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Die lange Datenspur: Wie die Polizei dem Mörder von Rupperswil auf die Schliche kam

Zwei Jahre ist es her, seit die Falle zuschnappte: Thomas N., der Vierfachmörder von Rupperswil, wurde am 12. Mai 2016 verhaftet. Offen ist noch immer, wie die Ermittler ihm auf die Schliche kamen. Doch nun verdichten sich die Indizien, dass Antennensuchläufe die entscheidende Rolle spielten.

11.05.18, 06:13 11.05.18, 17:07

Sven Altermatt / az Aargauer Zeitung



Wer war es? Es ist die Frage, ohne die kein Krimi auskommt, die im wahren Leben aber stets mit quälender Ungewissheit verbunden ist. Erst recht bei einer Tat, die wegen ihrer Brutalität das ganze Land bewegte und noch immer bewegt.

Wer war es? Im Fall des Vierfachmords von Rupperswil, eines der grausamsten Verbrechen der hiesigen Kriminalgeschichte, wurde Thomas N. als Täter identifiziert; ein zum Tatzeitpunkt 32 Jahre alter, nicht vorbestrafter Schweizer aus dem Dorf. Er gestand seine Tat, weitere hatte er bereits geplant.

Das Bezirksgericht Lenzburg verurteilte ihn im März erstinstanzlich zu lebenslanger Haft. Zudem erhält Thomas N. eine ambulante Psychotherapie und wird ordentlich verwahrt. Der Täter habe «zielstrebig, kaltblütig und grausam» gehandelt, befand Gerichtspräsident Daniel Aeschbach. Thomas N., der unscheinbare Fussballjunioren-Trainer, war zuvor nie aktenkundig geworden. Erst der Prozess gegen ihn legte den ganzen Abgrund des Grauens offen.

Handyantennen schaffen ein nahezu lückenloses Netz. Das erleichtert auch Ermittlern die Arbeit. Bild: AP

«Die Mutter aller digitalen Ermittlungen»

Wer war es? Die Frage ist geklärt. Bloss: Der Weg zur Antwort ist es nicht. Offen ist noch immer, wie die Ermittler dem Täter auf die Schliche kamen und ihn am 12. Mai 2016, 146 Tage nach der Tat, verhaften konnten. Dazu gab es auch im Prozess keine neuen Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich nicht näher dazu, auf die Befragung von Zeugen wurde verzichtet. Losgelöst von der Hauptverhandlung gibt es unterdessen jedoch eine ganze Kaskade neuer Erkenntnisse zu den Ermittlungen der Aargauer Strafbehörden. Die «Nordwestschweiz» hat diese ausgewertet und mit Fachleuten gesprochen.

Längst interessieren sich auch Rechtsgelehrte für den Fall Rupperswil. Ihre Forschung hilft, hinter die Kulissen zu blicken. Gleiches tun offizielle Erhebungen des Bundes. Und aufschlussreich ist schliesslich ein bisher kaum beachtetes Gerichtsurteil. Zusammen bilden sie Puzzleteile, die sich nach und nach zusammenfügen. Die Indizien verdichten sich, dass eine Ermittlungsmethode zum Mörder führte, die in einem bisher nie da gewesenen Ausmass eingesetzt worden ist: Antennensuchläufe. Mittels solcher finden Strafverfolger heraus, welche Handys in einem bestimmten Zeitraum an einer bestimmten Antenne eingewählt waren. Oder anders gesagt, welche Menschen sich gerade an dem entsprechenden Ort befanden.

Wer hat mit wem telefoniert, gemailt oder gesimst? Auch das verraten die sogenannten Vorratsdaten. Im Fall Rupperswil wurden Netzbetreiber wie Swisscom und Salt nach Anordnung des Zwangsmassnahmengerichts dazu verpflichtet, diese Daten zu liefern.

Der Ort des Verbrechens: Rupperswil im Aargau Bild: KEYSTONE

Bisher war publik: Von der digitalen Rasterfahndung waren rund 30000 Handynutzer betroffen, wie die «Nordwestschweiz» im Frühjahr 2017 enthüllte. 48 einzelne Aufträge für Antennensuchläufe erteilte die Aargauer Sonderkommission dem Dienst ÜPF des Bundes; jener Stelle also, die im Justizdepartement die Überwachungen der Kantone mit den Netzbetreibern koordiniert. Wie die Suchläufe genau abliefen, verdeutlichen nun bisher unbekannte Informationen.

