Schweiz
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«Ich bezweifle, ob das im Sinne des Erfinders ist»: Kenad Melunovic vor der Kanzlei an der Buchserstrasse in Aarau. Chris Iseli

Der Raser-Anwalt, der den Raser-Artikel streichen will

Kenad Melunovic versteht nicht, warum einer viel zu schnell fährt. Ebenso wenig versteht der Anwalt aber das geltende Recht.

Mario Fuchs / az Aargauer Zeitung



Der Sommer im Aargau hat begonnen – und mit ihm die Saison der Raser. Die Kantonspolizei stellt sich an schönen Wochenenden mit dem Laser-Messgerät gezielt an Landstrassen.

Meldung vom 15. Mai: Kontrollen in Merenschwand, Würenlos und Eiken; vier Ausweisentzüge per sofort; drei weitere Lenker verzeigt; höchste gemessene Geschwindigkeit bei 132 km/h. 21. Mai: Kontrolle in Suhr am Rande eines Tuning-Treffens; zwei Fahrzeuge beschlagnahmt; vier Ausweise entzogen; der schnellste fuhr mit 165 km/h doppelt so schnell als erlaubt. Und schliesslich am Auffahrtsdonnerstag: Kontrollen an mehreren Orten, sieben Ausweise abgenommen, drei Verzeigungen, ein 22-jähriger Töfffahrer wurde mit 132 km/h gemessen.

Fälle wie dieser landen oft auf dem Pult von Kenad Melunovic, 39, Rechtsanwalt und Partner der Kanzleigemeinschaft an der Gais in Aarau. In der Schweiz geboren und in Aarau aufgewachsen, absolvierte Melunovic an der Alten Kantonsschule die Wirtschaftsmatur. Während sein Bruder Elvir als Fussballprofi Karriere machte, tat es ihm Kenad als Anwalt gleich.

Heute ist er einer von 25 diplomierten Fachanwälten für Strafrecht in der Schweiz und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Strafverteidigung. Weil in der Auffahrtswoche kein Gerichtstermin ansteht, macht Melunovic gerade eine «Rechtsschriftenwoche». Entsprechend in die Akten vertieft sitzt er im Büro, und entsprechend sieht es darin aus: Auf dem Boden liegen geöffnete Ordner, auf dem Pult Notizen, der aufgeklappte Basler Kommentar, die noch in Folie verpackte neue Ausgabe des Magazins «Plädoyer».

Etwas vom Uninteressantesten

Er fahre selber gern, sagt der Halter eines Audi: «Das Autofahren ist ein Bestandteil der persönlichen Freiheit.» Wenn einer massiv zu schnell fahre, sorge das auch bei ihm für «ein persönliches Unverständnis – mehr aber nicht». Den Raser gebe es nicht: die meisten seien jung, aber die Gründe individuell. Auch das Klischee vom «Balkan-Raser» könne er nicht bestätigen.

Unter seinen Fällen habe er bislang «keinen einzigen typischen Balkanfahrer gehabt, der sich im BMW ein Rennen lieferte. Es waren allesamt unauffällige Bürger verschiedenster Provenienzen.» Wieso sind für ihn Raserfälle besonders interessant? «In Wahrheit», sagt er, «sind sie etwas vom Uninteressantesten, weil der Gesetzgeber den Richter und den gesamten Justizapparat praktisch aus dem Entscheidfindungsprozess ausgeschaltet hat.» Es wird klar: Der Gesprächspartner hält nicht viel vom Raser-Artikel und sagt: «Er ist eine völlige Fehlkonstruktion.»

Erstens stemple das Gesetz jeden, der in einer 30er-Zone mit 70 km/h, in einer 50er-Zone mit 100 km/h, ausserorts mit 140 km/h und bei höheren Höchstgeschwindigkeiten 80 km/h zu schnell unterwegs sei, automatisch als Verbrecher ab. Zweitens sorgten diese fixen Tempogrenzen dafür, dass ein Gericht keinen Spielraum mehr habe: «Der Richter wird zum Durchlauferhitzer degradiert.»

