Schweiz

Funda Yilmaz hats geschafft: Buchser Einwohnerrat sagt Ja zu ihrer Einbürgerung

Im zweiten Anlauf ist eine 25-jährige Türkin in der Gemeinde Buchs bei Aarau eingebürgert worden. Das Parlament hiess das Gesuch klar gut. Zuvor hatte auch der Gemeinderat eine Kehrtwende gemacht. Der Fall erregte viel Aufsehen.

18.10.17, 20:23 18.10.17, 22:20

Der Einwohnerrat beschloss am Mittwochabend mit 27 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der in der Schweiz geborenen Türkin das Gemeindebürgerrecht zuzusichern. Das Parlament diskutierte zuvor nicht.

Nach dem positiven Entscheid sagte die Frau, sie sei erleichtert und froh, dass es endlich geklappt habe: «Ich hatte ein wenig Zweifel.» Dank des roten Passes könne sie nun mitentscheiden. Auch der Gemeindeammann Urs Affolter (FDP) gab sich erleichtert. Er sei erfreut, dass der Einwohnerrat dem Antrag des Gemeinderats gefolgt sei.

Im zweiten Anlauf hat's für Funda Yilmaz geklappt.

Im Juni hatte das gleiche Parlament das Gesuch nämlich mit 20 zu 12 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Es war wie der Gemeinderat dem negativen Antrag der rein bürgerlich zusammengesetzten Einbürgerungskommission gefolgt. Diese war zum Schluss gekommen, die Frau erfülle «die Voraussetzung der erfolgreichen Integration nicht».

Die Nichteinbürgerung löste in den Medien ein grosses Echo aus. Die Tiefbauzeichnerin hatte vor der Kommission viele kleinliche Fragen beantworten müssen. Bei den 92 Fragen ging es unter anderem darum, ob sie bei einem Grossverteiler oder im Dorflädeli einkaufe.

Im schriftlichen Staatskundetest hatte die Frau alle Fragen richtig beantwortet. Bei beiden Einbürgerungsgesprächen hatte sie jedoch gepatzt. Die Türkin reichte beim Regierungsrat eine Beschwerde gegen die Ablehnung ihres Gesuchs ein.

Gemeinderat macht Kehrtwende

Nachdem die Gemeinde mit rund 8000 Einwohnern wegen des Falls negativ in die Schlagzeilen geraten war, unternahm der Gemeinderat einen Anlauf, um aus der verfahrenen Situation herauszukommen. Er beschloss einstimmig, das Gesuch mit Antrag zur Zustimmung dem Parlament erneut vorzulegen.

Als Grund für den Meinungsumschwung gab der Gemeinderat an, bei weiteren Gesprächen sei der «Eindruck entstanden», dass sich die Gesuchstellerin besser in die Schweiz integriert habe, als sie dies zunächst aufzuzeigen vermochte habe.

Kommission nicht gesetzeskonform

Klar ist, dass die heute Einbürgerungskommission aufgelöst werden muss. Ihr gehören einzig Parlamentsmitglieder und ein Gemeinderat an. Der Einwohnerrat wählte die Mitglieder. Dies widerspricht dem Gesetz.

Das seit 2014 geltende Kantons- und Gemeindebürgerrechtsgesetz des Aargaus legt fest, dass der Gemeinderat für die Prüfung der Integration eine Kommission einsetzen kann. Die Kommission kann dem Parlament jedoch keinen Antrag stellen. (sda)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hugo Wottaupott 19.10.2017 12:00
    Highlight Super! Dann ist ihr Freund jetzt zufrieden mit ihr. Er hat sie doch dazu angestiftet den Pass zu holen oder?
    3 4 Melden
    • UnKraut 19.10.2017 22:15
      Highlight Und wer hat dich dazu angestiftet, diesen bescheuerten Kommentar zu schreiben, du Super-Insider?
      3 1 Melden
    • Hugo Wottaupott 20.10.2017 10:12
      Highlight Das Protokoll der Befragungen war in den Online Zeitungen zum nachlesen. Die gute zukünftige Schweizerin sagte ihr Freund habe ihr angeraten den Pass anzufordern... was auch ein Grund war dass es eben zuerst abgelehnt wurde. Super Unkraut.
      0 1 Melden
    • Hugo Wottaupott 20.10.2017 10:14
      Highlight https://www.google.ch/search?num=50&source=hp&q=funda+yilmaz+protokoll&oq=funda+yilmaz&gs_l=psy-ab.1.2.0i131k1j0l9.2022.5113.0.8335.14.13.0.0.0.0.134.1173.7j5.13.0....0...1.1.64.psy-ab..1.13.1261.6..35i39k1j0i10k1.88.94A-2WQRiAg Der Entscheid hatte nichts mit Willkür zu tun sonder mit der Beantwordung der Fragen.
      0 1 Melden
  • andrew1 19.10.2017 11:07
    Highlight Der schweizer pass ist ein privileg, kein recht. Somit kann ich auch eine ablehnung verstehen. Erinnert mich etwas an schüler mit Helikoptern, welche verbal auf den lehrer eindreschen die prüfing sei zu schwer wenn ihr sprössling durchfällt. Hier ist halt die komission schuld am versagen...
    5 7 Melden
    • Fabio74 19.10.2017 13:31
      Highlight Falsch! Es gibt Gesetze und damit verknüpfte Anforderungen!!
      Wer diese erfüllt, hat ein Anrecht auf Einbürgerung!
      Wir leben und verteidigen diesen Rechtsstaat gegenüber Willkür.
      Nichts widerliches als Leute die Willkür und Unrecht gut finden und unverdiente "Privilegien" verteidigen!
      6 1 Melden
  • malu 64 19.10.2017 03:38
    Highlight Ein paar Typen stellen Fragen welche ihre Kinder 100% nicht beantworten können!
    Macht doch gleich eine Quizshow!
    10 6 Melden
  • Spooky 19.10.2017 02:06
    Highlight Welcome in Switzerland, Funda Yilmaz!
    9 7 Melden
  • Fabio74 18.10.2017 20:39
    Highlight Schade braucht es 2 Anläufe, um der Willkür auszuweichen und schade, lernt man in diesem Land nicht, dies abzustellen.
    26 34 Melden
  • Rüdiger Rasenmeier 18.10.2017 20:20
    Highlight Beim Blick geben die Wutbürger und Anti-Kuscheljustizler und Hyperpatrioten (oft selbst mit Migrationshintergrund oder Ehefrauen aus Thailand, Brasilien oder Dom Rep.) sicher schon Vollgas.
    44 26 Melden
    • Maragia 18.10.2017 22:53
      Highlight Was für ein pauschalisierender, rassistischer Kommentar!!
      12 3 Melden
    • Fabio74 19.10.2017 13:31
      Highlight @maragia sind SVPler eine Rasse?
      1 0 Melden
    • Maragia 19.10.2017 17:42
      Highlight Lies bitte mal die Definition von Rassismus durch...
      0 1 Melden

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