16. März 2018: Staatsanwältin Barbara Loppacher tritt nach dem Prozess vor die Medien.

«Ich denke das ist ein gutes Urteil.» Video: © Tele M1

Geht es um den Fall Rupperswil, ist in Behördenkreisen schon mal die Rede von der «Mutter aller digitalen Ermittlungen». Kein Wunder: 170 Funkzellen von drei Standorten aus wurden ausgewertet, so viele wie bisher in keinem anderen Verfahren in der Schweiz. Eine Funkzelle ist das Gebiet, in dem eine Mobilfunkantenne ein Signal empfängt. Wer sich mit seinem Handy innerhalb einer Funkzelle befindet, wird von dieser erfasst, egal, ob er sein Handy gerade benutzt oder nicht.

Ausserordentlich war im Fall Rupperswil auch die Abfragedauer der Suchläufe. Die Aargauer Ermittler definierten für den Tattag, den 21. Dezember 2015, eine Spanne von sieben Stunden; das Höchstmass liegt ansonsten bei zwei Stunden. Die Funkzellen wurden im Zeitraum von 6 bis 13 Uhr ausgewertet. Nach der Verhaftung von Thomas N. wurde bekannt: Der Täter ging zwischen 5.30 und 6 Uhr mit seinen beiden Hunden spazieren und kam am Haus der später ermordeten Familie vorbei. Zwischen 7.30 und 8 Uhr verschaffte er sich mit einer List Zutritt zum Haus, gegen 11 Uhr verliess er dieses unerkannt.

Die Strafverfolger nutzten ihren Werkzeugkasten

Die «Mutter aller digitalen Ermittlungen», sie lässt sich dank eines Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts besser nachvollziehen. In dem Urteil geht es vordergründig um den Streit, der wegen der Kosten der Antennensuchläufe zwischen dem Bund und dem Kanton Aargau entfachte. Der Dienst ÜPF wurde dazu verknurrt, seine Rechnung von über 800 000 Franken zu reduzieren. Der unterdessen rechtskräftige Richterspruch, 35 Seiten lang, spielt an der Schnittstelle zwischen trockenem Zahlenschacher und kriminalistischem Lehrstück.

Parallel zu den Antennensuchläufen (siehe Infobox) liefen zahlreiche weitere Überwachungsmassnahmen. Auf das Konto der Aargauer Strafverfolger gingen im Jahr 2016, als die Ermittlungen statistisch erfasst wurden, über 190 Aufträge für Überwachungen im Zusammenhang mit Tötungsdelikten. Das Gros davon dürfte auf den Fall Rupperswil zurückgehen.

Die Behörden nutzten den Werkzeugkasten, der ihnen zur Verfügung stand. Mit richterlichem Segen wurden Computer durchstöbert, Mail-Accounts überprüft und Telefone rund um die Uhr überwacht. Betroffen davon waren auch Angehörige der Mordopfer, die anfänglich ebenfalls im Fokus der Strafverfolger standen. Im Laufe der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft die Vorratsdaten mehrerer Personen, gegen die ein konkreter Tatverdacht vorlag, angefordert und rückwirkend ausgewertet. Jeder Anruf, jede Internetverbindung werden in der Schweiz für sechs Monate gespeichert. Die Vorratsdaten geben preis, wer mit wem, wann, wie lange, von wo aus und mit welchem Gerät kommuniziert hat.

Kerzen vor dem Haus, in dem die Tat geschah.  Bild: KEYSTONE

Geriet Thomas N. so ins Visier der Ermittler? Das hält Marc Forster für sehr wahrscheinlich. Der Strafrechtsprofessor an der Universität St. Gallen und wissenschaftliche Berater des Bundesgerichts gilt unter Juristen als einer der profundesten Kenner von Antennensuchläufen. Als Gerichtsschreiber war er 2011 am Leitentscheid des Bundesgerichts zu dieser Überwachungsmethode beteiligt.

In einem kürzlich veröffentlichten Fachaufsatz befasst er sich mit der rechtlichen Situation von Antennensuchläufen. Dabei setzt er sich auch mit dem Fall Rupperswil auseinander – und skizziert eine These zu den Ermittlungen. «Es besteht Grund zur Annahme, dass die Antennensuchläufe in diesem Fall weitere Opfer verhindert haben», sagt Forster.

