte Schweizer Morde

Von seinen abartigen Neigungen ist bis zur schrecklichen Bluttat nichts nach aussen gedrungen. Laut Polizei war er ein unbescholtener Bürger. Forensiker Knecht sagt: «Ein Strafregisterauszug zeigt nie alles auf.» Es könne sein, dass der Täter in der Vergangenheit da und dort durch antisoziales Verhalten aufgefallen sei.

Der Vater war sein Vorbild und starb unerwartet

Ein Bruch im Leben von Thomas N. war der frühe Tod seines Vaters und Vorbildes. Der hohe Beamte ist 2011 im Alter von 58 Jahren unerwartet zu Hause an einem Herzinfarkt verstorben. «Das war ein schwerer Schlag für die Familie und besonders für Thomas», sagt ein Nachbar, der die Tragödie hautnah miterlebte. «Er ist an seinem Vater gehangen. Sie hatten ein sehr enges Verhältnis.»

Der Nachbar geht davon aus, dass Thomas N. nie über denTod seines Vaters hinweggekommen ist und er sich seither noch stärker zurückgezogen hat. War der Tod ein Mitauslöser für die unterdrückten Gewalt- und Sexualfantasien?

«Wir vermissen dich», steht auf einem Herz, das über dem Urnengrab des Vaters hängt. Wenn Thomas N. auf dem Friedhof Rupperswil um seinen Vater trauerte, lagen keine zehn Meter davon entfernt die von ihm brutalst ermordeten Mitglieder der Familie Schauer begraben.

Während er ihr Leben auslöschte, lebte die Familie N. nach aussen ein harmonisches Miteinander. «Der Tod des Vaters schweisste die Hinterbliebenen noch mehr zusammen. Regelmässig kam der Bruder von Thomas mit seinen Kindern auf Besuch», erzählt der Nachbar.

Die Grossmutter hütete dann jeweils die Enkelkinder, und nichts deutete auf das dunkle Geheimnis von Thomas N. hin, das sich hinter der Mauern der schmucken Einfamilienhaus-Siedlung verbarg.

Nur einmal zeigte der gefühlskalte Vierfach-Mörder bei seiner Tat eine Regung: Den kleinen Malteser-Hund «Chilli» der Familie Schauer liess er am Leben.

* Name der Redaktion bekannt

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Brikne, 20.7.2017
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76Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 17.05.2016 22:36
    Highlight Leider wurden bei diesem Verbrechen 4 Menschen getötet.
    Man kann das nicht mehr rückgängig machen.
    Er hat trotzdem das Recht auf einen fairen Prozess.
    Die größte Strafe des Täters ist,dass er noch am Leben ist.

