Schweiz
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epa04805261 The arrival of the Bombardier CS 100 at Zurich Airport in Kloten in Switzerland on 17, June 2015. As a European premiere at a civil airport the newly developed aircraft has landed in Zurich. The Bombardier CS 100will replace the Avro RJ100 fleet at SWISS from 2016.  EPA/WALTER BIERI

Das angeblich leiseste Verkehrsflugzeug der Welt: Die CSeries CS 100.
Bild: EPA/KEYSTONE

Neue Swiss-Maschine: Der Jungfernflug mit dem Flüster-Jet macht kribbelig

Erstmals durften Passagiere mit dem neuen Swiss-Regionaljet fliegen. Das nach Hersteller-Angaben leiseste Flugzeug der Welt besticht auch durch seinen geringeren CO2-Ausstoss. Die «Nordwestschweiz» war beim Testflug mit dabei.

Stefan Schuppli



Endlich geht es los. Der zweistrahlige Jet beschleunigt ungewöhnlich kräftig. Beim Abheben auf dem Flughafen Dublin – nach nur 1500 Metern Startstrecke – werden wir in den Sitz gedrückt: Die Maschine ist offensichtlich sehr gut motorisiert. Steil geht's nach oben, nach zwei Minuten zieht unter uns die saftig grüne irische Küste vorbei. Die CSeries CS100 sei das leiseste Verkehrsflugzeug der Welt, behaupten die Ingenieure des kanadischen Herstellers Bombardier keck. Die Luftfahrtgesellschaft Swiss hat von diesem Typ 30 Stück bestellt; der erste Jet soll Mitte Juli ausgeliefert werden.

In der Kabine hören wir nur ein mässiges Rauschen. Dass wir der Konversation der vor uns sitzenden Passagieren folgen können, zeigt: Der Flieger ist leise. Normalerweise ist so etwas nur in einem Airbus A-380 möglich. Ob der 35 Meter kurze CS100 auch für Flughafenanwohner leiser ist als andere, lässt sich im Flieger natürlich nicht beurteilen. In der Kabine hingegen sorgte lediglich das Ausfahren verschiedener Klappen für Lärm.

Swiss-Kabine wird «schöner und besser»

Der Flug von Dublin nach Zürich ist eine echte Premiere. Zu den ersten offiziellen Passagieren zählen zu dürfen, die bei diesem Testflug dabei sind, macht schon kribbelig – ehrlich gesagt. An Bord waren 21 Airline-Chefs des Verbundes Star Alliance, Bombardier-Spitzenmanager und eine internationale Journalistentruppe. Die CSeries CS100, in der wir sitzen, ist allerdings keine Swiss-Maschine, sondern ein firmeneigenes Testflugzeug. Die Swiss-Bemalung ist eine kleine Referenz an den Erstbesteller, der viel Geduld aufbringen musste, bis der Vogel flügge war.

Der Bombardier CSeries CS100 im Werbefilm der «Swiss»

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YouTube/Swiss International Air Lines

Klar wollen wir bei diesem Testflug alles über den neuen Flieger in Erfahrung bringen. Wir inspizieren die Inneneinrichtung, die Fenster, die Beleuchtung. Alle zücken Smartphones, selfiezieren, knipsen in der Gegend rum. Allerdings ist die Kabine eine relativ simple Demo-Ausstattung von Bombardier. Nicht von Swiss. Deren Version werde um «einiges besser und schöner», versprechen anwesende Vertreter der Fluggesellschaft.

Auffallend sind die Gepäckablagen – sie sind riesig. Wenn deren Klappen offen sind, wirds etwas eng in der Kabine. Der Sitzabstand wird nur 76 Zentimeter betragen. Aber der Sitz werde dank innovativem Design platzsparend und sehr ergonomisch sein, heisst es bei Swiss. Ein Nachteil ist die Sitzkonfiguration mit dem ungeliebten Mittelsitz in der einen Reihe. Dieser Punkt geht an den Konkurrenten Embraer 190 mit der Zweier-Sitzordnung.