Die Behörden hätten nach Einschätzung eines Profilers davon ausgehen können, dass der Täter in Rupperswil oder in der Umgebung wohnt. Tatsächlich konnte der Kreis der möglichen Verdächtigen wohl schon kurz nach der Tat eingegrenzt werden, wie Recherchen zeigen. Aufgrund der am Tatort gewonnenen Erkenntnisse folgerten die Ermittler alsbald: Der Gesuchte ist ein Mann, zwischen 15 und 35 Jahre alt, er stammt aus dem nahen oder näheren Umfeld der Opfer und ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Einzeltäter.

3 Standorte und 170 Funkzellen im Visier der Ermittler

Rupperswil liegt zwischen der A1 und der Bahnlinie Bern–Zürich. Entsprechend hoch ist die Netzabdeckung, und umso leichter lässt sich die Position eines Handys bestimmen. Wählt sich ein Gerät in drei Antennen ein, kann die Distanz zum Sendemast gemessen und die Position auf wenige Meter genau eingegrenzt werden. Triangulation nennt sich dieses Verfahren.
Dass die Behörden 170 Funkzellen untersucht haben, lässt darauf schliessen, dass sie ihren Radius auf weite Teile der Region ausgedehnt haben. Laut offizieller Verordnung ist ein Antennensuchlauf die «rückwirkende Eruierung aller mobilen Kommunikationsvorgänge an einem bestimmten Standort», in der Regel am Tatort also. Recherchen zeigen aber: Die Staatsanwaltschaft nahm zwei weitere Standorte unter die Lupe, die jedoch unbekannt sind.
Klar ist dagegen nun: Eine Woche nach der Tat, am 28. Dezember 2015, verlangten die Ermittler die Datensätze von 146 Funkzellen beim für Überwachungen zuständigen Dienst ÜPF des Bundes. Angefordert wurden sowohl Telefonie-Verkehrsdaten als auch Internetverbindungen. Am 2. März 2016 beorderte die Staatsanwaltschaft die Datensätze von zehn weiteren Funkzellen. Eine dritte und letzte Bestellung folgte am 13. April: Nur knapp einen Monat vor der Verhaftung von Thomas N. liessen die Ermittler erneut zehn Funkzellen auswerten. (sva)

Thomas N. hatte am Tatort sein Handy dabei, er filmte und fotografierte damit seine Opfer. Ob sein Handy währenddessen im Netz eingewählt war oder ob er dieses etwa in den Flugmodus versetzte, dazu äussern sich die Behörden nicht. Denkbar wäre ebenso, dass er sein Gerät auch oder lediglich beim Auskundschaften des späteren Tatorts aktiviert hatte. Es reicht, wenn ein Handy während ein paar Sekunden online ist, um von einem Antennensuchlauf erfasst zu werden.

Wenn die Schnittmenge kleiner und kleiner wird

Die Ermittler bildeten aus den gewonnenen Erkenntnissen einen Raster und glichen diesen ab: Nachdem sie aus den Antennensuchläufen die zunächst anonymisierten Vorratsdaten – mit Zehntausenden relevanten Verkehrsdaten – erhalten hatten, so die These von Strafrechtler Forster, klärten sie mit grossem Aufwand, welche der zahlreichen Geräte, die rund um den Tatort im Tatzeitraum aktiv waren, zuvor und danach auch noch wochenlang an anderen Standorten in Rupperswil eingewählt waren. «Das waren dann nur noch vergleichsweise wenige Geräte», folgert Forster. Allerdings konnten etwa Anwohner oder regelmässige Spaziergänger erst ausgeschlossen werden, nachdem sie mit Sicherheit als Täter ausser Betracht fielen.

Dank ihrem Raster wussten die Ermittler, nach welchem «Signalement» sie suchen mussten. Die Ergebnisse weiterer Suchläufe halfen ihnen dabei, und dank Vorratsdaten konnten sie das Kommunikationsverhalten sowie die Bewegungsprofile konkreter Verdächtiger auswerten. Die Schnittmenge wurde kleiner und kleiner.