    0 0 Melden
  • pamayer 16.05.2016 14:41
    Highlight Kann einen zusammenhang haben. kann aber nie quasi als rechtfertigung herbeigezogen werden.
    8 0 Melden
  • Sandro Z. 16.05.2016 12:36
    Highlight Ich war 21, als mein Vater starb. Das hier kann nichts damit zu tun haben, dass sein Vater "früh" starb. Denn seine Osama Arbeit schrieb er schon Jahre vorher, da lebte sein Vater noch. Auch dass er den 13 jährigen missbraucht hat, kann nichts mit dem Tod des Vaters zu tun haben. Dieser Thomas N. scheint eher ein kaltblütiger brutaler Sadist zu sein. Wenn einer mit 27 seinen Vater verliert, ist das sicher etwas früh, aber er ist alt genug. Alles andere hat er auch gemeistert. Und die allgemeine Arroganz rührt bestimmt auch nicht daher.
    14 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 09:23
    Highlight Ich hoffe nur eines, dass dieser kaltblütige Mörder nie mehr aus dem Gefängnis heraus kommt, nicht wie Tschanun den wieder freigelassen hat, nachdem er vier Personen erschossen und einen zum Krüppel gemacht hat.
    19 3 Melden
  • Rim 15.05.2016 20:55
    Highlight wir müssen aufpassen! Es ist es richtig, dass in unserer Gesellschaft die Emphatie fehlt. Bereitschaft und Fähigkeit, sich in Leben & "Verletzungen" anderer Menschen ein zu fühlen. Verständnissvoll für Dinge zu sein, die Menschen von Maschinen unterscheiden. Aber halt: Ein zu früh verstorbener Vater darf niemals als "Erklärung" fürs "Abschlachten" von 4 Menschen & vorgängiger Vergewaltigung eines Kindes "missbraucht" werden. Sowenig wie es für Abschlachtungen der IS in einer zivilisierten Welt "Erklärungen und Begründungen" geben darf. Das "Böse" braucht man nicht zu "verstehen"! Es ist!
    120 4 Melden
    • malu 64 16.05.2016 00:03
      Highlight Kaum ist der Täter hinter Gitter wird schon seine Biografie plattgetretten. Jeder pseudo
      Fachmann gibt seinen Senf dazu.
      Der Täter ist verhaftet. Sicher wird
      er verwahrt. Die Frage ist nur ob er zur Tatzeit zurechnungsfähig war. Lebenslang Psychiatrie oder
      Gefängnis?
      4 6 Melden
  • Kari Metzger 15.05.2016 20:42
    Highlight Mein Vater starb, als ich 10 Jahre alt war. Wir waren vier Kinder, die Mutter krampfte 20 Stunden am Tag. Weshalb soll der frühe Tod eines Elternteils als Entschuldigung für eine solche Tat gelten?
    92 11 Melden
    • peeti 15.05.2016 21:34
      Highlight Wer spricht denn von entschuldigen? Man will die Tat höchstens etwas besser verstehen/einordnen können. Ob das jetzt gut oder schlecht ist - egal. Aber es ist halt menschlich auf solche Taten Antworten finden zu wollen.
      21 31 Melden
  • malu 64 15.05.2016 20:25
    Highlight Zum Glück kann das Volk nicht richten. Manche Kommentare,
    wiederspiegeln die perversen
    Rachegelüste des Durchschnitts_
    users!
    38 57 Melden
    • Rim 15.05.2016 21:46
      Highlight finden Sie? Ich kann kaum etwas erkennen, das in Urteilsverhandlungen nicht zur Sprache kommen wird. Dieser Fall ist dermassen "pervers"- um bei Ihrem Sprachgebrauch zu bleiben - dass ein angebrachtes Strafmass selbst bei Richtern durch alle Instanzen zu lebenslänglicher Verwahrung führen wird. Ich würde mit Ihnen gerne eine Wetter darüber abschliessen. Eine Million würde ich für die Verwahrung investieren. (Denn so pervers ist die CH Justiz nicht, dass sie - über alle Instanzen - etwas anders sprechen wird. Glauben Sie mir. (Uebrigens rechtsstaatlich korret und absolut "verhältnismässig"!
      34 1 Melden
    • Sandro Z. 16.05.2016 12:44
      Highlight malu 64, jeder normale "Durchschnitts-user" verspürt Abneigung bei so einer Tat. Sie nicht ? Ihr Kommentar scheint eher befremdlich. Es ist normal, dass man sich wünscht, dass Thomas N. lebenslänglich bekommt. Sie können ihn ja im Gefängnis besuchen, wenn sie so eine Zuneigung hegen.
      11 2 Melden
  • Spooky 15.05.2016 19:19
    Highlight Ich habe eine andere Erklärung: Möglicherweise ist Thomas N. als Kind auf den Kopf gefallen.
    30 29 Melden
  • malu 64 15.05.2016 19:03
    Highlight Jetzt sind wieder alle die Pseudo
    Forensiker losgelassen. Diese super Fachleute, die sich nur an
    Theorien und Fallstudien orientieren. Studierte Theoretiker
    welche irgendwelche Berichte verfassen und Ihren Senf dazugeben. Nun wird die Biografie
    des Täters lang und breit getreten.
    Auch Täter haben ein Recht auf Privatsphäre.
    19 78 Melden
    • Mia_san_mia 17.05.2016 00:09
      Highlight Der hat auf gar nichts mehr ein Recht...
      6 5 Melden
    • Fabio74 17.05.2016 10:32
      Highlight @mia san mia: Du hast den Rechtsstaat nicht verstanden. Rechte gelten für alle
      1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 18:43
    Highlight Die Verhätschelung des Täters hat schon begonnen und sie wird vor Bundesgericht enden, indem man von lebenslanger Verwahrung absehen wird. Obwohl schon jetzt bekannt ist, dass er weitere Taten begehen wollte...
    30 63 Melden
    • Fabio74 15.05.2016 21:16
      Highlight Immer spannend wer hier alles Experte oder Mike Shiva ist. Lassen wir die Justiz ihren Job machen
      21 9 Melden
    • Alex23 15.05.2016 21:57
      Highlight Verhätschelung des Täters?
      Bundesgericht?
      Wahrlich, King Kong weiss und sieht mehr als alle Normalsterblichen.
      11 2 Melden
  • dä dingsbums 15.05.2016 18:05
    Highlight Dabei war sich Toni Brunner sicher, dass der Täter Ausländer war:

    "Würde mich gar nicht wundern, wenn im Fall Rupperswil, den Rätselmorden, wenn da kriminelle Ausländer dahintersteckten, aber die Behörden kommunizieren es nicht, aus Angst vor der Abstimmung."

    ttp://www.blick.ch/news/politik/durchsetzungs-initiative-philipp-mueller-fdp-gegen-toni-brunner-svp-die-letzte-schlacht-id4717185.html

    110 24 Melden
    • äti 15.05.2016 18:29
      Highlight Das von Brunner ist für mich eine sehr üble Aussage. Es tut vielleicht seiner kranken Einstellung gut, aber die Schweiz ist längst nicht so simpel gestrickt.
      56 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 18:41
      Highlight Da bezieht man sich für einmal gerne der Blick-Quelle, gell?
      29 47 Melden
    • Turi 15.05.2016 18:47
      Highlight Jetzt ist es also kein Ausländer, sondern einer von 'uns'. Da werden ein paar Wutbürger dran zu beissen haben.
      66 30 Melden
    • Charlie Brown 15.05.2016 20:38
      Highlight @KingKong: Weil diese Sche**** halt im Blick publiziert wird?

      Anstatt das zu würdigen, was der Toneli gesagt hat zündet man den an, der es hier erwähnt? Reife Leistung.
      29 6 Melden
    • äti 15.05.2016 20:57
      Highlight @Kingkong: gehört der Blick nicht Blochers? Um drei Ecken herum?
      3 13 Melden
  • Bowell 15.05.2016 17:56
    Highlight Der Hund "Chilli" war zur Tatzeit gar nicht zu Hause...
    42 5 Melden
  • 7immi 15.05.2016 17:53
    Highlight lasst doch diese blicksche berichterstattung. mir ist es völlig egal, welche familientragödien der täter durchmachte, in welchen gefühlszuständen er sich befand und was für ein armer er war. fakt ist, dass er die menschen umgebracht hatte. dies ist mit absolut nichts zu entschuldigen oder gar zu rechtfertigen. vier unbeteiligte, unschuldige personen mussten grausam sterben. ein solcher artikel holt weder die opfer wieder zurück sins leben, noch hat er irgendwelche wichtige inhalte. er erhitzt lediglich die gemüter. also lasst es einfach.
    112 20 Melden
    • Turi 15.05.2016 18:50
      Highlight Auf Blick hat ein solcher Artikel Kommentare mit mehr als 1000 Likes erhalten. Das Volch braucht solche Artikel, wo es harte unmenschliche Strafen fordern kann. Siehe auch hier gewisse Kommentare.
      16 38 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 19:05
      Highlight Du hast Recht, dass die Tat nicht zu rechtfertigen ist und dass der Artikel keine Opfer zurückholt.

      Aber "Verstehen" und "Rechtfertigen" sind keine Synonyme.

      Je besser man solche Menschen verstehen kann, umso besser kann man ähnliche Tragödien in der Zukunft verhindern.

      Das Beste, was man erreichen kann, ist Opfer zu verhindern! Und das geschieht nicht durch Schweigen.
      49 9 Melden
    • NewYorker 15.05.2016 19:33
      Highlight Es geht doch nicht immer darum, etwas zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, sondern schlicht und einfach, warum sowas passieren konnte. Bei Hitler oder bei Manson fragt man sich ja auch seit Jahrzehnten, warum...
      25 4 Melden
    • 7immi 15.05.2016 20:06
      Highlight die tat hat keinen logischen bezug. sie passierte aufgrund seiner triebe. was will man hier verstehen? im nachhinein ist alles klar und hängt zusammen. vorgängig weiss man aber nichts. scheinbar war es ja ein unauffälliger zeitgenosse gemäss den rupperswiler.
      oder anders gefragt: wird jetzt jeder beschattet, der seinen vater verliert? oder eine maturarbeit über terrorismus schreibt? solche taten kann man vermutlich nicht verhindern... leider.
      10 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 20:43
      Highlight Weil die paar Rupperswiler, die sich vor die Kameras zerren liessen, repräsentativ für alle sind?