Melunovic steht auf, nimmt einen Filzstift, malt auf ein Flipchart den Ablauf von der Polizeikontrolle bis ins Gefängnis, der vom Gesetz en détail vorgegeben ist. Entzug Ausweis, Einzug Fahrzeug, Strafverfahren, Administrativmassnahmenverfahren, psychologische Begutachtung. Er sage seinen Klienten: «Ich kann Ihnen nicht helfen, ich kann Sie nur begleiten und den ordentlichen Gang des Verfahrens überwachen.»

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  • 57%Es braucht fixe Tempogrenzen – der Raser-Artikel muss weiterbestehen

Bei Gefährdung hart anpacken

Ein Versicherungsberater, bis dahin ein unbescholtener Bürger, habe ein neues Auto gekauft, es einmal ausprobieren wollen, bei Sonnenschein und trockener Strasse aufs Gas gedrückt. «Obwohl er niemanden gefährdete, hat er seinen Job verloren, 20'000 Franken Schulden und einen Strafregistereintrag. Seither lebt er auf Kosten des Gemeindewesens. Ich bezweifle, ob das im Sinne des Erfinders ist.»

Melunovics Argumente gegen diese Praxis: Verhältnismässigkeit und Einzelfallgerechtigkeit. Komme ein gefährdendes Element wie Überholen bei schlechten Verhältnissen hinzu, sei er «auch dafür», den Lenker «hart anzupacken». Aber genau deshalb sei der Raser-Artikel eben falsch: «Würde man den Absatz 4 von Artikel 90 mit den starren Tempodefinitionen streichen, würde das Gesetz nicht zahnlos. Im Gegenteil: man könnte auch einen, der in der 30er-Zone ‹nur› 39 km/h zu viel hatte, härter verurteilen.» Man müsse zurück zur Einzelfallbeurteilung. Denn: «Letztlich ist es ‹nur› eine Verkehrsregelverletzung.»

Das aktuelle Regime verursache hohe Kosten durch die psychologische Begutachtung: «Das ist eine reine Industrie», findet Melunovic. Aber eines wolle er betonen: Regelkonformes Fahren sei, gerade bei unserer Bevölkerungsdichte, «eminent wichtig». Dann vibriert sein Telefon. Er liest eine neue Mail quer und sagt: «Jetzt ist wieder einer reingekommen». Der Anwalt muss zurück an den Schreibtisch. Der Sommer im Aargau hat begonnen. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dreizehn 30.05.2017 19:05
    Highlight Highlight "Erstens stemple das Gesetz jeden, der in einer 30er-Zone mit 70 km/h, in einer 50er-Zone mit 100 km/h, ausserorts mit 140 km/h und bei höheren Höchstgeschwindigkeiten 80 km/h zu schnell unterwegs sei, automatisch als Verbrecher ab. "

    Leute die so fahren wie der Herr Anwalt hier sagt, sind wirklich keine Verbrecher. Das sind potenzielle Mörder.
  • flugsteig 29.05.2017 12:54
    Highlight Highlight Ich fahre sehr häufig in Deutschland. Jedes Mal wenn ich die Grenze zur Schweiz überschreite, kommt mir der Gedanke, dass für das was ich 2km vorher gänzlich legal gemacht habe, ich in meiner Heimat scharf verurteilt würde.
    Es ist schon sehr speziell, dass auf so kleinem Raum und unter vergleichbaren Umständen, gänzlich andere Regeln gelten.
    • ujay 30.05.2017 15:44
      Highlight Highlight @flugsteig. 2 Laender, verschiedene Gesetzgebung.....was ist daran genau speziell?
  • Siebenstein 29.05.2017 00:28
    Highlight Highlight Unser Problem ist, dass wir keine echten Probleme haben, da ist es doch wunderbar einfach sich das Gemüt am einfach zu lokalisierenden "Verbrecher Autofahrer" zu erhitzen.
    Dem Bund ist es auch recht, hier ist es so simpel Kasse zu machen wie nirgendwo.
    • pachnota 29.05.2017 07:18
      Highlight Highlight Danke
      Bester Kommentar zum Thema!
    • Siebenstein 29.05.2017 08:45
      Highlight Highlight Wie die Mehrheit der Reaktionen zeigt scheint zumindest mit meinem Kommentar ein empfindlicher Nerv getroffen worden zu sein, pachnota... 😊
    • manhunt 29.05.2017 11:07
      Highlight Highlight ich habe zwei gute freunde (unabhängig voneinander) wegen rasern verloren. das war vor der gesetzesänderung. damals war es normal, dass lächerlich milde strafen gesprochen wurden. heute ist es relativ einfach: es ist für jedermann klar, ab welcher geschwindigkeit drakonische strafen verhängt werden. ergo ist jeder selber schuld, wenn er beim überschreiten dieser limiten erwischt und dann bestraft wird. und zu erreichen der raserlimiten, muss schon ganz schön aufs gas gedrückt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HeforShe 28.05.2017 23:28
    Highlight Highlight Der Versicherungsberater hätte sich auch ein Wochenende reservieren können und nach Deutschland gehen, die sowieso Autobahntourismus haben. Dieses Mindestmass an Impulskontrolle sollte ein Kraftfahrzeuglenker einfach haben... nur weil so viele den Führerschein haben, macht es das Auto nicht ungefährlicher, im Gegenteil.