«Die Ermittlungsstrategie der Aargauer Behörden darf als ausgesprochen klug bezeichnet werden», sagt Marc Forster. Die hohe Netzabdeckung in Rupperswil spielte der Staatsanwaltschaft offenkundig in die Hände. Das Handy von Thomas N. wählte sich in seiner Wohnung bei anderen Antennen ein als am nur rund 500 Meter entfernten Tatort. Erst so konnte überhaupt eine Schnittmenge gebildet werden.

Und was sagt die Aargauer Staatsanwaltschaft dazu? Man nehme zu der These von Professor Forster keine Stellung, erklärt Sprecherin Fiona Strebel. Nach wie vor wollen die Behörden grundsätzlich keinerlei Angaben dazu machen, wie sie dem Täter auf die Schliche gekommen sind.

Die Frage nach dem Wie, sie bleibt von offizieller Seite unbeantwortet. Doch ungeachtet dessen lehrt der Fall Rupperswil, welche Möglichkeiten sich Ermittlern heute eröffnen. In einem Land, das von Sendemasten durchzogen ist, in dem Funkzellen ein engmaschiges Netz bilden. Und in dem mehr Mobilfunkanschlüsse registriert sind als Menschen leben.

Angehöriger Georg M. zum Urteil zum Fall Rupperswil

Video: watson

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30
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    Alle Leser-Kommentare
  • Lalilu 12.05.2018 00:30
    Highlight Erwähnte Methoden werden in den USA schon seit Jahren erfolgreich bei Ermittlungen durchgeführt.
    1 0 Melden
  • Spooky 11.05.2018 22:01
    Highlight Also, falls der Killer sein Handy auf seiner Mordtour dabei hatte, dann gehört er nicht ins Gefängnis, sondern in eine psychiatrische Klinik.
    10 4 Melden
  • Ueli der Knecht 11.05.2018 12:23
    Highlight Künftig wird man mit Antennensuchläufen und anderen solchen automatischen Verhaltens- und Bewegungsmuster-Erkennungstechniken, gepaart mit etwas AI, die Verbrecher schon aus dem Verkehr ziehen und vorsorglich verwahren können, noch bevor sie straffällig werden.

    Brave new world....

    Quellen:
    https://jigsaw.google.com/
    https://www.techemergence.com/ai-crime-prevention-5-current-applications/
    https://www.dailystar.co.uk/news/world-news/677796/artificial-intelligence-japan-kanagawa-police-predict-minority-report-2020-olympics
    ...
    19 10 Melden
  • Ohniznachtisbett 11.05.2018 10:38
    Highlight So ist es halt. Wenn die Vorratsdaten helfen ein so grausames Verbrechen aufzuklären, dann ist es gut. Das wir grundsätzlich immer und überall überwacht werden. Dass bei solchen Suchläufen viel Beifang gibt, ist aber eben auch problematisch.
    31 14 Melden
  • Idrisi 11.05.2018 10:21
    Highlight Der Artikel zeigt den Nutzen von Datenanalysen zur Aufklärung bereits geschehener Verbrechen gut auf. Er zeigt auch die rechtlichen Hürden und der imense Aufwand der dahintersteckt. In diesem Fall ist dies absolut in Ordnung, da es sich um ein schweres Verbrechen handelt. Die Ermittlungsbehörden haben ihren Job getan, wie ich es von ihnen erwarte.

    Rechtsstaatlich bedenklich wird es für mich erst, wenn Phantasien aufkommen ohne Verdacht zukünftige Verbrechen mit der Analyse von Personendaten verhindern zu wollen.
    http://ET
    26 3 Melden
  • Judge Dredd 11.05.2018 09:55
    Highlight Well done, Aargauer Strafuntersuchungsbehörden. Alle Mittel eingesetzt um weitere Delikte zu verhindern. Das hat wohl X-hunderte von Stunden Arbeit gebraucht.
    Aber klar, beim nächsten Bericht über Geschwindigkeitsüberwachung hör ich sie wieder jammern, die Wutbürger:
    "Immer auf die Autofahrer blablabla...
    Die würden sich lieber mal auf die richtigen Verbrecher stürzen blablabla...."


