Schweiz

Horror-Unfall in Rheinfelden: Behörden ist die Strasse nicht als Raserstrecke bekannt

Nach dem Horror-Unfall in Rheinfelden sagt ein Anwohner, er hätte schon vor Jahren Massnahmen gegen zu schnelles Fahren auf der Unglücksstrecke gefordert. Doch den Behörden ist die Zufahrtsstrasse zu einem Wohnquartier nicht als Raserstrecke bekannt.

28.09.15, 06:35 28.09.15, 08:37

Der Strassenabschnitt im Wald vor dem Rheinfelder Quartier Alte Saline sei laut Tele M1 nicht erst seit Samstag bekannt dafür, dass dort immer mal wieder zu schnell gefahren wird. Anwohner Axel Pierach hat schon vor Jahren Radarkontrollen und verkehrsberuhigende Massnahmen gefordert, wie er gegenüber dem Regionalsender sagte. «Warum kann man nicht vorher schon reagieren, damit nichts passiert?», empörte sich Pierach, der seit 18 Jahren im Quartier wohnt. Der ehemalige Präsident des Quartiervereins glaubt, wenn die lokalen Behörden schon vorher Massnahmen getroffen hätten, so hätte «dieser schockierende und entsetzliche Unfall nicht sein müssen». 

Video: kaltura.com

Darauf angesprochen, sagt der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi: «Mir ist keine solche Forderung eines Anwohners bekannt.» Er habe auch bei seinem Stadtratskollegen Walter Jucker nachgefragt, der für das Polizeiwesen verantwortlich sei – auch Jucker könne sich nicht an entsprechende Hinweise aus dem Quartier erinnern. Auf der Strasse, die durch den Wald führt, gilt Tempo 40. 

Gegenüber dem «SonntagsBlick» sagt Pierach, wenn man diese Limite einhalte, könne ein solcher Unfall nicht passieren. Ein früherer Quartierbewohner widerspricht ihm allerdings in einem Kommentar auf aargauerzeitung.ch: «Nein, der Strassenabschnitt ist keine Raserstrecke. Habe selber jahrelang in der Alten Saline gewohnt.»

Nicht als Raserstrecke bekannt

Stadtammann Franco Mazzi sagt, ihm seien keine Meldungen der Polizei über Raserexzesse auf dieser Strecke bekannt. «Sonst wären entsprechende Kontrollen durchgeführt worden, die nötigen Mittel haben wir.» Tatsächlich hat die Regionalpolizei Unteres Fricktal vor gut drei Jahren für 220'000 Franken ein semi-stationäres Radargerät angeschafft. Das Gerät diene in erster Linie «der Überwachung von Tempo-30-Zonen und Quartierstrassen sowie Strassen mit Unfallschwerpunkten», erklärte der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin damals. Der Nutzen des Gerätes liege darin, dass ohne Personalaufwand auch schwach befahrene Strassen mit wenig Verkehr kontrolliert werden könnten – und das bis zu eine Woche. 

Dies trifft auf die Alte Salinenstrasse zu, wie Stadtammann Mazzi sagt. «Das Verkehrsaufkommen ist gering, es sind am Morgen innerhalb einer Stunde vielleicht rund 100 Automobilisten, die zur Arbeit fahren, tagsüber dann höchstens 10 bis 20 Fahrzeuge pro Stunde.» (fh) 

Video: kaltura.com

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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