      Das Erkennen beginnt nicht beim Tod des Vaters oder bei der Matur-Arbeit über Terrorismus sondern schon viel früher. Und wenn man weiss, worauf zu achten ist, kann das hilfreich sein.
      12 9 Melden
    • 7immi 15.05.2016 22:13
      Highlight das mit den rupperswiler soll nur zeigen, dass solche leute nicht auffallen.
      wie wäre denn dein vorschlag zum vorzeitigen erkennen? alle überwachen ala ddr?
      2 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 22:26
      Highlight Wieso muss es denn immer gleich eine Totalüberwachung sein? Ich zähle mehr auf Bildung und Achtsamkeit.

      Wenn die Leute wissen, worauf zu achten ist, können sie aufmerksamer agieren. Das hat schon manches Leben gerettet.
      6 4 Melden
    • 7immi 15.05.2016 23:58
      Highlight seit wann verhindert bildung straftaten? sehr spezieller ansatz. zumal auch dieser herr als student nicht bildungsfern ist... auch pädophilie hat nichts mit bildung zu tun. ausserdem wüsdte wohl jeder mörder, dass er nicht morden soll.
      soll ich also meine nachbarn beschatten? villeicht plant ja einer einen mord...
      4 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 08:46
      Highlight 7immi
      Ich dachte dabei auch nicht an die Bildung des Täters, sondern vielmehr an eine allgemein breitere Bildung zu psychosozialen Faktoren. Neuropsychologie, Verhaltenspsychologie, etc. Dieser Ansatz ist nicht speziell, sondern realistisch.

      Speziell und geradezu lebensfeindlich ist vielmehr die aktuelle fast ausschliessliche Ausrichtung der Schulen auf Wirtschaft und Karriere.

      Wenn du "beschatten" sagst, sprichst du von aktivem Spitzeln.
      Ich hingegen spreche von Achtsamkeit im Zusammenhang mit Sachkenntnissen. Ich möchte mehr soziale Nähe und weniger hierarchisches Ausgrenzen.
      5 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 17:42
    Highlight Oje, mit 28 Jahren verliert er überraschend den Vater und beschliesst Pädophil zu werden. Der arme Mann hat mein vollstes Mittleid.
    70 29 Melden
  • Alex23 15.05.2016 17:32
    Highlight Der Tod des Vaters als Mitauslöser für verdrängte Gewalt- und Sexualphantasien?
    Also, zum einen hat er das ja am Ende nicht "verdrängt" und zum anderen scheint mir da die Suche nach Kausalitäten doch etwas erzwungen.
    73 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 19:11
      Highlight Die Fantasien waren schon lange da. Darum heisst es ja auch "verdrängte Fantasien".

      Ein psychologische Auslöser muss keine Ähnlichkeit haben. Ein Auslöser ist eine Erschütterung. Das kann alles Mögliche sein. Der Tod eines geliebten Menschen, eine Scheidung, eine Kündigung, ein Unfall, etc.

      Es geht darum, dass durch eine Erschütterung die Kraft für die bisherige Verdrängung verloren geht.

      Stell es dir vor wie einen brüchigen Staudamm (Verdrängung), der Fluten (Fantasien) zurückhält. Egal ob ein Sturm, Erdbeben oder was anderes am Damm rüttelt, wenn es zu fest ist, dann bricht der Damm.
      27 5 Melden
    • Alex23 15.05.2016 21:48
      Highlight Rhabarber:
      Das kann ich mir durchaus vorstellen und schliesse eine solche Möglichkeit nicht aus. Aber diese rückwirkende Analyse ist doch sehr hypothetisch. Dass dahinter das Bedürfnis steht, eine so wenig nachvollziehbare und abstossende Tat auch nur in Ansätzen verständlich zu machen, ist wohl menschlich, aber wirkt auch gleichzeitig irgendwie sehr hilflos.
      4 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 22:34
      Highlight Vielleicht wirkt es hilflos, wenn man sowas nur aus den Medien kennt und nicht selbst im Bereich von Tätern lebt oder mit Opfern zu tun hat. Sobald man aber nicht nur Leser eines Artikels ist, sondern mitten drin steckt, sieht es ganz anders aus.