    Eine Gefährdung ist immer vorhanden - nur weil in dem Moment nichts passiert ist, kann man diese nicht rückblickend negieren. Und da wäre er nicht mit 20 000 Franken davon gekommen. Trotzdem hoffe ich, dass er wieder auf die Beine kommt.
    • manhunt 29.05.2017 11:12
      Highlight Highlight für einen guten versicherungsberater gibt es immer möglichkeiten, weiter beschäftigt zu werden. sei dues im innendienst, oder mit einem fahrzeug, mit geschwindigkeitsbegrenzung. dem gesetzgeber die schuld dafür zu geben, das der dummkopf jetzt sozialhilfe bezieht, ist unglaublich dreist. aber so sind halt die einen oder anderen strafverteidiger, sie machen den täter zum opfer.
  • Christophorus 28.05.2017 22:55
    Highlight Highlight RA Kenad Melunovic hat absolut recht. Der Raserartikel unterwandert unser Staatssystem, das auf drei Gewalten beruht. Unsere Gesetzesmacher haben mit ihrer umstrittenen Via Sicura das richterliche Ermessen komplett ausgehebelt. Der Richter hat absolut keine Möglichkeit den "Verbrecher" bei genauer Untersuchung des Tatbestandes allenfalls milder zu bestrafen. Dies ist Willkür, verfassungswidrig und eines freiheitlichen Staates unwürdig; reine Diktatur!
    Sofortige Korrektur der unseeligen Via Sicura Artikel im SGV sind dringend notwendig.
    • manhunt 29.05.2017 11:15
      Highlight Highlight die via secura wurde wohl deshalb angenommen, weil früher NUR lächerlich milde urteile gesprochen wurden.
  • pachnota 28.05.2017 22:52
    Highlight Highlight Hauptsache den anderen bestrafen, dann geht es uns gleich viel besser.
    • pachnota 30.05.2017 18:35
      Highlight Highlight Die Ausländern wollen andere bestrafen?
      Nein ich habe mehr an heimische Biedermänner gedacht!
  • Joe924 28.05.2017 22:10
    Highlight Highlight Als "Ex-Raser" finde ich die Gesetze mittlerweile gut, bei mir haben sie jedenfalls gewirkt. 4 Monate Velo und ÖV fahren war im nachheinein gar nicht so schlimm, man gewöhnt sich schnell um, aber die Busse hat Wirkung gezeigt. Heute fahre ich einen 61 PS Smart anstatt eines Sportwagens mit 300 PS, und spare dadurch viel Geld. Die Busse hab ich schon lange raus, vielen Dank lieber Staat für die Lektion.
    • philosophund 29.05.2017 01:23
      Highlight Highlight Der Strafregistereintrag tut am meisten weh.
    • manhunt 29.05.2017 11:57
      Highlight Highlight @f. peter: hätten die richter gekonnt. tat aber nie ein richter, bevor das gesetz eingeführt wurde! es wurden ausschliesslich milde urteile gesprochen. die einzelfallbeurteilung in zusammenhang mit verkehrsdelikten war, selbst wenn es tote gab, ein schlechter witz. erklär du mal eltern welche ihr kind wegen raserei verloren haben, warum der unfallverursacher bereits ein halbes danach wieder fahren darf.
    • manhunt 29.05.2017 19:30
      Highlight Highlight @r. peter: inwiefern verletzt denn dieses gesetz die gewaltenteilung? die legislative hat es ausgearbeitet, das volk hat ja gesagt, die judikative spricht es, die exekutive setzt es um. wenn ich zu schnell fahre und dafür nicht lebensbedrohliche umstände geltend machen kann, bezahle ich die busse nach bussenkatalog, ohne richterliches ermessen bei einzeilfallprüfung. ab einer gewissen geschwindigkeit wird die busse von einem richter gesprochen, jedoch ebenfalls nach bussenkatalog. das war aber schon immer so und verletzt die gewaltenteilung keineswegs.
  • Chrigi-B 28.05.2017 22:09
    Highlight Highlight Unsere Strassen sind mehr als ausreichend beschildert. Das Tempolimit ist überall klar. Wer zuschnell fährt, auch in der 80er Zone, macht dies bewusst. Temposünder sollten noch viel härter bestraft werden.
    • Sir Affe 28.05.2017 22:39
      Highlight Highlight Wie einfach es doch ist immer nach härteren Strafen zu verlangen.. Genug ist's wohl nie.
    • manhunt 29.05.2017 12:11
      Highlight Highlight @r. peter: stimmt doch nicht. ausserorts resp. bei 80kmh greift das rasergesetz erst bei 140kmh. wenn also jemand ausserorts 100 fährt, gibt das eine busse von 160.-. also hör doch auf hier lügenmärchen zu erzählen.
  • Hoppla! 28.05.2017 21:56
    Highlight Highlight Dass Raserei geahndet werden muss, steht ausser Frage. Das Problem ist nur, dass kleinere Delikte schon so ins Geld gehen, dass das gesunde Mass fehlt. Eine 30er Tafel übersehen, sollte nicht aber kann passieren, und du bist schon fast ein Verbrecher und zahlst horrende Strafen.