Pilot schneller als Konzernchef

Der Bombardier-Testflieger stand vergangene Woche auf dem Flughafen in Dublin, wo die Generalversammlung des Flugbranchen-Verbandes Iata stattfand. Die Star-Alliance-Chefs flogen anschliessend im Bombardier-Jet nach Zürich, wo sie die Jahresversammlung des Airline-Verbundes abhielten, an dem auch die Swiss beteiligt ist.

Auf dem Test-Flug galt, zumindest für Carsten Spohr, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Als der Lufthansa-Chef nämlich mit – «Wir glauben an Innovation!» – seine Begrüssungsrede startet, steigt das Mikro aus. Es knackt in der Leitung, Stille. Riesengelächter in der Kabine. Ach ja, natürlich, nun meldet sich der Pilot: «Here is your Captain speaking.»

epa04805268 People take pictures at the arrival of the Bombardier CS 100 at Zurich Airport in Kloten in Switzerland on 17, June 2015. As a European premiere at a civil airport the newly developed aircraft has landed in Zurich. The Bombardier CS 100will replace the Avro RJ100 fleet at SWISS from 2016.  EPA/WALTER BIERI

Die Präsentation des neuen Jets im Juni 2015 auf dem Flughafen Zürich-Kloten. Bild: EPA/KEYSTONE

Esteban Arias kann nicht wissen, dass Spohr gerade zu seiner Lobeshymne auf Fortschritt, Komfort und Umwelt ausholt. So folgen die Floskeln des Piloten: «Welcome on board... fantastic aeroplane... great moment...» Es knackt erneut, und jetzt ist Spohr wieder dran: «Es ist halt so: Der Captain hat immer das letzte Wort.»

Finanzieller Kollaps drohte

Der Erstflug des Fliegers verlief ja ganz toll. Aber dessen Entwicklung lief weniger flott ab. Das Flugzeug kommt mit drei Jahren Verspätung auf den Markt. Das ist zwar nicht ungewöhnlich bei Neuentwicklungen. Aber bei Bombardier war das insofern heikel, als dessen Entwicklung den Hersteller an seine finanziellen Grenzen gebracht hat. Die CSeries-Produktion wurde in eine separate Firma ausgegliedert, an der sich auch die Provinz Quebec beteiligen soll. Denn der Bombardier-Hauptsitz befindet sich im Süden der Region, in Montreal.

Ab Mitte Juli werden die CSeries nach und nach die in die Jahre gekommenen Avros ersetzen. Bestellt hat die Swiss, respektive deren Muttergesellschaft Lufthansa, 15 CS 100 mit 125 Sitzen für gut 50 Millionen Franken und 15 der längeren CS 300 mit 145 Sitzen.

Weniger Treibstoff, weniger CO2

Der Flieger bietet selbstverständlich einiges an technischen Neuigkeiten oder zumindest bedeutende Weiterentwicklungen. Eine Besonderheit sind die Triebwerke von Pratt & Whitney mit ihrem beeindruckenden Durchmesser. Die Jet-Turbine wird von einem Luftstrom ummantelt, der von einem grossen Schaufelrad bewegt wird. Ein Untersetzungsgetriebe reduziert die Drehzahl, was die Geräusche dämpft. «Geared Turbofan» nennt man Triebwerke dieser Art.

Die CSeries CS100 ist aber nicht nur sehr leise. Sie lässt sich auch sehr sparsam betreiben: Die Betriebskosten liegen um einen Viertel unter denjenigen vergleichbarer Flugzeugtypen. Der Bombardier-Jet besteht nämlich knapp zur Hälfte aus sehr leichten Verbundwerkstoffen. Daher ist das Flugzeug nicht nur fünf Tonnen leichter als andere, es verbraucht auch 20 Prozent weniger Treibstoff. Es kann bis zu 6000 Kilometer nonstop zurücklegen und stösst dabei 20 Prozent weniger CO2 aus.