      Leider ist das für zu viele Menschen mehr als eine Hypothese. Und du kannst dir absolut sicher sein, dass auch der eine oder andere davon News liest. Wenn auch hoffentlich nicht noch so ein Extremfall dabei ist.

      Zu verstehen, was im Täter abläuft, kann einem Opfer helfen, auf emotionale Distanz zu gehen und damit der 1. Schritt zur Befreiung sein.
      6 1 Melden
    • Alex23 16.05.2016 05:49
      Highlight Okay, Rhabarber. Ich merke, dass du entweder von Berufs wegen oder auf andere Weise persönlich involviert bist in diese Thematik. Ich akzeptiere, da ich mich rein theoretisch mit der Frage auseinandersetzte (wenngleich doch sehr berührt über eine so fürchterliche Tat), da nicht über genügend direkten Einblick zu verfügen.
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 08:52
      Highlight Alex23

      Solche Taten sollen und müssen berühren. Es ist wichtig, dass darüber gesprochen wird und dass es auch öffentlich thematisiert wird. Aber zu verstehen, wie es dazu kommt, bedeutet in keinster Art und Weise, die Tat zu rechtfertigen. Es muss darum gehen, weitere Taten zu verhindern.
      7 1 Melden
  • andy y 15.05.2016 17:11
    Highlight Viele Väter sind gestorben und deren Kinder sind nicht zu Mördern geworden obwohl es für den einen oder anderen sehr schwer war.
    102 6 Melden
    • kliby 15.05.2016 17:21
      Highlight Andy, natürlich.
      Jesus (ein altmodisches Konzept, ich weiss) sagte in einer ähnlichen Situation zu seinen erzürnten Mitmenschen:
      "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein (auf sie)."
      13 72 Melden
    • Martiis 15.05.2016 18:18
      Highlight "In einer ähnlichen Situation"
      Ernsthaft?
      Jesus sagte das bezüglich der Bestrafung einer Ehebrecherin.
      38 3 Melden
  • cassio77 15.05.2016 16:49
    Highlight Diese Berichte bringen niemandem etwas. Weder der Allgemeinheit, weder den Opfern selbst und am wenigsten den Angehörigen. Geht neue Wege! Schreibt etwas über Pinguine!
    100 23 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 18:02
      Highlight Danke!
      21 11 Melden
    • Granini 15.05.2016 18:16
      Highlight Jaaa! Pinguine!! :-D
      Und ja: Hört auf, das auszuschlachten. Überlasst das Blick und Co.
      Gerne wieder wenn das *[bitte passende Wortwahl auswählen]*** vor Gericht ist.
      4 9 Melden
    • usehername 15.05.2016 19:57
      Highlight Genau,...oder Orangensaftkonzentrat...okay ich gebs zu: hab mich auch zu Kommentaren hinreissen lassen...
      1 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 08:54
      Highlight Der Nachbar wird Opfer eines Gewaltverbrechens und wir diskutieren über Pinguine und Orangensaft. Schöne neue Welt.
      6 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 11:09
      Highlight Sorry aber irhendwo langts doch Rhabarber? Dieses auschlachten der Medien all diese Kommentare von volld*** welche weder was mit Opfer oder dem Täter zu tun hatten aber es alle besser wissen. Hilft das zum abschliessen? Nein es macht einen nur agressiver und agressiver bis zu dem Punkt das man wünscht dies wäre anderen wiederfahren! Da lese ich lieber etwas über Pinguine und Orangen, denn cassio und co sind die wenigen die begriffen haben, das dies den Angehörigen mehr hilft als das ausschlachten. Wer so informationsgeil ist soll zum blick
      3 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 11:09
      Highlight So viel zum kommentarlos bleiben, aber die Leute hier aktivieren echt meine Buttons -.-
      2 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 12:36
      Highlight Schliesse nicht von dir auf andere! Wenn du etwas nicht lesen willst, dann lies es nicht! Aber mokier dich nicht über diejenigen, die interessierter sind und etwas bewegen wollen und können.
      5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 12:41
      Highlight Ach ja: von wegen "Wer so informationsgeil ist, soll zum Blick." Ganz schön frech. Ist ja nicht so, als wüsstest du alles oder gar besser. Schon mal dran gedacht, dass das, was du so abwertest anderen helfen könnte? Vermutlich nicht. Zu unvorstellbar, wenn man sowas nur aus den Medien kennt.