    Sage ich der seit Jahren keine Busse für Geschwindigkeitsüberschreitung mehr erhalten hat.
    • HeforShe 28.05.2017 23:21
      Highlight Highlight Wenn man eine 30er Tafel übersieht, die ja meistens innerorts noch durch weitere verkehrsberuhigende Massnahmen begleitet werden, dann sollte einem der gesunde Menschenverstand aufgrund der Umgebung (Siedlung!) eher 50 km/h vorgeben (klassisches Innerortstempo, halt) und nicht 70 km/h - dann fällt man auch nicht unter den Raser-Artikel.
    • HeforShe 29.05.2017 11:38
      Highlight Highlight Du kannst die Situation noch so dramatisch schildern - und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es Momente, in denen man überfordert ist.

      140 auf einer Landstrasse bei einem Kilometer (nur?) Sichtweite ist unverhältnismässig. Man weiss NIE, ob man andere gefährdet, sondern man nimmt das Risiko in Kauf.
      Als Autofahrer muss man leider Gottes aber für andere mitdenken.

      Ausserdem: bei den kleinen Strecken, die wir in der Schweiz zurücklegen... wie viel Zeit macht die Raserei denn gut? 20 Sekunden? 2 Minuten? Entbehrt jeder Logik.
  • UZEDE UZEDE 28.05.2017 21:47
    Highlight Highlight Wenn der Richter keinen Handlungsspielraum hat, dann wird die Gewaltenteilung misachtet.

    pädo init.
    dsi
    oder eben der Raserartikle..

    Es braucht Gesetze mit Ermessenspielraum, damit der Richter die Verhältnismässigkeit einhalten kann.