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    Alle Leser-Kommentare
  • 90er 06.06.2016 16:02
    Highlight Highlight Ich hoff das die Swiss wieder eine Strecke Basel - London City Airport mit den Fliegern startet.oder eine andere Lufthansa Tochter.
    Die Verbindung war nämlich super.
    • Tobias K. 06.06.2016 16:21
      Highlight Highlight Swiss hat sich schon lange vom Euroairport verabschiedet. Zu unrentabel und zu hohe Konkurrenz von Easy Jet. Glaube kaum, dass je wieder ein Swiss-Flieger von Basel aus geht.
    • 90er 06.06.2016 17:34
      Highlight Highlight Joa leider, aber die Flüge nach London City Airport waren eigentlich immer ausgebucht (ich hatte zumindest diesen Eindruck), schade das es die nicht mehr gibt (okay, gibt so ein Flug von Bern via Basel nach City, ist mir aber zu umständlich)
      Heathrow, Luton und co sind eifach soweit vom Zentrum weg :(
    • Amboss 06.06.2016 21:56
      Highlight Highlight @90: wieso ist dir der skywork-flug zu umständlich?
      Fliegt ja dieselbe Strecke...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chrigi-B 06.06.2016 14:34
    Highlight Highlight "selfiezieren" hahhhaha herrrlich💪😂
  • Tobias K. 06.06.2016 13:55
    Highlight Highlight Bin sehr gespannt auf den Flieger. Bis dahin durften wir nur bei einem Boarding-Test dabei sein. Von aussen kann auch gut gesagt werden, das die neue C-Series einiges leister ist.

    Wen's interessiert kann hier die Produktion mitverfolgen:

    https://www.planespotters.net/production-list/Bombardier/BD-500-CSeries/BD-500-CSeries-CS100
    • display 07.06.2016 06:50
      Highlight Highlight Bin mit FS aufgewachsen :D
      Bin lange nicht mehr geflogen, dafür fliege ich Segelflieger in Real life <3
    • Padi Engel #Kanngarnix 09.06.2016 09:21
      Highlight Highlight Haha ich glaub, du hast auf den falschen kommentar geantwortet ;)
      Und das klingt ja nach jahrelanger Erfahrung.. :) hast du nun keine Zeit mehr?
      Und segelfliegen ist ja mal der hammer! 😍
  • Padi Engel #Kanngarnix 06.06.2016 11:29
    Highlight Highlight Sind FS-Piloten unter uns? ^^'
    • Fumo 06.06.2016 11:35
      Highlight Highlight ja :)
    • Padi Engel #Kanngarnix 06.06.2016 14:06
      Highlight Highlight Haha yeaii! :D
      FSX oder P3D? ;)
    • Fumo 06.06.2016 14:35
      Highlight Highlight FSX, aber gerade nicht "aktiv" :(
    Weitere Antworten anzeigen
  • Donald 06.06.2016 11:22
    Highlight Highlight Besser spät, als nie. Mit Flugzeugen, als auch mit Zügen :)

    Ich hoffe das Ding taugt etwas, würde gerne wieder mal Swiss fliegen...
    • Schreiberling 06.06.2016 11:38
      Highlight Highlight Wieso machst du das Fliegen mit Swiss vom Flugzeug abhängig? Die anderen Flieger der Flotte taugen doch auch etwas.
    • Donald 06.06.2016 13:05
      Highlight Highlight Die Tickets sind aber zu teuer. Diese Flugzeuge sind sparsamer und haben mehr Sitzplätze. Ich nehme an das wird an den Kunden weitergegeben...
    • Fumo 06.06.2016 14:32
      Highlight Highlight "Ich nehme an das wird an den Kunden weitergegeben..."

      hahahahahaha ja natürlich werden sie das XD
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