      Ignoranz hilft nur selten.
      3 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 13:45
      Highlight Inwiefern sollte diese Infos bitteschön helfen? Des Opfers besten Freundin hilft das nicht weiter. Da hätte der Artikel das man den täter gefasst hat gelangt, aber du was erwarte ich von mensvhen Empathie für die Angehörigen wenn keiner von euch direkt oder indirekt betroffen ist? Ich enthalte mich jedenfalls ab jetzt da die Medien ja genug hineininterpretieren. Und ja als indirekt Betroffene nemme ich mal schwer an das ich mehr weiss als du!
      1 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 15:45
      Highlight Artikel, die man nicht lesen will, soll man nicht lesen!

      Antworten auf deine Frage gab ich in den Kommentaren zu diesem Artikel schon mehrfach.

      Ich habe ehrliches Mitgefühl mit den Betroffenen. Deine Reaktion ist verständlich, wenn du mit drin bist. Es erlaubt dir aber kein Urteil über Leute, von denen du nicht weisst, wo oder wer sie sind. Nicht jeder reagiert gleich.

      Es ändert auch nichts an meiner Meinung, dass Vorsorge nötig ist. Jetzt schweigen und beim nächsten Opfer wieder trauern? Nein! Besser schon im Vorfeld verhindern, was nur geht. Und das funktionert nicht durch Ausblenden.
      5 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 16:42
      Highlight Danke fürs verständniss Rhabarber, da hast du zum Teil recht. Ja da habe ich mich emotional mitreissen lassen ist aber auch nicht einfach.. Einen schönen Tag Rhabarber, bin mal off
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.05.2016 17:46
      Highlight Kein Problem. Wenn ich könnte, würd ich dich gern unterstützen. Aber jemand wie du hat sicher gute Freunde :-)
      1 0 Melden
  • jjjj 15.05.2016 16:32
    Highlight wow. tiefes Niveau. Eine Maturaarbeit über 9/11 wie folgt zu deuten:
    "Seine Interessen für Gewalt und Zerstörung schienen schon seit Jahren in ihm zu schlummern."
    149 8 Melden
  • DerTaran 15.05.2016 15:58
    Highlight Bitte fangt jetzt nicht an dieses Monster zu vermenschlichen und seine Tat zu erklären. Wir haben alle mit unseren Tragödien zu leben und bringen deswegen niemanden um.
    128 28 Melden
    • Tiny Rick 15.05.2016 16:32
      Highlight Genau deiner Meinung. Der soll in einer dunklen Zelle dahinvegetieren.
      62 22 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 16:50
      Highlight Erklärungen sind nötig, damit man besser verstehen kann. Und das Verständnis hilft beim Verarbeiten.
      Etwas zu verstehen, bedeutet nicht, dass man es gutheisst.
      79 22 Melden
    • Greet 15.05.2016 17:02
      Highlight Taran, der Täter ist noch immer ein Mensch, egal was er verbrochen hat. Weshalb versuchen Blick und Leser wie du aus ihm ein Monster zu machen? Damit eure schöne-Heimat-Welt unbefleckt und schwarz-weiss bleibt?
      50 55 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 17:47
      Highlight Greet@
      Dies hat überhaupt nicht zu tun um aus einem Menschen ein Monster zu machen.
      Es ist einfach lächerlich, wenn man in solchen Situationen die Straftat herunterreden will, indem man eine schwere Jugend oder ein Schicksalschlag in der Familie als Auslöser nennt.
      Tatsache ist, dass er dieses grausame Verbrechen geplant und ausgeführt hat - da gibt es gar keine Entschuldigung.
      37 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 17:51
      Highlight Ach noch eins:
      Je besser man es verstehen und erklären kann, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ähnliche Verbrechen in Zukunft verhindert werden können.
      28 25 Melden
    • wipix 15.05.2016 18:30
      Highlight @Rhabarber
      Solche taten können bei einem Ersttäter quasi nie verhindert werden! Andere Behauptungen inkl. Harter Strafe sind Augenwischerei und dienen höchstens der Beruhigung und Bedienen die Rachegefühle!
      Solche Taten sind zum Glück generell extrem selten und eine wirklich nur marginale Gefahr für uns als Gesellschaft. Daher bin ich der Meinung: Konzentrieren wir uns auf die Unterstützung und Anteilnahme der Opfer /Angehörigen der betroffenen Familien und sind wir stolz auf die wirklich vorbildlich gute Polizeiarbeit, die weiteres schlimmes verhindern konnte!
      20 3 Melden
    • usehername 15.05.2016 18:42
      Highlight Ja, genau Rhabarber....
      Wo ist da der Zusammenhang? Vielleicht kannst du mich ja aufklären....
      Also, angenommen ich würde diese Tat verstehen und mein Verständnis dafür jemandem weitergeben....Jetzt meinst du im Ernst, das sei entscheidend, ob sich so eine Tat wiederholt oder nicht?
      13 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 19:25
      Highlight wipix
      Doch, solche Taten können verhindert werden. Das ist keine Augenwischerei sondern Fakt.