    36 7 Melden
  • Stromer5 11.05.2018 09:53
    Highlight Es gäbe noch eine Möglichkeit einen Täter zu ermitteln.
    Und zwar könnte mittels DNA die Haarfarbe, die Augenfarbe, ungefähre Herkunft (Weltreligion), Alter usw. bestimmt werden.
    Aus Datenschutzrechtlichen Gründen ist dies aber nicht zugelassen.
    Ich werde den Verdacht nicht los, dass diese Methode angewendet wurde...
    Denn elne Verwandschaftsabklärung wurde ja auch erstellt...
    Datenschutz hin oder her; in solchen Fällen finde ich es legitim, diese Art der Ermittlung durchzuführen..
    17 36 Melden
    • Gar Manarnar 11.05.2018 11:29
      Highlight Was ein Unsinn, DNA-Untersuchungen sind bei uns erlaubt (Art. 255 ff. StPO).
      19 9 Melden
    • Judge Dredd 11.05.2018 11:54
      Highlight Krass, dass die Weltreligion in der DNA zu finden ist hätte ich nun wirklich nicht gedacht 😉
      48 2 Melden
    • Stromer5 11.05.2018 17:41
      Highlight Dna Profile sind nicht erlaubt.
      Lediglich der DNA-Abgleich!
      9 2 Melden
    • Gar Manarnar 11.05.2018 21:21
      Highlight @Stromer: Bitte sag mir, was du unter "DNA Profil" verstehst? Offenbar etwas anderes, weil bereits Art. 255 StPO spricht im ersten Abs. explizit von "DNA-Profil"
      1 1 Melden
    • Stromer5 11.05.2018 21:56
      Highlight Anhand von einer DNA-Spur ein Profil erstellen.
      Wie ich bereits geschrieben habe, durch die Ermittlung von Haarfarbe, Augenfarbe, Alter, Herkunft usw... und diese Daten verwenden.
      Das ist technisch möglich, aber nicht erlaubt.
      6 5 Melden
  • Fruchtzwerg 11.05.2018 09:35
    Highlight Willkommen bei Big Brother/1984 und Brave New World.
    Ich weiss, die wenigstens werden einverstanden sein, aber so fängt eben alles an. In diesem Fall sicher gerechtfertigt. Doch eine gesellschaftliche Diskussion darüber, wo Überwachung anfangen und aufhören soll, wäre dringend von Nöten.
    Als nächstes kommen die Sozialdetektive. Und in China werden mittlerweile Leute öffentlich angeprangert, wenn sie zu Fuss über ein Rotlicht gehen und der Staat erstellt aufgrund solcher Vorfälle ein social rating und vergibt ein Punktesystem an jeden Bürger...
    38 13 Melden
  • A7-903 11.05.2018 09:32
    Highlight Gut und neutral berichtet, danke. Es ist ein interessanter fall und zeigt dass eine nahezu lückenlose überwachung im bereich des möglichen liegt und nur die Richter zwischen willkür und rechtsstaat stehen.

    Hoffentlich gibt es mittel die verhindern dass beamte diese werkzeuge ohne richterlichen Beschluss benutzen können. Wenn nicht werden wir nämlich in den nächsten jahren amerikanische Verhältnisse haben wo beamte einfach mal freunde, verwandte, und familie nach- und ausspionieren. Wäre schade wenn das passiert.
    30 22 Melden
  • DocShi 11.05.2018 09:28
    Highlight Ich finde es verkehrt dass man sämtliche Ermittlungsabläufe und Details öffentlich bekannt gibt.
    Je mehr Wissen im Umlauf darüber ist umso mehr können zukünftige Täter sich dagegen wappnen.
    131 32 Melden
  • Gar Manarnar 11.05.2018 09:19
    Highlight Hab mir doch grad gedacht, dass der Artikel auf Forsters Aufsatz vom März basiert. Finde, man hätte diesen grad auch verlinken können.
    10 4 Melden
    • Martin Lüscher 11.05.2018 09:45
      Highlight @Aaaaaarrghh: Ist nachgeholt, danke für den Hinweis.
      16 5 Melden
  • Dreiländereck 11.05.2018 08:40
    Highlight Immer schön jedes Detail berichten, damit der nächste Gestörte sich im Vorfeld seiner Tat gut bilden kann.
    Wäre ja schade wenn er dieselben Fehler macht und man ihn deswegen erwischt.
    Kommentar kann Teile von Ironie enthalten.
    212 53 Melden
    • Magnum44 11.05.2018 09:30
      Highlight Die genaue Technik spielt ja keine grosse Rolle, wer ein bisschen denken kann, lässt das Handy ohnehin - eingeschalten - zu Hause.
      39 3 Melden
    • Stromer5 11.05.2018 09:56
      Highlight Ob hier nun darüber berichtet wird oder nicht, nach kurzer Recherche im Internet, weisst du so oder so zu was die heutige Polizei fähig ist...
      16 1 Melden
    • Astrogator 11.05.2018 14:34
      Highlight Nicht Strafe ist abschreckend sondern das Risiko erwischt zu werden. Insofern kann es abschreckend wirken wenn man weiss, dass das perfekte Verbrechen praktisch nicht möglich ist.
      8 0 Melden
  • derEchteElch 11.05.2018 07:22
    Highlight „Die Behörden nutzten den Werkzeugkasten, der ihnen zur Verfügung stand.“

