Schweiz

Ex-Freundin verprügelt: Aargau eröffnet Verfahren gegen in Brasilien gesuchten Zofinger

Ein 54-jähriger Zofinger zählt zu den meist gesuchten Verbrechern in Brasilien. Er soll dort seine Ex-Freundin verprügelt und schwer verletzt haben. Nun kommt aus: Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat den Gesuchten befragt und ein Verfahren gegen ihn eröffnet. Trotz der massiven Vorwürfen droht dem Mann keine Auslieferung nach Brasilien.

28.06.17, 17:34 01.07.17, 17:59

Manuel Bühlmann / az

Bild aus alten Tagen: Der Aargauer und seine brasilianische Freundin. © Screenshot Fernsehsender R7

Die Vorwürfe gegen den Aargauer sind massiv: Er soll 2004 versucht haben, seine Ex-Freundin zu vergewaltigen, sie verprügelt und aus dem Fenster geworfen haben. Seither ist die Frau querschnittsgelähmt. In Brasilien wird der mutmassliche Täter von der Polizei gesucht, taucht dort auf einer Fahndungsliste auf. Der «Blick» machte publik, dass der Gesuchte unbehelligt in Zofingen lebt.

Nun zeigen Recherchen der az: Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat den 54-Jährigen am Mittwoch befragt. Sprecherin Fiona Strebel sagt auf Anfrage: «Die Staatsanwaltschaft hat aus den Medien von diesem Fall erfahren und ein Verfahren eröffnet.» Der Beschuldigte bestreite die Tat.

Brasilianer haben sich noch nicht gemeldet

Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden können gegen Staatsangehörige auch dann ein Strafverfahren führen, wenn diese ihre Tat im Ausland begangen haben. Die brasilianischen Behörden haben sich bislang allerdings weder mit der Aargauer Staatsanwaltschaft noch mit dem Bundesamt für Justiz in Verbindung gesetzt. Strebel: «Wir werden aber via Bundesamt für Justiz den Kontakt mit den brasilianischen Behörden suchen. Erfahrungsgemäss ist dies aber schwierig.» 

Beim Bundesamt für Justiz heisst es auf Anfrage: «Im vorliegenden Fall hat Brasilien bisher weder ein formelles Auslieferungsersuchen noch ein Ersuchen um stellvertretende Strafverfolgung an die Schweiz gestellt.» 

Fest steht: Die Auslieferung nach Brasilien, das für seine überfüllten Gefängnisse berüchtigt ist, droht dem Zofinger nicht. Zwar besteht zwischen den beiden Ländern ein Auslieferungsvertrag, dieser hält aber explizit fest, dass die Vertragsparteien nicht zur Auslieferung der eigenen Staatsangehörigen verpflichtet sind. Zudem sieht die Bundesverfassung vor, dass Schweizer nur mit deren Einverständnis an eine ausländische Behörde ausgeliefert werden dürfen. 

Da sitzt die Frau im Rollstuhl.

Kommt es zum Prozess in der Schweiz?

Wenn eine Auslieferung nicht möglich ist, kann das Land, in dem das Verbrechen begangen wurde, die Strafverfolgung an den Heimatstaat des Beschuldigten abtreten. Dadurch soll verhindert werden, dass eine Lücke in der Strafverfolgung entsteht – und Täter straffrei davon kommen.

Bedingung dafür ist allerdings, dass die ausländischen Behörden beim Bundesamt für Justiz um stellvertretende Strafverfolgung ersucht. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, wird das Bundesamt daraufhin den Fall an die zuständige schweizerische Strafverfolgungsbehörden weiterleiten. 

Der Vorfall liegt schon Jahre zurück und soll sich 2004 abgespielt haben. Die Verjährungsfrist dürfte trotzdem noch nicht abgelaufen sein. Bei Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung beträgt diese 15 Jahre. Die Frage, ob dem Beschuldigten Auflagen in Bezug auf die Ausreise gemacht werden, lässt die Staatsanwaltschaft offen.  (aargauerzeitung.ch)

Aktuelle Polizeibilder

Das könnte dich auch interessieren:

Achtung! Dieses fiese SMS crasht iPhones und Macs 😳

Fall Ansari: Ein schlechtes Date ist kein Übergriff. Und Sex zu wollen kein Verbrechen

Das war knapp! So viel Glück wie diese 14 Menschen wirst du in deinem Leben nicht haben

So wird «Der Bestatter» aussehen, wenn dem SRF das Geld ausgeht

So reagiert Sharon Stone auf die Frage, ob sie je sexuell belästigt wurde

«Klugscheisser» brilliert bis zu dieser Frage, bei der KEINER von 3 Jokern hilft

History Porn Teil XXVI: Geschichte in 23 Wahnsinns-Bildern

Eltern ketteten ihre Kinder an Betten: Polizei befreit 13  Geschwister aus Horror-Haus

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eskimo 28.06.2017 20:28
    Highlight Ein Prügler gehört in Brasilien zu den 10 meistgesuchten Verbrechern? Scheint fast so als wäre Brasilien ein fast kriminalitätsloses Land....
    Viel sicherer als die Schweiz...!
    Ich staune.
    5 0 Melden
  • chicadeltren 28.06.2017 18:52
    Highlight Er ist angeblich einer der meist gesuchten Verbrecher Brasiliens und die machen sich nicht mal die Mühe die Schweizer Justiz zu informieren? Interessant...
    4 0 Melden
  • Chrigi-B 28.06.2017 18:03
    Highlight Man sehe sich das Foto mal genau an. Würde die Dame so lächelnd neben ihm sitzen? Also ich bezweifle ihre Geschichte ganz stark...
    7 37 Melden
    • Siebenstein 28.06.2017 18:49
      Highlight Da muss ich jetzt aber schmunzeln ob Deiner auf diesem einen Foto basierenden angeblichen Menschenkenntnis...😊
      1 1 Melden
    • eysd 28.06.2017 19:03
      Highlight Zu wenig Infos zum Foto, kein Urteil möglich zu irgend etwas
      0 1 Melden
    • Datsyuk * 28.06.2017 20:26
      Highlight So einfach ist es wohl nicht.
      1 1 Melden

«Das ist einfach nicht ehrlich» – SRG-Sprecher erbost über Biglers «Ja SRG: No-Billag Ja»

Der Schweizerische Gewerbeverband lanciert ab dem 9. Januar den Abstimmungskampf für die No-Billag-Initiative mit dem neuen Slogan: «Ja SRG: No-Billag Ja». SRG-Sprecher Edi Estermann zeigt sich wenig erfreut über diese Taktik.

Der neue Slogan der No-Billag-Befürworter, «Ja SRG: No-Billag Ja», sorgt für rote Köpfe. Die Aussage, eine SRG könne auch ohne Gebühren betrieben werden, ist höchst umstritten. Die Befürworter der Initiative aber meinen, eine Finanzierung durch Werbung oder Pay-TV sei möglich.

SRG-Sprecher Edi Estermann ist anderer Meinung: «Diese Aussage ist einfach nicht ehrlich. Es ist unmöglich, ohne öffentliche Mittel das SRG-Angebot in allen Sprachregionen am Markt zu finanzieren.»

Einzelne private …

Artikel lesen