      Selbstverständlich hat die Unterstützung der Opfer und Angehörigen Vorrang. Aber gerade deswegen darf man die in den Medien nicht thematisieren. Sonst kämen sie nie zur Ruhe.
      14 13 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 19:27
      Highlight Ja, usehername. Ich meine das nicht nur. Ich weiss es sogar. Und zwar mit Sicherheit. Das gilt natürlich nicht für alle und jeden Fall. Aber es kommt vor. Und in meinen Augen lohnt sich JEDES verhinderte Opfer. Jedes einzelne! Ich kann das gar nicht genug betonen.
      Es ist stets besser Katastrophen zu verhindern als hinterher über die Folgen zu trauern.
      14 9 Melden
    • DerTaran 15.05.2016 19:39
      Highlight Ich will keine Rache, wir müssen ihn sicher genauso behandeln, wie jeden anderen Verbrecher auch. Keine Ausnahmen. Aber ich will nicht, das mir eine Erklärung für seine Tat geliefert wird, weil dafür gibt es keine Erklärung.
      12 6 Melden
    • usehername 15.05.2016 19:48
      Highlight Also Rhabarber,...ich versuche dein Wissen zu teilen oder von Dir zu lernen: bring mir die Fakten dazu und schwafel nicht drumrum....
      Dass jedes verhinderte Opfer was gutes ist? Absolut einverstanden,...feed me!
      12 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 20:22
      Highlight Klar, weil das ja in 600 Zeichen einer Kommentarfunktion machbar ist.
      8 7 Melden
    • sowhat 15.05.2016 22:13
      Highlight @Rhabarber: birgt dieses Verstehen nicht die Gefahr, dass dann falsch vorausinterpretiert wird? So in Richtung Überwachungsstaat - also wer sich in der Adoleszenz mit Gewalt auseinandersetzt, wird beobachtet, weil ja die Möglichkeit besteht, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Gewaltverbrechen kommen könnte. Ehrlich gesagt, gefällt mir diese Vorstellung dann doch nicht....
      2 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 22:41
      Highlight Ich will keinen Überwachungsstaat. Ich will mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit der Menschen untereinander. Weniger Gleichgültigkeit. Mehr Füreinander-da-sein.

      Und was das Verstehen anbelangt: Zu verstehen, wie - nur als Beispiel - ein Psychopath tickt, kann auf vielerlei Art im Umgang mit selbigen helfen. Ich bin mir z.B. sicher, dass die meisten nicht wissen, dass nicht jeder Psychopath automatisch auch kriminell ist. Von daher darf man nicht vorverurteilen. Aber Achtsamkeit gepaart mit Hilfsbereitschaft kann sehr oft dort etwas ändern, wo Gefahr besteht.
      6 2 Melden
    • exeswiss 15.05.2016 23:33
      Highlight @rhabarber man kann in mehreren teilen schreiben... schlechte aurede.
      3 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.05.2016 23:58
      Highlight Mach dir erstmal die Mühe und lies alle meine Kommentare zu diesem Artikel! Vielleicht hilft's ja schon etwas. Wenn nicht, lässt sich das auch in weiteren zehn Kommentaren nicht ändern.
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