    Das heisst, dass es rechtens ist und man braucht hier gar nicht zu versuchen, einen Skandal aufzubeschwören.

    Wir können und sollen froh sein, dass dieser Täter gefasst wurde. Wer weiss, wie lange es sonst gedauert hätte! Durch die Gerichte und die versch. Behörden ist ein Missbrauch der Daten auch nicht möglich.

    Hier wird offensichtlich versucht, einen Skandal zu erschaffen, nur weil die Behörden ihre Mittel/Werkzeuge nutzen..
    39 66 Melden
    • taisho-corer 11.05.2018 09:10
      Highlight Ich empfinde den Artikel nicht als „Heraufbeschwören eines Skandals“. Ist doch ganz nüchtern geschrieben?
      61 5 Melden
  • Gawayn 11.05.2018 06:48
    Highlight Eines der allerwichtigsten Hilfsmittel zum ermitteln ist...

    Das der Täter sich nicht im Klaren ist, mit welchen Mitteln gefahndet werden kann.

    Klar das Polizei und Staatsanwaltschaft darüber keine Auskunft geben.
    Sie wollen möglichen Verbrechern keine "Nachhilfe" geben, wie die ihre Spuren verwischen könnten.

    Man sollte da nicht länger nach graben.
    Der Täter wurde erwischt, er wird keine Gefahr mehr sein.
    Recht und Gesetz wurde Genüge getan.
    Lasst es nun gut sein
    267 32 Melden
    • Alex_Steiner 11.05.2018 09:52
      Highlight @Gawayn: Sicher nicht. Es war SEHR merkwürdig, dass sie ihn ohne irgendwelche Zeugen oder Spuren gefunden haben. Da ist die Frage berechtigt, wie zum Teufel sie ihn gefunden haben. Könnte ja sein, dass sie illegale Hilfsmittel verwendet haben.
      17 15 Melden
    • Astrogator 11.05.2018 14:32
      Highlight So ein Schwachsinn, wir stimmen regelmässig über gesetzliche Möglichkeiten zur Datensammlung und -Verwendung ab. Wer nicht blöd ist weiss, dass sein Handy getrackt wird und die Daten ein halbes Jahr gespeichert werden.
      Kriminalistik ist ein Studiengang, alle Unterlagen dazu sind öffentlich zugänglich.
      Was im Detail zum Fahndungserfolg geführt hat spielt dann keine Rolle.
      Ich vermute mal, die Handydaten ergaben einen Pool von Verdächtigen und ein erstelltes Profil wird dann den Täter herausgesiebt haben.
      5 0 Melden
    • Alex_Steiner 11.05.2018 15:09
      Highlight @Astrogator: Ja - und wie ging das dann weiter? Haben sie ihn angrufen "Guten Tag hier spricht die Polizei - haben sie einen Mord begangen?" Der Täter vollkommen perplex sagt "JA!"

      Oder hat die Polizei aufgrund dieser Ortungsadaten tatsächlich eine Hausdurchsung durchführen dürfen? Weil die Person am Tatzeitpunkt in der Umgebung war? Das soll ein Richter erlaubt haben? So ein Sendemast kommt etwa 10KM weit.
      5 3 Melden
    • Astrogator 11.05.2018 16:25
      Highlight @Alex_Steiner: Ich gehe davon aus, dass nicht die Handydaten alleine den Ausschlag gaben. Zudem wurde er nicht nach einer Hausdurchsung verhaftet sondern davor.
      4 0 Melden

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