  • BigE 28.05.2017 21:34
    Highlight Highlight Der Raserartikel entstand ja, weil das Volk der Meinung war, dass Raser zu sanft behandelt werden. So ein Gesetz kommt ja nicht aus dem Nichts. Da gab es einige Vorfälle, die das Fass zum Überlaufen brachten. Der 90/3 ist die logische Konsequenz!
    • flugsteig 29.05.2017 12:42
      Highlight Highlight Der Raserartikel entstand weil die Presse und Politik auf dem Thema endlos herumgeritten ist. Beinahe jeden Tag konnte man eine Meldung lesen. Raserrennen, Todesraser usw.
      Wo sind denn diese Meldungen heute?
      Das war Stimmungsmache vom feinsten, ein Spiel mit Emotionen für die Auflage oder Widerwahl.
    • BigE 29.05.2017 17:48
      Highlight Highlight Oder aber die Strafartikel haben ihre pröventive Wirkung erzielt jnd es gibt tatsächlich weniger solcher Ereignisse?
  • ricardo 28.05.2017 21:33
    Highlight Highlight Scheint wohl grade in Mode zu kommen, sich wieder vom Programm "Via Sicura" und der Vision von Null Verkehrstoten auf Schweizer Strassen zu verabschieden. Der Bundesrat und eine parlamentarische Kommission wollen schliesslich auch das Verkaufsverbot für Alkohol auf Autobahnraststätten aufheben. Verantwortungsbewusste Politik ist das jedenfalls nicht. Da kriegt auch das Gejammer um den Raserartikel prompt noch Aufwind.
    Warum nicht gleich für die Abschaffung der Verkehrsregeln plädieren? Ganz im Sinne von "Freie Fahrt für freie Bürger". Traurig, sowas.
    • danbla 28.05.2017 22:26
      Highlight Highlight Sie verstehen es nicht, oder?
    • gnp286 28.05.2017 22:32
      Highlight Highlight Lieber: Freie Fahrt für Leute, welche selber Verantwortung übernehmen können. Es muss nicht alles bis ins kleinste Detail geregelt sein, manchmal soll auch noch richterliches Ermessen möglich sein.
    • Don Sziggy 28.05.2017 23:53
      Highlight Highlight Ja, schon klar, Verantwortung übernehmen. Was heisst denn das,du Clown und was, wenn du jemanden totfährst? Es soll so bleiben wie es ist, es kann nicht für jeden Idioten ein Spezialgesetz geben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Moelal 28.05.2017 21:32
    Highlight Highlight Wenn sich die Leute an die einfachen Regeln halten würden, bräuchte es nicht immer härtere Gesetze. Wer mit massiv übersetzter Geschwindigkeit fährt, ist ein potentieller Mörder. Es gibt nie einen Grund die Geschwindigkeit massiv zu überschreiten, ausser man hat ein Blaulicht auf dem Dach
    • danbla 28.05.2017 22:28
      Highlight Highlight Falsch, selbst mit einem Blaulicht gibts weder einen Grund, noch eine Berechtigung.
    • Don Sziggy 28.05.2017 23:56
      Highlight Highlight Noch so einer, der denkt, für ihn brauche es ein spezialgesetz, weil er ja, wie alle diese beknackten Raser glauben, sie hätten es im Griff, deshalb gibt es ja auch dauernd Tote, weil ihr es alle im Griff habt, einfach nur traurig, diese Selbstüberschätzung, und wenn dann was passiert, einfach nach dem Mami rufen, gell?
  • pachnota 28.05.2017 21:22
    Highlight Highlight Leben ist ein Risiko...und wird es auch immer bleiben. (Punkt)

    Wenn der Staat beginnt uns, unsere Verantwortung "abzunehmen", führt dies zu 100% in die Bevormundung und zum "Big Brother" Staat.

    Ich weiss, das es Leute gibt, die sich danach sehnen.

    Alles vorgeschrieben, reglementiert, genormt...(...)
    Gerade in der Schweiz.

    Es ist traurig genug, das es solch Menschen überhaupt gibt.

    Aber ich hoffe, das jene, niemals Überhand bekommen!
    • Danyboy 28.05.2017 21:51
      Highlight Highlight Staatliche Institutionen und starke Strukturen haben nachweislich massgeblich zum Reichtum der westlichen Nationen beigetragen (nebst dem resultierenden Erfindergeist). Auch der Rechtsstaat gehört dazu. Diese (rechte, neoliberale) Paranoia vor allem Staatlichen ist mindestens so lächerlich wie ein linker blinder Glaube an den Staat. Ersteres ist aber in der Schweiz von der politischen Stimmung her sicher das grössere Problem.
      Was das Thema Raser betrifft, das hat das "Volk" so gewollt. Und von wegen das Leben ist ein Risiko: Ich will mich nicht dem Risiko idiotische Raser aussetzen müssen.
    • pachnota 28.05.2017 22:15
      Highlight Highlight Ja Danyboy so ist das eben.

      Du willst dich im Strassenverkehr, möglichst keinem Risiko aussetzen.
      Der Quartierbewohner möchte möglichst, das Risiko von Partyvolk, in der Nacht vermeiden, der Schafzüchter verbittet sich das Risiko von bösen Wolf.

      Irgendwann haben wir uns, aller Risiken entledigt, uns gegen alles abgesichert.

      Und irgendwann werden wir uns, dabei gegenseitig, langsam erstickt haben.
    • Danyboy 28.05.2017 22:38
      Highlight Highlight Na ja, der Raser gefährdet Leben. Völlig unnötigerweise. Der Vergleich mit dem Quartierbewohner hinkt da gewaltig... Überregulierung? Nein. Aber ausgerechnet bei den Rasern (und anderen Lebensgefährdern) von Überregulierung zu sprechen, ist eher seltsam.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kEINKOmmEnTAR 28.05.2017 21:14
    Highlight Highlight Ich sehe nicht ein was bei 70 in einer 30-er Zone an Einzelbegutachtung gut tun würde? Man kommt nicht aus "Versehen" auf diese Geschwindigkeit, die Vorsätzlichkeit besteht in 99% aller Fälle.
    • suchwow 28.05.2017 21:26
      Highlight Highlight 50km/h kann ich noch halb nachvollziehen, ist mir einmal passiert (das war echt eine bescheuert gesetzte 30er Zone).

      Stimme zu, wie man locker auf 70km/h kommt, versteh ich auch nicht.
    • pachnota 28.05.2017 22:44
      Highlight Highlight Suchwow ... mit 50 in der 30er Zohne?

      ..."bescheuert gesetzt"??

      Interessiert leider Niemanden, wenn sie dich erwischt hätten.

      Du hättest eine irre drakonischen Strafe dafür bekommen.

  • MaxHeiri 28.05.2017 21:10
    Highlight Highlight Ich glaube als Töfffahrer fährt man am besten ohne Nummer rum. Das sie dich festhalten können beim Ausfahren ist mit einem Polizeiauto schwierig gemäss meines Erachtens!
    • suchwow 28.05.2017 21:28
      Highlight Highlight Ja, dann "tätscht" es und du hast den Salat. Meinst du, die Versicherung wird dir IRGENDWAS bei abmontiertem Nummernschild zahlen? Wenn du Pech hast, bist du Invalid und der Lohnausfall wird happig...
  • Tepesch 28.05.2017 21:10
    Highlight Highlight Ausserorts macht die fixe Limite womöglich nicht immer sinn, gerade auf übersichtlichen Strassen mit sehr wenig Verkehr. Aber innerorts muss man sich einfach an die Regeln halten und Rasser sollen hier auch hart angepackt werden.
    • who cares? 28.05.2017 22:21
      Highlight Highlight Auch überland kann schnell mal ein Velofahrer aus dem nichts auftauchen, vorallem wenn man mit 140 Sachen durch die Gegend rast.
    • Sir Affe 28.05.2017 22:42
      Highlight Highlight Oder ein Reh.. Kaum zu erkennen, selbst bei guten Verhältnissen. Das kann ganz schnell gehen. Da ist dann ein Aufschlag mit 80 wesentlich harmloser als mit 120 Km/h
    • philosophund 29.05.2017 01:33
      Highlight Highlight Tepesch..Schon mal was von abstrakter Gefahr gehört?
      Zudem fährst du mit dem Wagen nicht auf Schienen. Wenn du die Kontrolle über den Wagen verlierst möchte ich nicht auf der Gegenfahrbahn sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kst 28.05.2017 21:01
    Highlight Highlight Finde, der Artikel ist eine zu wenig kritische Plattform für die verharmlosenden Meinungen von Malenovic.
  • clavi 28.05.2017 20:46
    Highlight Highlight der raserartikel ist nur einer dieser sinnlosen regeln die pauschal beurteilen ohne die situation mit einzubeziehen. ich weiss von was ich rede, da ich, weil ich nach einer vollbremsung des vorderen autos auf der linken spur der autobahn ausweichen musste und somit "rechts überholt" habe. der fahrer meinte ich sei ihm eben zu nahe aufgefahren, dabei hat er mir den weg abgeschnitten. weil er wütend war, hat er mich deswegen angezeigt und ich wurde in allen punkten verurteilt. 12'000 und ein jahr führerausweisentzug liegen zum glück nun hinter mir. aber der finanz. schaden ist noch viel grösser.
    • BigE 28.05.2017 21:32
      Highlight Highlight Tja, stimmt aber. Man muss immer so viel Abstand haben, dass man ohne Kollision abbremsen kann, wenn vorne etwas Unvorhergesehenes passiert. Wenn Sie so schnell waren, dass Sie nach dem Ausweichen sogar noch vollständig überholt haben, waren Sie entweder viel zu nah oder viel zu schnell!
    • gnp286 28.05.2017 22:36
      Highlight Highlight @BigE: Du fährst wohl selten Auto. Fehler können passieren und es gibt wirklich viele Idioten auf den Strassen.
    • danbla 28.05.2017 22:39
      Highlight Highlight @BigE und deine Herzchendrücker. Habt ihr den Kommentar von Clavi gelesen, verstanden? Der vordere Wagen hat sich vor ihm reingedrängt. Eine Situation die ich nur zugut kenne. Man hat teilweise keine Chance den Mindestabstand einzuhalten, da sich sofort irgend so ein Honk wieder vorne reinwürgt. Wenn so einer dann in die Eisen steigt, hast du keine Chance.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 28.05.2017 20:40
    Highlight Highlight Besonders stossend ist auch, dass nach Inkraftreten des Raserartikels die Konferenz der Staatsanwälte eigenmächtig die Strafmassempfehlungen für Überschreitungen unterhalb der "Raser"-Grenze massiv erhöht hat, obschon das Parlament keine derartigen Verschärfungen beschlossen hatte.
  • atomschlaf 28.05.2017 20:34
    Highlight Highlight Bei einer konkreten Gefährdung soll hart durchgegriffen werden, aber wenn niemand gefährdet wurde müsste es auch wieder möglich sein, dass Strafmass nach unten anzupassen.
    • philosophund 29.05.2017 01:35
      Highlight Highlight Danke Jaing!
  • Triumvir 28.05.2017 20:26
    Highlight Highlight Raser sind in meinen Augen Verbrecher, die charakterlich nicht fähig sind, an unserem dichten Verkehr teilzunehmen. Da ziehen bei mir keine billigen Ausreden. Solche Verbrecher gehören wortwörtlich aus dem Verkehr gezogen. Punkt Schluss.
    • atomschlaf 28.05.2017 20:53
      Highlight Highlight Es geht auch nicht um den dichten Verkehr. Wenn jemand in dichtem Verkehr massiv zu schnell fährt, dann gefährdet er andere und soll auch entsprechend hart bestraft werden.
      Es geht um Fälle, wo lediglich eine mehr oder weniger willkürlich festgelegte Geschwindigkeitsbegrenzung missachtet aber niemand konkret gefährdet wurde.
      PS: Die Bezeichnung "Verbrecher" ist mehr als nur lächerlich, da müsste man ja halb Deutschland hinter Gitter bringen...
    • bokl 28.05.2017 21:31
      Highlight Highlight Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde nicht einfach missachtet, sondern massiv überschritten. Wer ausserorts 140 oder mehr fährt, hat auf den CH-Strassen nicht verloren. Für Rennsport gibt es Rennstrecken.
    • danbla 28.05.2017 22:41
      Highlight Highlight @bokl. Zeige mir eine in diesem Land.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spiessvogel 28.05.2017 20:10
    Highlight Highlight Wer als Raser unterwegs ist, macht bei Gott nicht nur eine Verkehrsregelverletzung, er gefährdet Leib und Leben anderer mit seinem durch die Geschwindigkeit und den damit einhergehenden physikalischen Kräften zu einem Geschoss umfunktionierten Gefährt. Dass ein Jurist mangels Kennnis der kinetischen Energie, zu den beschriebenen Schlussfolgerungen kommen kann, ist mehr als bedenklich. Ihm ist ein Crash-Kurs wärmstens zu empfehle.

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